Serval

Art der Gattung Leptailurus

Der Serval (Leptailurus serval) ist eine mittelgroße Art der Katzen, die meist auf ockergelbem Grund schwarz gefleckt ist. Die sehr schlanke und hohe Art zeichnet sich durch sehr lange Beine und einen kleinen Kopf mit großen Ohren aus. Er lebt als Jäger in den Steppen und Savannen in Afrika und ernährt sich vor allem von kleinen Nagetieren, die er durch sein sehr gutes Gehör aufspürt.

Serval
Serval

Serval

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Leptailurus
Art: Serval
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Leptailurus
Sewerzow, 1858
Wissenschaftlicher Name der Art
Leptailurus serval
(Schreber, 1776)

Die Bezeichnung Serval stammt vermutlich von dem portugiesischen Wort lobo-cerval ab, das übersetzt Luchs bedeutet.[1] Es entstand im 18. Jahrhundert und findet sich in dieser oder ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.

MerkmaleBearbeiten

Der Serval erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 59 bis 92 Zentimetern und eine Schwanzlänge von 20 bis 38 Zentimetern, die Schulterhöhe beträgt bis zu 60 Zentimeter.[2] Das Körpergewicht beträgt zwischen 7 und 13,5 Kilogramm, wobei die Männchen in der Regel etwas schwerer als die Weibchen sind. Damit ist er um etwa 20 Zentimeter höher gebaut als der südamerikanische Ozelot, der eine ähnliche Körperlänge hat, und der Karakal, der ein ähnliches Gewicht aufweist.[3] Der Körper ist sehr schlank gebaut mit einem kleinen, leicht gebauten, Kopf sowie einem vergleichsweise kurzen Schwanz. Die Beine sind sehr lang, innerhalb der Katzenfamilie hat keine andere Art im Verhältnis längere Beine. Dabei tragen vor allem verlängerte Mittelfußknochen zu dieser Länge bei.[2]

Das Fell ist gelbbraun sandfarben bis goldgelb mit deutlicher brauner Fleckung aus teilweise punktförmigen kleinen und größeren Flecken, die vor allem im Bereich des Nackens, auf der Schulter und an den Beinen Streifen bilden können. Das Fell und die Fleckung ähneln dabei denen des Geparden.[2] Das Fleckenmuster weist große individuelle Unterschiede auf. So gibt es Servale mit sehr kleinen Flecken, während andere große Flecken haben, die am Nacken und Rücken in Streifen übergehen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hielten Taxonomen es für möglich, dass es sich bei den klein- und großgefleckten Servalen jeweils um eigenständige Arten handelt. Bei den gestreiften Formen ziehen sich drei bis vier lange braune Streifen vom Hinterkopf auf die Schultern, die sich dann auf dem Rücken in Punktreihen auflösen.[1] In Hochlandgebieten Ostafrikas, beispielsweise den Aberdare-Bergen in Kenia und in Äthiopien, gibt es auch vollkommen schwarze, melanistische, Servale, die anfangs gleichfalls für eine eigene Art gehalten wurden. Die meisten dieser melanistischen Servale wurden in Höhenlagen zwischen 2440 und 2745 Meter gesichtet.[3] Daneben kommen auch leuzistische Tier mit weißer Fellfarbe vor.

Die Schnauze, das Kinn und die Kehle sind weiß, die Färbung geht in das goldgelbe Gesichtsfell mit kleinen dunklen Flecken auf den Wangen und über den Augen über. Die Nase ist ganz oder teilweise rosafarben. Die Augen sind schwarz umrandet mit kupferbrauner oder grünlicher Iris.[1] Die Ohrmuscheln sind im Verhältnis zur Kopfgröße sehr groß und ovalrund. Sie sind in der Innenseite lang behaart und die Rückseite ist schwarz mit einem weißen Fleck oder einer weißen Linie. Die Paukenblase am Schädel ist ebenfalls groß ausgebildet.[2] Die Brust und der Bauch sind hell sandfarben bis weißlich mit langen Haaren.[1]

Die Tiere besitzen einen diploiden Chromosomensatz aus 2n = 36 Chromosomen.[1]

Verbreitungsgebiet und LebensraumBearbeiten

 
Verbreitungsgebiet des Servals

Der Serval kommt ausschließlich in Afrika vor. Südlich der Sahara ist er noch weit verbreitet: er gehört zur Fauna der meisten Länder vom Senegal im Westen und Somalia im Osten Afrikas bis in den Süden der Republik Südafrika. Allerdings hat der Serval sehr spezifische Ansprüche an seinen Lebensraum, so dass er nur jeweils einzelne Regionen in diesem Verbreitungsgebiet bewohnt. In der südafrikanischen Kapprovinz ist er beispielsweise ausgestorben.[4]

Noch bis in jüngere Zeit kam der Serval in Nordafrika vor. Es ist unsicher, ob es noch Servalpopulationen in Marokko und Tunesien gibt. Die letzten bestätigten Sichtungen stammen hier aus den 1970er Jahren. In Algerien wurde das letzte Exemplar 1880 gesichtet.[4]

Servale bewohnen verschiedene Typen von Grasland. Ihr Vorkommen ist an das Vorhandensein von Wasser und einer Vegetation aus Gras und Schilf gebunden. In Wüsten oder Halbwüsten kommen sie nicht vor, können aber dort überleben, wo Wasserläufe solche trockenen Regionen durchziehen. Auch Wald können sie bewohnen, sofern der Baumwuchs schütter und immer wieder von Lichtungen durchbrochen ist. In den dichten Waldbeständen des äquatorialen Westafrikas fehlen Servale jedoch vollständig.[5] Sofern Wasser, Nahrung und Deckung vorhanden sind, scheinen das jeweilige Mikroklima und die Höhenlage keine Restriktionen für diese Katzenart darzustellen. Man hat sie in 3000 m Höhe auf den Mooren des Aberdare-Nationalparks in Kenia beobachtet. Auch im Kamberg Nature Reserve der südafrikanischen Midlands kommen sie vor, wo im afrikanischen Winter regelmäßig Frosttemperaturen herrschen und gelegentlich sogar Schnee fällt.[5]

LebensweiseBearbeiten

 
Porträt eines Servals

Servale werden gelegentlich als nachtaktiv bezeichnet, ihr Aktivitätsmuster ist aber häufig sowohl durch die Anwesenheit von Menschen beeinflusst als auch durch das Verhalten ihrer Beutetiere. In Regionen, in denen sie viele große, nachtaktive Nahrungskonkurrenten haben, weichen sie auf andere Tageszeiten aus. In ungestörten Gebieten des Ngorongoro ist der Serval überwiegend am frühen Morgen und in den späten Nachmittagsstunden unterwegs. Während der Nacht begibt er sich alle drei Stunden auf eine kurze Jagd. Während der heißesten Tagestemperatur ruht er gewöhnlich im Schatten. Diese Ergebnisse wurden auch durch Studien an sechs Servalen bestätigt, deren Aktivitätsmuster im Kamberg Nature Reserve mit Hilfe von Funksendern untersucht wurden. Insbesondere an dunstigen oder bewölkten Tagen waren sie hier auch während des Tages auf Jagd. Im Rustenburg Nature Reserve unweit der südafrikanischen Stadt Rustenburg waren die dortigen Servale dagegen überwiegend nachtaktiv.[5]

Untersuchungen zum Revierverhalten von Servalen liegen vor allem aus dem Gebiet des Ngorongoro-Kraters vor. Dort haben Weibchen ein Revier von mindestens 9,5 Quadratkilometer während die der Männchen mit 11,6 Quadratkilometer unwesentlich größer sind. Reviere von Weibchen überlappten sich dabei nur geringfügig.[6] Servale markieren ihr Revier mit Duftmarken. Ein im Ngorongoro-Krater beobachtetes Männchen hinterließ über eine Periode von 12 Stunden pro Stunde durchschnittlich 41 Duftmarken.[6] Bei Weibchen ist das Verhalten etwas weniger intensiv ausgeprägt.

Nahrung und JagdweiseBearbeiten

 
Sprungvermögen eines Servals

Der Serval ist ein Jäger, der mit seinen hohen Beinen und seinem sehr gutem Gehör darauf spezialisiert, kleine Säuger in hohem Gras zu jagen.[7] 90 Prozent der Nahrung eines Servals bestehen aus solchen Säugetieren, die gewöhnlich weniger als 200 Gramm und damit weniger als 2 % seines eigenen Körpergewichts wiegen.[7] Daneben jagt der Serval auch kleine Vögel, Eidechsen, Schlangen, Frösche und Insekten. In Simbabwe machen Vielzitzenmäuse, die zwischen 20 und 80 Gramm wiegen, und die zwischen 100 und 200 Gramm schweren Lamellenzahnratten den größten Teil seiner Beute aus. In Tansania spielt neben Lamellenzahnratten auch die nur etwa fünf Gramm schwere Afrikanische Zwergmaus in seiner Ernährung eine größere Rolle.[3] Bei der Jagd meiden Servale auch feuchtere Zonen ihres Revieres nicht und jagen auch Frösche und Wasservögel. Bei in Gefangenschaft gehaltenen Servalen hat man beobachtet, wie sie mit ihren Pfoten Fische aus dem Wasser angeln. Sie ergreifen auch größere Beute wie beispielsweise Hasen, Flamingos und junge Antilopen, jedoch stellt dies nur eine gelegentliche Beute dar.

Jagende Servale laufen gewöhnlich langsam durch das Grasland und halten immer wieder inne, um nach Beutetieren zu lauschen. Gelegentlich setzen sie sich für längere Zeit nieder und warten, bis sie ein Geräusch vernehmen, das auf Beutetiere hinweist. Haben sie das Geräusch lokalisiert, nähern sie sich zunächst vorsichtig und springen dann fuchsähnlich mit einem hohen Satz nach dem Beutetier. Dabei versuchen sie das Beutetier mit einer oder beiden Pfoten zu ergreifen. Fangen sie das Beutetier nicht mit dem ersten Sprung, folgen mehrere schnelle steifbeinige Sprünge, bei denen der Serval mit allen vier Pfoten in der Luft ist. Dies ist eine für Servale charakteristische Jagdweise.[5] Mit ihren beweglichen Pfoten sind sie in der Lage, in Erdbauen nach Nagetieren zu greifen. Sie graben gelegentlich auch, um an in Erdbaue geflüchtete Nagetiere zu gelangen. Ein junges Männchen wurde auch dabei beobachtet, wie es auf den Hinterbeinen stand und versuchte, mit seinen Vorderpfoten aus Schwalbennestern die Nestlinge herauszuangeln.[3] Schlangen töten sie, indem sie mit ihren Pfoten nach ihnen schlagen oder sie mehrmals schnell beißen. Insbesondere jüngere Servale spielen mit ihrer Beute, bevor sie diese fressen. Beim Spielverhalten werfen sie gelegentlich ihre Beute in die Luft und fangen diese wieder.[3]

Servale sind auf Grund ihrer Sprungfähigkeiten auch in der Lage, Vögel in der Luft zu fangen. Sie greifen dabei die auffliegenden Vögel mit den Vorderpfoten und landen dann nur auf den Hinterpfoten. Mit einem einzigen Sprung können Servale eine Distanz von 3,6 Meter überwinden. Es wird ihnen nachgesagt, Vögel noch mit den Vorderpfoten zu erreichen, die sich bereits drei Meter über dem Erdboden befinden.[5]

Weibchen mit Jungtieren suchen in einem Umkreis um ihren Bau herum nach Nahrung, sie verbringen jedoch etwa doppelt so viel Zeit mit der Jagd wie Weibchen ohne Nachwuchs. Mit zunehmendem Alter der Jungtiere nutzen sie einen zunehmend größeren Anteil ihres Revieres aus, um Nahrung zu finden.[8]

Fortpflanzung und EntwicklungBearbeiten

Der Serval lebt grundsätzlich einzelgängerisch. Bei Beobachtungen von mehreren Servalen handelt es sich entweder um eine kurzfristig bestehende Paarbeziehung, während das Weibchen im Östrus ist, oder um ein Muttertier mit nahezu ausgewachsenen Jungtieren.

 
In einem französischen Zoo gehaltener Serval mit Jungtier

Der Östrus eines weiblichen Servals dauert zwischen ein bis vier Tage. Sein Beginn geht mit einer Verhaltensänderung des Weibchens einher, das dann häufiger kurz und scharf miaut. Dieses Miauen ist noch über größere Distanz hörbar.[6] Die Tragezeit von Servalen beträgt rund 74 Tage. Die typische Wurfgröße sind zwei Junge, es wurden aber auch schon Würfe mit vier Jungtieren beobachtet.[8] Jungtiere kommen in Afrika ganzjährig zur Welt, grundsätzlich gibt es aber einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Fortpflanzungsperiode von Mäuseartigen und Servalen. Servale werfen ihre Jungen etwa einen Monat vor dem Höhepunkt der Nagetiervermehrung. Im Ngorongoro-Krater sind die Monate September und November typischerweise die Monate, in denen die meisten Servale zur Welt kommen. Dabei handelt es sich um das Ende der Trockenperiode. In Botswana werfen Servale dagegen ihre Jungtiere überwiegend während der Regenzeit.[8]

In Gefangenschaft gehaltene Servale sind in der Lage, drei- oder viermal pro Jahr zu werfen, wenn die Jungtiere entweder bei Geburt sterben oder fortgenommen werden. Das kürzeste beobachtete Wurfintervall bei Servalen, die ihre Jungtiere aufziehen, lag dagegen bei 184 Tagen. Das weist darauf hin, dass Servale unter optimalen Bedingungen in der Lage sind, zwei Würfe innerhalb eines Jahres großzuziehen. In freier Wildbahn stellt dies jedoch die Ausnahme dar, und ein Wurf pro Jahr ist die typische Fortpflanzungsrate.[8]

Frischgeborene Jungtiere wiegen etwa 250 Gramm, ihr Fell ist etwas grauer als das Fell adulter Tiere. Die Jungtiere öffnen ihre Augen zwischen dem 9. und 13. Lebenstag. Sie beginnen feste Nahrung zu fressen, wenn sie etwa einen Monat alt sind. Jungtiere verlieren ihr Milchgebiss in einem Alter von etwa sechs Monaten und sind kurz darauf in der Lage, selber zu jagen. In einem Alter von etwa einem Jahr verlassen sie das Revier ihres Muttertiers.

In Gefangenschaft gehaltene Weibchen waren mit einem Alter von etwas mehr als einem Jahr geschlechtsreif. Im Zoo werden Servale bis zu zwanzig Jahre alt. Ihre Lebensdauer in freier Wildbahn dürfte um einiges niedriger sein, nach Schätzungen erreichen sie im Schnitt ein Alter von etwa zehn Jahren. Weibchen ziehen in dieser Zeit vermutlich zwischen 16 und 20 Jungtiere groß.[8]

In Gefangenschaft gehaltene Tiere konnten sowohl mit dem nahe verwandten Karakal sowie mit der Europäischen Wildkatze und der Hauskatze gekreuzt werden.[1]

Nahrungskonkurrenten und FressfeindeBearbeiten

Servale meiden insbesondere den Kontakt mit Hyänen. Entdecken sie eine Hyäne, dann kauern sie sich auf den Boden und warten ab. Nähert sich die Hyäne zu sehr, fliehen sie mit einer Serie weiter Sprünge, dabei ist der Schwanz hoch aufgerichtet. Servale klettern auch auf Bäume, um möglichen Prädatoren zu entgehen. Servale haben wenige Feinde, werden aber manchmal von größeren Katzen wie Leoparden gefressen.

SystematikBearbeiten

Der Serval wird als eigenständige Art und einziger Vertreter der damit monotypischen Gattung Leptailurus innerhalb der Katzen eingeordnet. Er wurde von Johann Christian von Schreber im Jahr 1776 in seinem Werk Die Säugethiere in Abbildungen nach der Natur als Felis serval wissenschaftlich beschrieben und damit den Katzen zugeordnet. Er beschrieb ihn dabei als eine Art aus Ostindien, Tibet und dem Vorgebirge zum Kap der Guten Hoffnung in Afrika,[9] was 1924 durch Glover Morrill Allen auf die Kapregion Südafrikas als Terra typica reduziert wurde.[1] Die heute eigenständige Gattung[10] Leptailurus wurde 1858 von Nikolai Alexejewitsch Sewerzow als Untergattung von Felis aufgestellt[11] und später aufgrund morphologischer Unterscheide zu den anderen Altkatzen in den Gattungsrang erhoben.[12]

Verwandtschaftsverhältnisse der Katzen nach O’Brien & Johnson 2008.[13]
  Katzen  

  Kleinkatzen  







 Manul (Otocolobus manul)



   

 Altwelt-Wildkatzen (Felis)



   

 Gepard (Acinonyx)


   

 Pumas (Puma)




   

 Luchse (Lynx)



   

 Pardelkatzen (Leopardus)



   

 Karakal (Caracal)


   

 Serval (Leptailurus)




   

 Marmorkatze (Pardofelis)



  Großkatzen  

 Neofelis


   

 Panthera




   

 Säbelzahnkatzen (Machairodontinae)



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Innerhalb der Katzen wird der Serval dem Karakal und der Afrikanischen Goldkatze, die gemeinsam die Gattung Caracal bilden, als Schwesterart zugeordnet. Das gemeinsame Taxon wiederum wird den restlichen Kleinkatzen mit Ausnahme der Marmorkatze gegenüber gestellt.[13]

Während das Werk Mammal Species of the World von 2005 insgesamt 18 Unterarten listet,[10] werden nach dem Handbook of the Mammals of the World von 2009 nur noch sieben Unterarten anerkannt:[2]

  • Leptailurus serval serval (Schreber, 1776): Nominatform; lebt im südlichen Teil des Verbreitungsgebietes vom südlichen Tansania bis zum Ostkap in Südafrika.
  • Leptailurus serval brachyurus (Wagner, 1841): kommt in Sierra Leone vor.
  • Leptailurus serval constantinus (Forster, 1870): lebt im nördlichen Marokko und Algerien.
  • Leptailurus serval hindei (Wroughton, 1910): lebt in Kenia östlich des Rift Valleys.
  • Leptailurus serval liptostictus (Pocock, 1907): lebt in Uganda, der Demokratischen Republik Kongo und dem nördlichen Angola.
  • Leptailurus serval phillipsi (G.M. Allen, 1914): kommt vom Tschadsee nach Osten bis in das Hochland von Äthiopien vor.
  • Leptailurus serval tanae (Pocock, 1944): lebt in den Trockengebieten von Äthiopien, Eritrea und dem Norden von Somalia.

Andrew Kitchener und eine Arbeitsgruppe der IUCN Cat Specialist Group reduzierten die Anzahl der Unterarten 2017 auf drei: L. serval serval, L. serval constantinus und L. serval liptostictus. Diese legten dabei allerdings keine konkrete Analyse zu Grunde, sondern folgten einer Analogie zur Systematik von Huftieren sowie Revisionen zum Geparden und der Weißschwanzmanguste (Ichneumia albicauda). Darauf aufbauend fassten sie die bekannten Formen in ein östliche, eine westliche und ein südliche Unterart zusammen.[14]

Menschen und ServaleBearbeiten

Gefährdung und SchutzBearbeiten

 
Fell des Servals

Die Gesamtpopulation des Servals wird von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste gefährdeter Arten als nicht gefährdet (least concern) eingestuft.[15]

Die nordafrikanische Unterart L. serval constantinus („Berberserval“) ist durch starke Verfolgung in die Höhen des Atlas zurückgedrängt worden, wo sie nun am Rande des Aussterbens steht. Ausgerottet wurde der Serval in weiten Teilen Südafrikas. In den Savannen und im Grasland südlich der Sahara gelten Servale hingegen als häufig. In einigen Regionen, wo zunehmend mehr Getreide angebaut wird und in der Folge die Nagetierpopulation angestiegen ist, haben sich die Umweltbedingungen für Servale sogar verbessert. Servale werden bejagt, da man in ihnen einen potentiellen Prädator kleinerer Haustiere, vor allem von Geflügel sieht.

Seit 1976 fällt die Art unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (engl. CITES). Sie ist in Anhang B der Verordnung (EG) Nr. 338/97 (EU-ArtenschutzVO) gelistet[16], so dass in der Europäischen Union Einfuhr und Vermarktung, also auch Kauf- oder Verkaufsangebote sowie das Zurschaustellen zu kommerziellen Zwecken grundsätzlich verboten sind[17]. In Deutschland ist die Art besonders geschützt[18]; so sind etwa Besitz und Verarbeitung von lebenden Tieren sowie Teilen von Tieren (Präparate, Pelz) verboten[19], außer, man kann den zuständigen Behörden die rechtmäßige Herkunft etwa aus einer Nachzucht nachweisen.

Kreuzung mit HauskatzenBearbeiten

Servale können mit Hauskatzen gekreuzt werden. Die weiblichen Nachkommen dieser Kreuzungen sind fruchtbar, während die Männchen der ersten Kreuzungsgenerationen in aller Regel steril sind. Aus solchen Kreuzungen wurde in den 1990er Jahren in den USA die Hauskatzenrasse Savannah gezüchtet. Die Savannah ist mittlerweile eine von der TICA anerkannte Rasse.

EinzelbelegeBearbeiten

  1. a b c d e f g L. Hunter, J. Bowland: „Leptailurus serval Serval“. In: J. Kingdon, D. Happold, T. Butynski, M. Hoffmann, M. Happold, J. Kalina (Hrsg.): Mammals of Africa. Bloomsbury Publishing, London 2013, S. 180–184. ISBN 978-1-4081-8996-2. (Google Books)
  2. a b c d e Serval – Leptailurus serval In: Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, Barcelona 2009, ISBN 978-84-96553-49-1, S. 141–142.
  3. a b c d e Mel Sunquist, Fiona Sunquist: Wild Cats of the World. The University of Chicago Press, Chicago 2002, ISBN 0-226-77999-8. S. 147.
  4. a b Mel Sunquist, Fiona Sunquist: Wild Cats of the World. The University of Chicago Press, Chicago 2002, ISBN 0-226-77999-8. S. 147.
  5. a b c d e Mel Sunquist, Fiona Sunquist: Wild Cats of the World. The University of Chicago Press, Chicago 2002, ISBN 0-226-77999-8. S. 147.
  6. a b c Mel Sunquist, Fiona Sunquist: Wild Cats of the World. The University of Chicago Press, Chicago 2002, ISBN 0-226-77999-8. S. 147.
  7. a b „Food and Feeding“. In: M.E. Sunquist, F.C. Sunquist: Family Felidae (Cats) In: Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, Barcelona 2009, ISBN 978-84-96553-49-1, S. 83–91.
  8. a b c d e Mel Sunquist, Fiona Sunquist: Wild Cats of the World. The University of Chicago Press, Chicago 2002, ISBN 0-226-77999-8. S. 147.
  9. Johann Christian von Schreber: „Der Serval.“ In: Die Säugethiere in Abbildungen nach der Natur, mit Beschreibungen. Wolfgang Walther, Erlangen 1778, S. 407. (Digitaliat).
  10. a b Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Leptailurus serval in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).
  11. N. Sewerzow: Notice sur la classification multisériale des carnivores, spécialement des Félidés, et les études de zoologie générale qui s'y rattachent. Revue et Magasin de Zoologie, Pure et Appliquée (2) 10, 1858: S. 3–8, S. 145–150, S. 193–196, S. 241–246, S. 385–393.(Digitaliat).
  12. L. Hunter: „Leptailurus“. In: J. Kingdon, D. Happold, T. Butynski, M. Hoffmann, M. Happold, J. Kalina (Hrsg.): Mammals of Africa. Bloomsbury Publishing, London 2013, S. 179. ISBN 978-1-4081-8996-2. (Google Books)
  13. a b Stephen J. O’Brien, Warren E. Johnson: Der neue Stammbaum der Katzen. In: Spektrum der Wissenschaft. 6/2008, S. 54–61.
  14. A.C. Kitchener, C. Breitenmoser-Würsten, E. Eizirik, A. Gentry, L. Werdelin, A. Wilting, N. Yamaguchi, A.V. Abramov, P. Christiansen, C. Driscoll, J.W. Duckworth, W. Johnson, S.-J. Luo, E. Meijaard, P. O’Donoghue, J. Sanderson, K. Seymour, M. Bruford, C. Groves, M. Hoffmann, K. Nowell, Z. Timmons, S. Tobe: A revised taxonomy of the Felidae: The final report of the Cat Classification Task Force of the IUCN Cat Specialist Group. Cat News, Special Issue 11, 2017, S. 58–60. (Volltext
  15. Leptailurus serval in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2019. Eingestellt von: C. Thiel, 2019. Abgerufen am 6. Dezember 2021.
  16. Recherche über das WISIA-Portal des deutschen Bundesamtes für Naturschutz
  17. Art. 8 Abs. 5 VO (EG) Nr. 338/97, Ausnahmen Abs. 3 bis 4
  18. nach §7 Abs. 2 Ziff. 13a Bundesnaturschutzgesetz
  19. §44 Abs. 2 Ziff. 1 Bundesnaturschutzgesetz; zu den Ausnahmen §45 und §46

LiteraturBearbeiten

  • Mel Sunquist, Fiona Sunquist: Wild Cats of the World. The University of Chicago Press, Chicago 2002, ISBN 0-226-77999-8.
  • Christine Thiel: Ecology and population status of the Serval Leptailurus serval (SCHREBER, 1776) in Zambia. (Dissertation, Universität Bonn, 2011). Bonn 2011, urn:nbn:de:hbz:5N-25867.

WeblinksBearbeiten

Commons: Serval (Leptailurus serval) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien