Manyara (Region)

Region in Tansania

Koordinaten: 4° 13′ S, 35° 43′ O

Region Manyara
UgandaRuandaBurundiKeniaSomaliaMosambikMalawiDemokratische Republik KongoSambiaSambiaDaressalamUnguja KusiniUnguja Mjini MagharibiUnguja KaskaziniPemba NorthPemba SouthTanga (Region)Pwani (Region)Lindi (Region)Mtwara (Region)Kilimandscharo (Region)Manyara (Region)Dodoma (Region)Morogoro (Region)Ruvuma (Region)Iringa (Region)Mbeya (Region)Singida (Region)Arusha (Region)Mara (Region)Mwanza (Region)Kagera (Region)Shinyanga (Region)Kigoma (Region)Rukwa (Region)Tabora (Region)Lage der Region Manyara in Tansania
Über dieses Bild
Lage der Region Manyara in Tansania
Basisdaten
Staat Tansania
Region Manyara
Fläche 50.921 km²
Einwohner 1.425.131 (2012)
Dichte 28 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 TZ-26

Manyara ist eine der 31 Regionen in Tansania, der Sitz der Verwaltung ist in Babati. Die Region grenzt im Norden an an die Region Arusha, im Nordosten an die Region Kilimandscharo, im Osten an die Region Tanga, im Süden an die Region Dodoma und im Westen an die Region Singida.

Der Babati See mit dem Berg Hanang im Hintergrund
Der Manyara See

GeographieBearbeiten

Die Region ist 50.921 Quadratkilometer groß und hat 1.425.131 Einwohner (Stand 2012).[1] Das Land liegt in einer Höhe von 1000 bis 2000 Meter über dem Meer. Die höchsten Berge sind der Oldeani an der Grenze zu Arusha mit 3,188 und der Hanang mit 3.103 Meter über dem Meer.[2] Im Nordwesten, an der Grenze zu Arusha, liegt der fünfzig Kilometer lange und sechzehn Kilometer breite Manyara-See.[3] Der größte Fluss der Region ist der Pangani, der im Osten entlang der Grenze zur Region Kilimandscharo nach Süden in die Region Tanga fließt und dort in den Indischen Ozean mündet.[4]

Manyara liegt abhängig von der geographischen Lage in verschiedenen Klimazonen, der größte Teil des Landes hat warmsommerliches Mittelmeerklima, Csb in der effektiven Klimaklassifikation. Agrarökologisch lässt sich das Gebiet in drei Zonen einteilen:[5]

  • Das Hochland des Grabenbruchs: Hier fallen 800 bis 1000 Millimeter Regen im Jahr. Die Temperatur liegt zwischen 20 und 25 Grad Celsius, weshalb das Gebiet in der deutschen Kolonialzeit auch als "Winter Hochland" bezeichnet wurde.
  • Das halbtrockene Mittelland: Diese ebene Zone liegt etwas über 1000 Meter über dem Meer. Es fällt wenig Niederschlag, im Durchschnitt zwischen 450 und 700 Millimeter im Jahr.
  • Die Massai Steppe: Die offenen Grasland-Steppe geht allmählich in Buschland über. Hier fallen nur 350 bis 400 Millimeter Regen jährlich.

Es gibt meist zwei Regenzeiten, kurze Regenschauer fallen in den Monaten Oktober bis Dezember, lange Regenfälle gibt es von Februar bis Juni, dazwischen liegen zwei Trockenperioden. Die Temperaturen schwanken abhängig von der geographischen Lage zwischen 13 Grad Celsius im Frühjahr und 33 Grad im Sommer.[6][7]


Klimatabelle Babati
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 27,5 27,8 27,1 26,3 24,1 23,5 22,6 23,9 26 27,4 27,8 27,5 Ø 25,9
Min. Temperatur (°C) 15,2 15,1 16 16,6 14,9 13 11,7 12,5 13,7 14,4 15,8 15,8 Ø 14,6
Temperatur (°C) 21,3 21,4 21,5 21,4 19,5 18,2 17,1 18,2 19,8 20,9 21,8 21,6 Ø 20,2
Niederschlag (mm) 94 91 151 182 69 5 2 0 4 17 81 135 Σ 831
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
27,5
15,2
27,8
15,1
27,1
16
26,3
16,6
24,1
14,9
23,5
13
22,6
11,7
23,9
12,5
26
13,7
27,4
14,4
27,8
15,8
27,5
15,8
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
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s
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a
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94
91
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69
5
2
0
4
17
81
135
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: climate-data.org

GeschichteBearbeiten

Das Gebiet von Manyara war während der Kolonialzeit Teil der Nordprovinz. Als Tansania die Unabhängigkeit erlangte, gehörte Manyara zur Region Arusha, im Jahr 2002 wurde Manyara eine eigenständige Region.[6]

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Region Manyara wird in fünf Distrikte und sieben Councils (Local Government Authorities) untergliedert:[8]

 
Distrikte der Region Manyara (grün: Hauptstraßen)
Distrikt Council Fläche

km2

Einwohner

2012

Wards
Babati Babati TC 461 93.108 8
Babati DC 5.608 312.392 25
Hanan'g Hanan'g 3.814 275.990 33
Kieto Kieto 16.645 244.669 23
Mbulu Mbulu TC 4.452 320.279 35
Mbulu DC
Simanjiro Simanjiro 19.941 178.693 18

BevölkerungBearbeiten

Die Bevölkerung in der Region gehört zu den großen ethischen Gruppen der Bantu und der Niloten. Manyara ist eine Region mit hohem Bevölkerungswachstum und hat eine niedrige HIV-Prävalenz.[6] Fast drei Viertel der Bevölkerung können Lesen und Schreiben, 77 Prozent der Männer und 68 Prozent der Frauen:[9]

 

Die Gegenüberstellung der Alterstrukturen der Landbevölkerung und der Stadtbevölkerung zeigt bei der Landbevölkerung die für viele afrikanische Regionen typische Breite Basis, den hohen Anteil an Unter-Fünfzenhjährigen. Die Stadtbevölkerung dagegen hat eine Ausbuchtung in der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahre. Dies deutet darauf hin, dass es eine Zuwanderung von Jugendlichen in die Stadt gibt.[10]

 

Einrichtungen und DienstleistungenBearbeiten

  • Bildung: In der Region gibt es 640 Grundschulen und 156 weiterführende Schulen (Stand 2018).[11]
  • Gesundheit: Für die medizinische Betreuung der Bevölkerung stehen 192 Gesundheitszentren ur Verfügung.[11]
  • Wasser: Zugang zu sauberem und sicherem Wasser hatten 48 Prozent der Bevölkerung. 52 Prozent bekamen ihr Wasser aus ungeschützten Quellen, von Regenwasser, aus Gewässern oder mit Tankwagen.[12]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die wichtigsten wirtschaftlichen Tätigkeiten sind die Landwirtschaft und der Bergbau.[13]

LandwirtschaftBearbeiten

1,5 Millionen Hektar, das ist rund ein Viertel der Landesfläche, ist für Ackerbau geeignet, 870.000 Hektar werden landwirtschaftlich genutzt.[14] Die Bauernhöfe werden meist von Kleinbauern betrieben, die Mais, Bohnen, Erbsen, Sonnenblumen, Zwiebeln, Knoblauch, Reis und Hirse als Grundnahrungsmittel anbauen. Die wichtigsten für den Verkauf bestimmten Früchte sind Mais, Bohnen, Erbsen, Weizen und Sonnenblumen (Stand 2018).[13] Von den insgesamt 271.000 Haushalten halten 150.000 Nutztiere. Die häufigsten Tiere waren Hühner, Rinder und Ziegen (Stand 2012).[15]

 
 
Fischer auf dem Babati-See
 
Der Nyumba ya Mungu Stausee, im Hintergrund der Kilimandscharo

FischereiBearbeiten

In der Region gibt es sieben Seen, wo der Fischfang eine wichtige wirtschaftliche Tätigkeit für die umliegenden Gemeinden ist. Neben den Seen Manyara, Babati und Burunge im Distrikt Babati, Bassoutu, Balang'dalalu und Basodesh im Distrikt Hanang und Tlawi im Distrikt Mbulu wird die Fischerei auch in den Flüssen Ruvu, Pangani und Tarangire, sowie im Nyumba ya Mungu Stausee betrieben.[13]

BergbauBearbeiten

In Manyara werden Mineralien gefunden, vor allem Tansanit, Rubin, grüner Granat und grüner Turmalin.[13]

Gewerbe und IndustrieBearbeiten

Von den 2400 Unternehmen in Manyara sind 99 Prozent Klein- und Kleinstunternehmen. Größere Betriebe sind (Stand 2019):[16]

  • Minjingu Mines & Fertilizers: Die Firma mit Sitz im Distrikt Babati baut jährlich 100.000 Tonnen Phosphat ab und stellt daraus Düngemittel her.[17]
  • TanzaniteOne: 650 Mitarbeiter bauen Tanzanit in Merelani ab, verkaufen rohen Tanzanit und schleifen Tanzanit.[18]
  • Manyara Zuckerfabrik: Die Zuckerfabrik Manyara Sugar Limited erzeugte 2016/17 über 4000 Tonnen Zucker.[19]
 
Zebras im Tarangire Nationalpark
 
Büffel im Manyara Nationalpark

TourismusBearbeiten

Die Hauptattraktionen für den Fremdenverkehr sind die Nationalparks mit ihrem Reichtum an Großwild und Vögeln.[20]

VerkehrBearbeiten

  • Straße: Babati liegt an der Nationalstraße T6, die Dodoma mit Arusha verbindet. Von dieser zweigt in Babati die T14 ab, die nach Singida führt. Die Straße von Babati nach Norden, nach Arusha und Moshi, ist asphaltiert.[21][22]
  • Flughafen: Der Flughafen Lake Manyara mit 29.000 Passagieren im Jahr 2018 hat nur lokale Bedeutung.[2]
 
Giraffe am Lake Manyara
 
Gabelracke im Manyara Nationalpark

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Tarangire-Nationalpark: Er ist mit 2850 Quadratkilometer der sechstgrößte Nationalpark in Tansania, der auch in die Regionen Arusha und Dodoma reicht. Der Tarangire Fluss ist die einzige Wasserquelle. In der Trockenzeit wandern Hunderte Elefanten, Herden von Gnus, Zebras, Büffel, Impalas und Gazellen zu den schrumpfenden Wasserstellen.[2][23]
  • Lake-Manyara-Nationalpark: Der 648 Quadratkilometer große Park rund um den Sodasee an der Grenze zu Arusha ist speziell für seine Flamingos und die baumkletternden Löwen bekannt.[2][24]
  • Mkungunero Wildreservat: Dieses 744 Quadratkilometer große Wildreservat wurde im Jahr 1996 als Pufferzone zum Tarangire Nationalpark eingerichtet. Teilweise liegt es auch in der Region Dodoma und umfasst Grasflächen, Buschzonen mit Akazien und Miombo-Wälder.[2][25]
  • Suledo Waldreservat: Im Jahr 1993 wurde das 167.400 Hektar große Miombo-Wald-Reservat eingerichtet, um die Waldausbeutung einzudämmen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde durch Einbindung der lokalen Behörden eine wirtschaftliche Grundlage für 50.000 Menschen in neun Dörfern geschaffen. Im Jahr 2002 wurde dem Projekt der Äquator-Preis der Vereinten Nationen verliehen.[26]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tanzania Regional Profiles, 21 Manyara Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 12, abgerufen am 2. Dezember 2019.
  2. a b c d e Tanzania in Figures 2018. (pdf) The United Republic of Tanzania, S. 8, abgerufen am 2. Dezember 2019.
  3. Lake Manyara, Tanzania. Encyclopaedia Britrannica, abgerufen am 2. Dezember 2019 (englisch).
  4. Maps of the World. Russian Army Maps, S. Map 500k--xa36-4, Map 500k--xa37-3, Map 500k--xb36-2, Map 500k--xb37-1, abgerufen am 2. Dezember 2019 (russisch).
  5. The United Republic of Tanzania (Hrsg.): Manyara Region Investment Guide. 2019, ISBN 978-9976-52319-5, S. 13–14 (esrf.or.tz [PDF]).
  6. a b c Historia | Manyara Regional Secretariat. Abgerufen am 2. Dezember 2019 (Suaheli).
  7. Climate Manyara: Temperature, climate graph, Climate table for Manyara - Climate-Data.org. Abgerufen am 2. Dezember 2019.
  8. The United Republic of Tanzania (Hrsg.): Manyara Region Investment Guide. 2019, ISBN 978-9976-52319-5, S. 10 (esrf.or.tz [PDF]).
  9. Tanzania Regional Profiles, 21 Manyara Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 18, 62, abgerufen am 2. Dezember 2019.
  10. Tanzania Regional Profiles, 21 Manyara Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 21, abgerufen am 2. Dezember 2019.
  11. a b Statistics | Manyara Regional Secretariat. Abgerufen am 2. Dezember 2019.
  12. Tanzania Regional Profiles, 21 Manyara Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 105, abgerufen am 2. Dezember 2019.
  13. a b c d The United Republic of Tanzania (Hrsg.): Manyara Region Investment Guide. 2019, ISBN 978-9976-52319-5, S. XII–XIII (esrf.or.tz [PDF]).
  14. Economic Activity Agriculture | Manyara Regional Secretariat. Abgerufen am 2. Dezember 2019 (Suaheli).
  15. Tanzania Regional Profiles, 21 Manyara Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 121, abgerufen am 2. Dezember 2019.
  16. The United Republic of Tanzania (Hrsg.): Manyara Region Investment Guide. 2019, ISBN 978-9976-52319-5, S. 31–32 (esrf.or.tz [PDF]).
  17. Minjingu Mines & Fertilizer Ltd. Abgerufen am 3. Dezember 2019.
  18. Tanzanite One Mining Ltd. Abgerufen am 3. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  19. Alex Malanga: Tanzania: Bad Weather, Breakdowns Hinder Big Four's Sugar Production. 11. August 2018, abgerufen am 3. Dezember 2019 (englisch).
  20. The United Republic of Tanzania (Hrsg.): Manyara Region Investment Guide. 2019, ISBN 978-9976-52319-5, S. 25 ff. (esrf.or.tz [PDF]).
  21. Manyara Regional Strategic Plan 2016/17 to 2010/21. (pdf) President's Office, Regional Adminsitration and Local Government, Februar 2016, S. 12, abgerufen am 2. Dezember 2019.
  22. Tabzania Trunk Road Network. The United Republic of Tanzania, abgerufen am 2. Dezember 2019.
  23. Tarangire National Park Tanzania | Unbiased, informative and accurate. Abgerufen am 3. Dezember 2019.
  24. Lake Manyara National Park Tanzania, Things To Do, What To See. Abgerufen am 3. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  25. Zanpedia, Mkungunero Game Reserve. Abgerufen am 3. Dezember 2019.
  26. Suledo Forest Community. (pdf) United Nations Development Programme, 2012, abgerufen am 3. Dezember 2019.