Shinyanga (Region)

Shinyanga ist eine der 31 Regionen in Tansania, der Sitz der Verwaltung ist in der Stadt Shinyanga. Die Region grenzt im Norden an die Region Mwanza, im Osten an die Region Simiyu, im Süden an die Region Tabora und im Westen an die Region Geita.

Shinyanga
UgandaRuandaBurundiKeniaSomaliaMosambikMalawiDemokratische Republik KongoSambiaSambiaDaressalamUnguja KusiniUnguja Mjini MagharibiUnguja KaskaziniPemba NorthPemba SouthTangaPwaniLindiMtwaraKilimandscharoManyaraDodomaMorogoroRuvumaIringaNjombeMbeyaSongweSingidaArushaMaraMwanzaKageraShinyangaGeitaSimiyuKigomaRukwaKataviTaboraLage
Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Tansania
Region Shinyanga
Fläche 18.555 km²
Einwohner 1.534.808 (2012)
Dichte 83 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 TZ-22
Koordinaten: 3° 21′ S, 32° 5′ O
Shinyanga aus dem Flugzeug

GeographieBearbeiten

Die Region ist 18.555 Quadratkilometer groß und hat 1.534.808 Einwohner (Stand 2012). Sie liegt im Nordwesten von Tansania und ist Teil des Seengebietes.[1] Das Gebiet liegt in einer Höhe von 1000 bis 1500 Meter über dem Meer.[2][3]

Das Klima in Shinyanga ist ein tropisches Savannenklima, Aw nach der effektiven Klimaklassifikation. Die Monate Juni bis September sind sehr trocken, die Temperatur ist durchgehend hoch mit einer leichten Abkühlung in der Trockenzeit.[4]

Klimatabelle Shinyanga
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 29 29 29,1 28,6 28,7 29 28,9 29,9 31,2 32,3 29,8 29,1 Ø 29,6
Min. Temperatur (°C) 18,5 18,6 18,9 18,8 18,3 16,6 15,8 16,7 18,4 19,7 19 19,3 Ø 18,2
Temperatur (°C) 23,7 23,8 24 23,7 23,5 22,8 22,3 23,3 24,8 26 24,4 24,2 Ø 23,9
Niederschlag (mm) 111 105 145 128 45 4 1 2 7 34 97 142 Σ 821
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29
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28,9
15,8
29,9
16,7
31,2
18,4
32,3
19,7
29,8
19
29,1
19,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: climate-data.org

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 1963 wurde die Region Shinyanga aus der früheren Seeprovinz gebildet. Bei der Neudefinition der Verwaltungsstrukturen im Jahr 1997 wurde die Region Simiyu abgespalten, dies war die Geburtsstunde der Region in der heutigen Form.[1]

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Region Shinyanga wird in drei Distrikte, sechs Councils und 126 Gemeinden (Wards) untergliedert:[1]

 
Verwaltungsgliederung der Region Shinyanga
Distrikt Council Fläche

km²

Einwohner

2002

Einwohner

2012

Anzahl

Gemeinden

Kahama Kahama TC 1.515 161.547 242.208 20
Ushetu DC 5.311 433.344 523.802 20
Msalala DC 2.637 18
Kishapu Kishapu DC 4.334 239.305 272.990 25
Shinyanga Shinyanga DC 4.212 276.393 334.417 26
Shinyanga MC 548 134.523 161.391 17
Summe Shinyanga Region 18.555 1.245.112 1.534.808 126

BevölkerungBearbeiten

Die größte ethnische Gruppe in Shinyanga sind die Sukuma, die mit mehr als einer Million Mitglieder eine der größten Bevölkerungsgruppen in Tansania sind.[5]

Die durchschnittliche Haushaltsgröße lag im Jahr 2012 bei 5,8 Personen. Das Durchschnittsalter bei der Eheschließung stieg bei Männern von 24,2 Jahre im Jahr 2002 auf 26 Jahre in 2012, bei Frauen von 19,2 auf 22,2 Jahre im gleichen Zeitraum.[6]

BevölkerungspyramideBearbeiten

Die Bevölkerung ist sehr jung, fast die Hälfte der Einwohner ist jünger als fünfzehn Jahre. Auffallend ist, dass das Geschlechterverhältnis bis zum Alter von fünfzehn Jahren und bei den über Vierzigjährigen ausgeglichen ist, dazwischen gibt es aber mehr Frauen als Männer, so kommen im Alter 20 bis 24 Jahre auf hundert Frauen nur 84 Männer:[7]

ReligionenBearbeiten

  • Katholiken: Seit dem Jahr 1970 ist Shinyanga eine eigenständige Diözese. Sie untersteht der Erzdiözese Mwanza. Das Gebiet der Diözese ist größer als die Region und umfasst rund 31.500 Quadratkilometer. Ungefähr dreißig Prozent der Einwohner sind Katholiken.[8][9]

Einrichtungen und DienstleistungenBearbeiten

Shinyanga ist eine der ärmsten Regionen von Tansania, gekennzeichnet durch hohe Geburtenraten bei Jugendlichen und Eheschließungen von Kindern.[10]

  • Bildung: In der Region gab es 1106 Grundschulen und 120 weiterführende Schulen (Stand 2006/2008). Die Abschlussquote in der Grundschule stieg von 55 Prozent im Jahr 2000 auf 68 Prozent im Jahr 2005.[11] Im Jahr 2012 war ein Viertel der Über-Fünfjährigen aktuell in einer Schule, ein Drittel hatte eine abgeschlossene Schulbildung und ein Drittel war nie in einer Schule.[12]
  • Gesundheit: Über 60 Prozent der Geburten erfolgten in einem Krankenhaus, knapp unter 40 Prozent waren Hausgeburten.[13] Im Jahr 2012 hatten sieben Prozent der Bevölkerung eine Sozialversicherung[14]
 
Wasserquelle im Dorf Mwamongu
 
Wassertransport
  • Wasser: Eine Versorgung mit gutem Trinkwasser hatten 43 Prozent der Bevölkerung, 32 Prozent der Landbevölkerung und 81 Prozent in der Stadt. Dazu zählen Leitungswasser im Haus oder in der Öffentlichkeit, sowie geschützte Brunnen und Quellen. 57 Prozent bezogen ihr Wasser aus ungeschützten Quellen, Regenwasser, aus Gewässern oder bekamen Wasser in einem Tank angeliefert.[15]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Der wichtigste Wirtschaftszweig der Region ist die Landwirtschaft, rund 80 Prozent der Bevölkerung leben davon.[16] Eine Studie in 120 Haushalten zeigt, dass im Jahr 2014 mehr als die Hälfte des Einkommens vom Ackerbau, mehr als ein Viertel aus der Viehzucht und sieben Prozent aus der Forstwirtschaft kamen.[2]

LandwirtschaftBearbeiten

Zwei Drittel der Gesamtfläche von 18.555 Quadratkilometer sind für die Landwirtschaft geeignet, davon werden rund 60 Prozent bewirtschaftet (Stand 2018). Für die eigene Ernährung werden hauptsächlich Hirse, Reis, Mais, Süßkartoffeln und Maniok angebaut, für den Verkauf bestimmt sind Baumwolle, Tabak, Sonnenblumen, Linsen, Nüsse, Leinsamen und Sesam.[17]

Neben dem Ackerbau ist die Viehzucht eine wichtige Einnahmequelle. Im Jahr 2018 wurden in der Region 1,2 Millionen Rinder, 760.000 Ziegen, 370.000 Schafe und 2 Millionen Hühner gehalten. Der Großteil der Tiere sind einheimische Rassen.[18]

ForstwirtschaftBearbeiten

Das Gebiet hatte ursprünglich große Akazien- und Miombo-Wälder. Sie wurden gerodet, um die Tsetse-Fliegen, die Malaria-Überträger sind, auszurotten und um die landwirtschaftlichen Flächen zu vergrößern. Im Jahr 1986 startete Präsident Julius Nyerere gemeinsam mit der Regierung von Norwegen und mehreren NGOs ein Aufforstungsprogramm, das bis 2004 rund 30.000 Hektar Wald wieder herstellte.[19][20]

BergbauBearbeiten

 
Diamantenmine in Mwadui

In Mwadui werden Diamanten gefunden, in Bulyanhulu und Buzwagi wird Gold abgebaut.[21] Die Diamantmine in Mwadui ist seit 1940 in Betrieb. Im Jahr 2019 wurden in 580 Meter Tiefe 400.000 Karat Diamanten gefunden.[22] Aus der Goldmine in Buzwagi konnten im Jahr 2011 von 2000 Arbeitern 5,6 Tonnen Gold gewonnen werden, in Bulyanhulu wurden im gleichen Jahr 7,4 Tonnen mit 2850 Arbeitern gefördert.[23][24]

InfrastrukturBearbeiten

  • Eisenbahn: Durch Shinyanga verläuft die nördliche Strecke der Tanganjikabahn von Daressalam nach Mwanza.[25]
  • Straßen: Die Nationalstraße T8 verläuft durch Shinyanga. Sie ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung in Tansania, die von Mbeya im Süden nach Mwanza im Norden führt.[26]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Kigosi-Nationalpark: Das 7460 Quadratkilometer große Gebiet wurde im Jahr 1983 als Wildreservat eingerichtet und 2019 zum Nationalpark erklärt. Es liegt im Westen der Region und reicht auch in die Region Tabora hinein.[27][28] Es hat das größte Feuchtgebiet aller ostafrikanischgen Reservate und ist besonders reich an Vögeln und Säugetieren.[29]
  • Maswa Wildreservat: Das Maswa Wildreservat erstreckt sich über die Regionen Simiyu und Shinyanga und ist 2200 Quadratkilometer groß.[28] Es wurde im Jahr 1962 eingerichtet. Besonders sehenswert sind seine Akazien- und Feigenbäume sowie große Populationen von Büffeln, Löwen, Antilopen, Thomson Gazellen und Leoparden.[29]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c History | Shinyanga Region. Abgerufen am 28. November 2019.
  2. a b Andina Auria, Dwi Putri, Demetrius L Kweka: The Case of Ngitilis in the Shinyanga Region, Tanzania. In: REDD+ on the ground. Center for International Forestry Research., 2014, abgerufen am 29. November 2019.
  3. Maps for thr World, Map 500k--xa36-3, Map 500k--xa36-4. Russian Army Maps, abgerufen am 26. November 2019 (russisch).
  4. Climate Shinyanga: Temperature, climate graph, Climate table for Shinyanga – Climate-Data.org. Abgerufen am 29. November 2019.
  5. John Ndembwike: Tanzania: The Land and Its People. New Africa Press, 2006, S. 31.
  6. Basic Demographic and Socio-Economic Profile. (pdf) National Bureau of Statistics, April 2014, S. 42, 52, abgerufen am 1. Dezember 2019.
  7. Tanzania Regional Profiles, 17. Shimnyanga Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, S. 18, 62, abgerufen am 23. November 2019.
  8. Archdiocese of Mwanza. In: Catholic-Hierarchy. Abgerufen am 21. November 2020.
  9. Diocese of Shinyanga. In: Catholic-Hierarchy. Abgerufen am 21. November 2020.
  10. Opportunities and possibilities Shinyanga Region. (pdf) United Nations Population Fund, abgerufen am 1. Dezember 2019.
  11. Social Economics of Tanzania, 2016 – Tanzania Data Portal. Abgerufen am 1. Dezember 2019.
  12. Tanzania Regional Profiles, 17. Shimnyanga Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, S. 72, abgerufen am 23. November 2019.
  13. Tanzania Demographic and Health Survey 2015–2016. (pdf) Ministry of Health, Community Development, Gender, Elderly and Children, Dezember 2016, S. 181, abgerufen am 1. Dezember 2019.
  14. Tanzania Regional Profiles, 17. Shimnyanga Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, S. 121, abgerufen am 23. November 2019.
  15. Tanzania Regional Profiles, 17. Shimnyanga Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, S. 110, abgerufen am 23. November 2019.
  16. Economic Activity: Landwirtschaft | Shinyanga Region. Regional Administration and Local Government, abgerufen am 29. November 2019 (Suaheli).
  17. Economic Activity: Ackerbau | Shinyanga Region. Regional Administration and Local Government, abgerufen am 29. November 2019 (Suaheli).
  18. Economic Activity: Viehzucht | Shinyanga Region. Regional Administration and Local Government, abgerufen am 29. November 2019 (Suaheli).
  19. Edmund Barrow: 300,000 Hectares Restored in Shinyanga, Tanzania. In: S.A.P.I.EN.S. Surveys and Perspectives Integrating Environment and Society. Nr. 7.2, 23. April 2014, ISSN 1993-3800 (Online [abgerufen am 1. Dezember 2019]).
  20. Restoration Resource Center Tanzania: Forest Restoration in the Shinyanga Region. Abgerufen am 1. Dezember 2019.
  21. Economic Activities: Mining | Shinyanga Region. Regional Administration and Local Government, abgerufen am 29. November 2019 (Suaheli).
  22. Petra Diamonds | Williamson. Abgerufen am 29. November 2019.
  23. Buzwagi Gold Mine, Shinyanga. In: Mining Technology | Mining News and Views Updated Daily. Abgerufen am 29. November 2019 (britisches Englisch).
  24. Bulyanhulu Gold Mine, Kahama, Shinyanga. In: Mining Technology | Mining News and Views Updated Daily. Abgerufen am 1. Dezember 2019 (britisches Englisch).
  25. Trunk Roads Network. (pdf) Abgerufen am 30. November 2019.
  26. Tanzania, Trunk Road Network. (pdf) The United Republic of Tanzania, abgerufen am 30. November 2019.
  27. Tanzania National Parks. The United Republic of Tanzania, abgerufen am 29. September 2020.
  28. a b Tanzania in Figures 2018. (pdf) The United Republic of Tanzania, Juni 2019, S. 9, abgerufen am 30. November 2019.
  29. a b Visit Tanzania | Game Reserves. Abgerufen am 30. November 2019.