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Schloss Beberbeck, Frontansicht

Das kurfürstliche Schloss Beberbeck in Hofgeismar-Beberbeck im Landkreis Kassel in Hessen wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Johann Conrad Bromeis als Jagdschloss für Kurfürst Wilhelm II. von Hessen-Kassel erbaut.

Schloss und Domäne Beberbeck

Inhaltsverzeichnis

Geografische LageBearbeiten

Das Schloss Beberbeck liegt am westlichen Rand des Reinhardswalds an der Kreisstraße 55 zwischen Hofgeismar und Sababurg. Unmittelbar an Schloss und Schlosspark grenzt in südöstlicher Richtung die Hessische Staatsdomäne Beberbeck mit umfangreichen Wirtschaftsgebäuden und einer kleinen Landarbeitersiedlung.

GeschichteBearbeiten

1823 ernannte Wilhelm II. durch Beschluss die bereits seit 1490 in Beberbeck bestehende Pferdezucht zur „Musteranstalt für die Landespferdezucht“. 1827 erteilte er seinem Hofbaumeister Johann Conrad Bromeis den Auftrag zur Planung und Errichtung eines Jagdschlosses an diesem Standort. Der in Plänen auch Fürstenhaus genannte Bau wurde 1829 fertiggestellt. Gleichzeitig entstand bis 1831 durch Bromeis für die Pferdezucht ein Ensemble von fünf weiteren Gebäuden. Nach der Annexion des Kurfürstentums Hessen-Kassel durch Preußen 1866 bauten die neuen Herrscher das Gestüt weiter aus. Bereits 1870 zählte Beberbeck zu den fünf preußischen Hauptgestüten.[1] Das Schloss wurde weiterhin zu Repräsentationszwecken und Unterbringung von Jagdgesellschaften genutzt.

1929 löste man die Landespferdezucht auf und wandelte das Gestüt in die noch heute bestehende Hessische Staatsdomäne um. Das Schloss wird seither als Altenpflegeheim genutzt. Träger der Einrichtung ist die „Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen“ in Hofgeismar[2].

Anfang des 21. Jahrhunderts sollte das Schloss Beberbeck Teil des geplanten Schloss-Beberbeck-Resorts werden. Maßgeblich an den Planungen beteiligt war der damalige Bürgermeister Hofgeismars Henner Sattler und der Architekt Tom Krause. Über das Projekt, welches Ende 2010 für gescheitert erklärt wurde, drehte der Dokumentarfilmer Klaus Stern den mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm Henners Traum – Das größte Tourismus-Projekt Europas.

Das SchlossBearbeiten

 
Schloss Beberbeck: Rückfront mit Rotunde

Bromeis erbaute das Schloss im Stil des Klassizismus als zweigeschossigen, verputzten Bau über einem Sockelgeschoss aus Natursteinquadern. Die elfachsige Frontseite zum kleinen Park hin dominiert ein dreiachsiger Mittelrisalit mit aufgesetztem Dreiecksgiebel mit goldener Inschrift und dem kurfürstlichen Wappen. Die Inschrift lautet WILHELM II KURF. & LANDGR. Z.H. GROSH. Z.F. ERB. MDCCCXXIX (Wilhelm II. Kurfürst und Landgraf zu Hessen, Großherzog zu Frankfurt erbaut 1829).

Der zentrale Walmdachbau wird von zwei niedrigeren, siebenachsigen Seitenflügeln mit Rundbogenfenstern im Erdgeschoss flankiert. Der Haupteingang aus drei Rundbogentüren befindet sich im Hochparterre des Mittelrisalits. Der Zugang erfolgt über eine doppelt geschwungene Freitreppe mit schmiedeeisernen Geländern.

Die rückwärtige Straßenseite beherrscht ein runder, zweigeschossiger Gebäudeteil, in dessen Obergeschoss sich ein Kuppelsaal mit beeindruckender Akustik befindet. Eine Besonderheit stellt die gemalte Kassettendecke in diesem Saal dar. Hellblaue Achtecke und silberne Rosetten heben sich regelmäßig vor einem rosafarbenen Hintergrund ab und erzeugen die Illusion einer besonderen Raumhöhe.[3] Der mit einer Orgel ausgestattete Kuppelsaal wird als Begegnungsraum, für Gottesdienste und Konzerte genutzt.

SchlossparkBearbeiten

 
Schloss Beberbeck: Schlosspark mit Brunnen

Das Schloss, das mit seiner Rückseite an den Reinhardswald grenzt, öffnet seine Eingangsseite zu einem kleinen Park mit lockerem Baumbestand aus der Entstehungszeit 1828. In der Sichtachse zwischen Freitreppe und oberem Domänegebäude befindet sich ein steinernes Rundbecken mit Wasserfontaine. Rechts und links davon steht je eine Steinbank, deren Rückenlehnen mit der Inschrift WK 1828 und einer nach oben herausragenden Krone verziert sind.

LiteraturBearbeiten

  • Eduard Brauns, Beberbeck und sein Schlößchen, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1960
  • Silke Renner Hg., Beberbeck – zwischen Sababurg und Gesundbrunnen; eine Zeitreise durch die Region, Kassel 2008
  • Rolf Bidlingmaier (Bearb.): Johann Conrad Bromeis, 1788–1855; ein kurhessischer Architekt. Ausstellungskatalog der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel, Kassel 1988.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schloss Beberbeck HNA Regiowiki
  2. Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen, Heimbereich Hofgeismar (Memento vom 26. Oktober 2012 im Internet Archive)
  3. Quark unter der Lehmdecke HNA Antje Thon

Koordinaten: 51° 32′ N, 9° 29′ O