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Schawinski (Fernsehsendung)

Schawinski ist eine wöchentliche Talkshow von Schweizer Radio und Fernsehen. Moderator ist Roger Schawinski, der jeden Montag um 22:55 Uhr auf SRF 1 eine schweizweit bekannte Persönlichkeit aus Politik, Wirtschaft oder Kultur zu einem knapp halbstündigen Interview einlädt. Dabei erhebt er den Anspruch, die brisanteste „Talkshow der Schweiz“ zu führen.[1] Dabei möchte er auch neue Erkenntnisse über Persönlichkeiten ans Licht zu fördern, welche in der Schweiz als Entscheidungsträger oder meinungsbildend wirken. Dies in der Hoffnung, dass die Persönlichkeiten bei anderen Auftritten ebenfalls besser einschätzbar werden. Ausgestrahlt wird die Sendung seit dem 22. August 2011. Als erster Gesprächsgast war der Bankier Konrad Hummler geladen.

Seriendaten
Originaltitel«Schawinski»
ProduktionslandSchweiz
OriginalspracheSchweizerdeutsch
Jahr(e)seit 2011
Länge27 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
wöchentlich (Montag 22:55 Uhr)
GenreTalkshow
ModerationRoger Schawinski
Erstausstrahlung22. August 2011 auf SRF 1

Inhaltsverzeichnis

SendungskonzeptBearbeiten

Typisch für die Sendung ist das im Interviewstil geführte Gespräch zwischen Roger Schawinski und seinem Gast. Als Gäste begrüsst er dabei auch gerne Persönlichkeiten mit teilweise völlig konträrer Meinung als seiner eigenen.

Der Interviewstil zeichnet sich durch Konfrontation und starke Rhythmisierung durch den Interviewer aus. Gäste werden mit Aussagen, Visionen und Handlungen aus ihrer Vergangenheit konfrontiert und dazu befragt. Auch abrupte Themenwechsel gehören zum markanten Stil, der in der Sendung gepflegt wird.

Während seine Gäste typischerweise lediglich einen einzelnen Auftritt in der Sendung haben, sitzen einige Gäste Schawinski auch mehrfach gegenüber. So sassen ihm unter anderem Christoph Blocher, Roger Köppel, Thomas Minder oder aber Christoph Mörgeli ein zweites Mal oder häufiger vis-à-vis.

Vom Prinzip des Gesprächs mit einem Gegenüber weicht Schawinski teilweise ab: Am 21. Mai 2012 führte er eine Diskussionsrunde mit drei Freunden und Weggefährten des verstorbenen Kurt Felix, am 11. Juni 2012 unterhielt er sich mit Thomas Held und Tobias Straumann über die Eurokrise, und am 18. November 2013 führten SP-Nationalrätin Chantal Galladé und SVP-Nationalrat Thomas Aeschi ein Streitgespräch zur Familieninitiative. Insbesondere vor wichtigen Abstimmungen lanciert Schawinski häufiger Streitgespräche zwischen Exponenten der Pro- und Kontralager. Zudem führte Schawinski im Nachgang wichtiger Abstimmungen auch Gespräche mit Politologen um den Ausgang der Abstimmungen zu analysieren.

Die einzige Ausnahme, in welcher Schawinski nicht die Rolle des Moderators innehatte, war anlässlich der 100. Sendung. In dieser liess sich Roger Schawinski von Rundschau-Moderator Sandro Brotz über seine Person befragen.[2]

Angekündigte Änderung nach Eklat mit Andreas ThielBearbeiten

Durch den Stil der Sendung und die unterschiedlichen Reaktionen der Gäste wurden einzelne Sendungen immer wieder kontrovers diskutiert.[3] Im Verlauf der am 15. Dezember 2014 ausgestrahlten Sendung kam es jedoch zu einem Eklat zwischen Roger Schawinski und seinem Gast Andreas Thiel.[4] Das Gespräch zwischen dem aufgrund seiner in der Weltwoche veröffentlichten Islamkritik eingeladenen Andreas Thiel und Roger Schawinski wurde schnell emotional. Die beiden Protagonisten wiegelten sich im Verlauf der Sendung gegenseitig hoch, sodass der Gesprächsverlauf schnell auch beleidigend wurde.

Nach der Sendung gingen innerhalb von sieben Tagen 136 Beschwerden bei der SRG-Ombudsstelle ein, was nach Aussage des Vorstehers Achille Casanova einen „absoluten Rekord“ darstelle.[5] Aufgrund des Echos zu dieser Sendung, das auch nach 14 Tagen noch nicht verhallt ist, denkt Schawinski laut darüber nach, bei seinen Gästen wählerischer zu werden:

„Nach dem Eklat mit Thiel habe ich nun aber meine Haltung etwas revidiert. Deshalb werde ich Personen, die sich systematisch verweigern und jede Sendung umfunktionieren, nicht mehr ins Studio holen. Also nie mehr Blancho, nie mehr Freysinger, nie mehr den Gaukler und Falschspieler Thiel.“

– Sonntags Zeitung: Nie mehr Blancho, nie mehr Freysinger, nie mehr Thiel

RezeptionBearbeiten

Die Neue Zürcher Zeitung resümierte zur ersten Sendung, dass sie noch mehr «Speed-Show als Late-Night» sei und riet zur «Entschleunigung». Schawinski «schaffte es in seiner neuen Sendung, Themen für zwei Tage in 27 Minuten zu packen», nannte es aber ein «spannendes Format». Schawinskis Aussage «Die Erwartungen sind so hoch, die kann ich gar nicht erfüllen» hielt die NZZ entgegen: «Stimmen die Gäste und konzentriert sich Schawinski in Zukunft auf weniger Themen, bietet das Format eines konfrontativen Eins-zu-Eins-Gesprächs eine spannende Abwechslung zu den sonstigen Angeboten des Schweizer Fernsehens. Gut gewählt ist beispielsweise, dass sich die zwei Gesprächspartner an einem Tisch gegenübersitzen – für ein Interview die mit Abstand beste Position.» Schawinski würde «zudem nicht an der manchmal zur Schweizer Tugend erhobenen Bescheidenheit» leiden, was zum Unterhaltungswert der Show beitrage.[6]

Die Premiere erreichte einen Marktanteil von 18,3 Prozent. Nach zunächst zurückgehenden Einschaltquoten[7] verzeichnete die Sendung mit Roger Köppel vom 9. Januar 2012 mit ca. 260'000 Zuschauern einen bisherigen Rekord; die Quote entsprach einem Marktanteil von 33,5 Prozent.[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten