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Soul II Soul ist eine britische Dance- und R&B-Band, die von ihrem Initiator Jazzie B (* 26. Januar 1963 in Hornsey, Nord-London, als Trevor Beresford Romeo) dominiert wird.

Soul II Soul
Allgemeine Informationen
Herkunft London
Genre(s) Contemporary R&B, Soul, Reggae, Dance, New Jack Swing
Gründung 1982, 2009
Auflösung 1997
Website www.soul2soul.co.uk
Aktuelle Besetzung
DJ, Produzent
Jazzie B
Gesang
Caron Wheeler
Keyboard, Produzent
Simon Law
Gitarre, Keyboard, Perkussion
Daddae
Produzent
Nellee Hooper
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Rose Windross
Gesang
Victoria Wilson James
Gesang
Lamya († 2009)
Gesang
Melissa Bell († 2017)
Gesang
Doreen Waddell († 2002)
Rap, Gesang, Produzent
Tony „Dobie“ Campbell
Gesang
Kym Mazelle
DJ
Aitch Bee
DJ
Jazzy Q

BandgeschichteBearbeiten

Soul II Soul wurde ursprünglich Mitte der 1970er Jahre von dem damals erst 13-jährigen Jazzie B und seinem Schulfreund Philip „Daddae“ Harvey als Sound system gegründet und hieß seit dem ersten Gig im Jahr 1977 Jah Rico. 1982 wurde dann der Name in Soul II Soul geändert. Die zunehmende Popularität führte zu legendären Partys im Africa Centre in Covent Garden und begann, die Musikszene der Schwarzen in Großbritannien zu beeinflussen. 1988 wurden sie schließlich von Virgin Records unter Vertrag genommen.[1][2] Zunächst arbeiteten sie mit dem Produzenten Nellee Hooper sowie dem Reggae Philharmonic Orchestra zusammen. Es entstand ein R&B-Sound mit Elementen aus Philly Soul, Disco, Reggae und 1980er-Jahre-Hip-Hop.

Die ersten Singles Fairplay und Feel Free erreichten 1988 die britischen Charts. Mit dem von Caron Wheeler gesungenen Titel Keep on Movin’ gelang im Folgejahr der internationale Durchbruch. Back to Life (However Do You Want Me), das ebenfalls von Wheeler gesungen wurde, übertraf den Erfolg der Vorgänger-Single sogar noch. Das Debütalbum Club Classics Vol. I stieg auf Platz 1 der britischen Albumcharts und gewann 1990 zwei Grammys.

1990 veröffentlichten Soul II Soul ihr zweites Album Vol. II: 1990 – A New Decade, welches wiederum auf Platz 1 der britischen Charts stieg, und die Hit-Singles Get a Life und A Dream's a Dream, mit denen noch einmal der Einzug in viele internationale Hitparaden gelang. Die folgenden Auskopplungen People und Missing You konnten nicht an diesen Erfolg anknüpfen und platzierten sich lediglich in Deutschland bzw. in Großbritannien.

Auf den späteren Veröffentlichungen fehlte Nellee Hooper, der zwischenzeitlich als Starproduzent u. a. für Massive Attack, Björk und Madonna tätig war. Jazzie B. arbeitete nun verstärkt mit lose engagierten Gastmusikern und Sängern. Die Mischung aus schleppenden Bassläufen, dem Philadelphia-Sound angelehnten Soulharmonien und leichten Reggaeeinflüssen verlor jedoch zunehmend an Energie.

Bis in die späten 1990er Jahre gab es diverse Album- und Single-Veröffentlichungen, die zwar Chartnotierungen erreichten, aber nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen konnten. Seit Ende der 1990er veranstaltet das Soul-II-Soul-Soundsystem regelmäßig Party-Wochenenden. In der aktuellen Besetzung tritt die Band auch sporadisch live auf und veröffentlichte Ende 2016 unter dem Titel Origins: The Roots of Soul II Soul ein Studiokonzert als Album.[3] Neben der Musik existiert noch ein eigenes Modelabel.

DiskografieBearbeiten

AlbenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[4][5] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1989 Club Classics Vol. One
13
(25 Wo.)
11
(16 Wo.)
12
(9 Wo.)
1
 Dreifachplatin

(60 Wo.)
14
 Dreifachplatin

(51 Wo.)
auch: Keep on Movin’ (US-Version)
1990 Vol. II (1990 – A New Decade)
15
(18 Wo.)
15
(14 Wo.)
14
(12 Wo.)
1
 Platin

(20 Wo.)
21
 Gold

(19 Wo.)
1992 Volume III – Just Right
29
(18 Wo.)
24
(8 Wo.)
19
(8 Wo.)
3
 Gold

(11 Wo.)
88
(8 Wo.)
1993 Volume IV – The Classic Singles 88–93
300! 300! 300! 10
 Platin

(13 Wo.)
300!
1995 Volume V – Believe
77
(5 Wo.)
39
(1 Wo.)
300! 13
(4 Wo.)
300!
1997 Time for Change
300! 300! 300! 300! 300!
1999 @Remix.or.jp
300! 300! 300! 300! 300!

KompilationenBearbeiten

  • 1998: [The.Club.Mix.Hits]
  • 1998: The Greatest / ザ・グレイテスト (nur Japan)
  • 1999: Jazzie’s Groove
  • 2016: Origins: The Roots of Soul II Soul (Box mit 3 CDs; VÖ: 4. November)

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[6] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1988 Fairplay
Club Classics Vol. One
300! 300! 300! 63
(3 Wo.)
300!
feat. Rose Windross
Feel Free
Club Classics Vol. One
300! 300! 300! 64
(2 Wo.)
300!
feat. Doreen
1989 Jazzie’s Groove
Club Classics Vol. One
300! 300! 300! 300! 300!
Keep on Movin’
Club Classics Vol. One
13
(21 Wo.)
18
(10 Wo.)
18
(14 Wo.)
5
(14 Wo.)
300!
 Platin
feat. Caron Wheeler
Back to Life (However Do You Want Me)
Club Classics Vol. One
4
(21 Wo.)
13
(10 Wo.)
2
(20 Wo.)
1
 Silber

(14 Wo.)
4
 Platin

(28 Wo.)
feat. Caron Wheeler
Get a Life
Vol. II (1990 – A New Decade)
6
(18 Wo.)
8
(13 Wo.)
12
(11 Wo.)
3
(13 Wo.)
54
 Silber

(11 Wo.)
1990 A Dream’s Dream
Vol. II (1990 – A New Decade)
15
(14 Wo.)
16
(7 Wo.)
14
(11 Wo.)
6
(6 Wo.)
85
(5 Wo.)
People
Vol. II (1990 – A New Decade)
46
(10 Wo.)
300! 300! 300! 300!
Missing You
Vol. II (1990 – A New Decade)
300! 300! 300! 22
(7 Wo.)
300!
feat. Kym Mazelle
1992 Joy
Volume III – Just Right
21
(15 Wo.)
300! 21
(11 Wo.)
4
(7 Wo.)
300!
Move Me No Mountain
Volume III – Just Right
300! 300! 300! 31
(4 Wo.)
300!
feat. Kofi
Just Right
Volume III – Just Right
300! 300! 300! 38
(2 Wo.)
300!
1993 Wish
Volume IV – The Classic Singles
300! 300! 35
(4 Wo.)
24
(4 Wo.)
300!
1995 Love Enuff
Volume V – Believe
74
(5 Wo.)
300! 300! 12
(6 Wo.)
300!
I Care
Volume V – Believe
300! 300! 300! 17
(4 Wo.)
300!
1997 Represent
Time for Change
300! 300! 300! 39
(2 Wo.)
300!
Pleasure Dome
Time for Change
300! 300! 300! 51
(1 Wo.)
300!

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jazzie B Interview. (Nicht mehr online verfügbar.) DJHistory.com, archiviert vom Original am 10. Januar 2015; abgerufen am 19. November 2019.
  2. Jazzie B: Back II his roots. (Nicht mehr online verfügbar.) voice-online.co.uk, archiviert vom Original am 15. September 2017; abgerufen am 19. November 2019.
  3. Origins: The Roots of Soul II Soul
  4. Chartplatzierungen Alben: DE AT CH UK US
  5. Gold-/Platin-Auszeichnungen: Suchabfrage auf bpi.co.uk und auf riaa.com
  6. Chartplatzierungen Singles: DE AT CH UK US