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Ska Keller

deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), MdEP
Ska Keller 2018

Franziska Maria „Ska“ Keller (* 22. November 1981 in Wilhelm-Pieck-Stadt Guben) ist eine deutsche Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen. Sie war von 2007 bis 2009 Vorsitzende des Landesverbands Brandenburg und wurde 2009 im Alter von 27 Jahren erstmals ins Europäische Parlament gewählt. Dort ist sie seit dem 13. Dezember 2016 gemeinsam mit Philippe Lamberts Ko-Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion und Mitglied im Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE). Bei der Europawahl 2014 war Keller gemeinsam mit dem Franzosen José Bové die Spitzenkandidatin der Europäischen Grünen Partei[1], diese Funktion übt sie auch 2019 gemeinsam mit dem niederländischen Europaabgeordneten Bas Eickhout aus und ist dabei Kandidatin für die Präsidentschaft der Europäischen Kommission.[2]

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Franziska Keller studierte Islamwissenschaft, Turkologie und Judaistik an der FU Berlin und der Sabancı-Universität in Istanbul. Sie schloss das Studium 2010 als Magister ab.[3] Keller ist mit dem Finnlandschweden Markus Drake verheiratet, mit dem sie in Brüssel lebt. Sie spricht neben Deutsch fließend Englisch, Französisch, Spanisch sowie etwas Türkisch[4] und minimal Arabisch.[5]

PolitikBearbeiten

Ab 2001 war Keller Mitglied der Grünen Jugend und von 2001 bis 2004 Beisitzerin in deren Bundesvorstand. Von 2005 bis 2007 war sie Sprecherin der Vereinigung Junger Europäischer Grüner (FYEG).

2002 trat sie der Partei Bündnis 90/Die Grünen bei und war seit 2005 Mitglied im Landesvorstand Brandenburg. Zwischen 2005 und 2009 war sie Geschäftsführerin des Grünen-Kreisverbandes Spree-Neiße. Im November 2007 wurde sie zusammen mit Axel Vogel zu einer von zwei gleichberechtigten Vorstandssprechern der Brandenburger Grünen gewählt. Bis 2009 war sie Vorsitzende des Landesverbands Brandenburg der Grünen. In diesem Amt engagierte sie sich besonders für ein landesweites Volksbegehren gegen neue Tagebaue in Brandenburg, das gemeinsam von Parteien und Umweltverbänden initiiert wurde.

Wahl zum 7. Europäischen ParlamentBearbeiten

Von der Bundesdelegiertenkonferenz in Dortmund 2009 wurde Keller auf Listenplatz 7 der Europawahlliste der Grünen gewählt. Unter dem Motto Nicht nur Opa für Europa zog sie bei der Europawahl 2009 ins Europäische Parlament ein. Kellers politische Schwerpunkte im 7. Europäischen Parlament waren Migration und Asyl, Handel und Entwicklung sowie die Beziehungen der EU zur Türkei. Sie gehörte dem Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE), von 2009 bis 2012 dem Ausschuss für Entwicklung (DEVE) und seit 2012 dem Ausschuss für internationalen Handel (INTA) an.[6] Zudem gehört Ska Keller den Delegationen im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Türkei und EU-Mexiko an.[3]

Wahl zum 8. Europäischen ParlamentBearbeiten

Keller wurde im Januar 2014 bei einer Online-Befragung zur Spitzenkandidatin der Europäischen Grünen Partei für die Europawahl 2014 bestimmt. Von den abgegebenen Stimmen erhielt Keller 11.791 Stimmen, José Bové mit 11.726 nur knapp weniger. Es folgten Rebecca Harms mit 8170 und Monica Frassoni mit 5851 Stimmen.[7][8] Auf der Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Dresden im Vorfeld der Europawahl 2014 (7.–9. Februar 2014) wurde Keller hinter Rebecca Harms und Sven Giegold auf Platz 3 der Bundesliste der Grünen für die Europawahl nominiert.[9] Seit 2016 ist sie gemeinsam mit dem Belgier Philippe Lamberts Ko-Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/EFA. Ska Keller ist Mitglied der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Türkei sowie der Delegation im Parlamentarischen Ausschuss Cariforum-EU sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) sowie in der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Mexiko. Von 2014 bis 2017 gehörte sie dem Ausschuss für internationalen Handel (INTA) an. Im Januar 2019 war sie gemeinsam mit vier Bundestagsabgeordneten aus SPD, Linkspartei und Grünen Gast auf einem Schiff der Sea Watch im Mittelmeer.[10]

Wahl zum 9. Europäischen ParlamentBearbeiten

Am 24. November 2018 wurde Ska Keller neben dem niederländischen Europaabgeordneten Bas Eickhout zur Spitzenkandidatin der Europäischen Grünen Partei gewählt.[11] Ihre Europawahlkampagne starteten sie am 6. März 2019 unter dem Motto "Let's Act. Together.".[12]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ska Keller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ska Keller, MdEP: Europa - Ska Keller, MdEP. In: Ska Keller, MdEP. Abgerufen am 14. Dezember 2016.
  2. www.spiegel.de
  3. a b Über Ska Keller. In: skakeller.de.
  4. Lisa Caspari: Jung, freundlich, gefährlich. In: Zeit Online. 1. Februar 2014.
  5. „Das steht eigentlich nur auf dem Papier, dass ich das spreche“, in: „Ska Keller: 'Es geht darum, Europa zu verändern“, Interview mit DLR Kultur, 1. März 2014.
  6. 8th parliamentary term | Ska KELLER | MEPs | European Parliament. Abgerufen am 8. April 2019 (englisch).
  7. Ska Keller ist Spitzenkandidatin der Europäischen Grünen. In: Spiegel Online, 29. Januar 2014.
  8. European Green Party: Ska Keller and José Bové will lead the Greens in their European campaign, Pressemitteilung 29. Januar 2014.
  9. Hannah Beitzer: Erfahrung schlägt Jugend. In: sueddeutsche.de. 8. Februar 2014, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 8. April 2019]).
  10. Berliner Tageszeitung: Italien will gerettete Mütter und Kinder von Schiffen aufnehmen, 4. Januar 2019.
  11. European Greens elect leading duo. Abgerufen am 8. April 2019 (englisch).
  12. European Greens 2019 campaign - Let's act. Together! Abgerufen am 8. April 2019 (englisch).