Sarah Ourahmoune

französische Boxerin

Sarah Ourahmoune (* 21. Januar 1982 in Sèvres) ist eine französische Boxerin. Sie wurde 2008 Weltmeisterin und 2016 Olympia-Zweite in Rio de Janeiro in der Gewichtsklasse bis 51 kg Körpergewicht.

Sarah Ourahmoune
Medaillenspiegel
Sarah Ourahmoune (2011)
Sarah Ourahmoune (2011)

Boxen Boxen

FrankreichFrankreich Frankreich
Olympische Spiele
Silber 2016 Rio de Janeiro Fliegengewicht
Weltmeisterschaften
Silber 2008 Ningbo Halbfliegengewicht
Bronze 2016 Astana Fliegengewicht
Europameisterschaften
Bronze 2007 Vejle Halbfliegengewicht
Silber 2011 Rotterdam Fliegengewicht
EU-Meisterschaften
Gold 2007 Lille Halbfliegengewicht
Gold 2008 Liverpool Halbfliegengewicht
Gold 2009 Pazardzhik Halbfliegengewicht

WerdegangBearbeiten

Sarah Ourahmoune begann im Jahre 1996 in Aubervilliers mit dem Boxen. Sie trat dazu dem Sportverein BC Beats d'Aubervilliers bei. Ihr erster Trainer war Said Bennajem. Da das Frauenboxen in Frankreich erst 1997 erlaubt wurde, konnte sie ihren ersten Kampf erst im Jahre 1998 absolvieren. 1999 wurde sie erstmals französische Meisterin. Diesem Titel folgten in den Jahren 2000 und 2003 zwei weitere. 2002 trat sie in das INSEP Sportinternat ein. Sarah Ourahmoune ist eine der Pionierinnen des französischen Frauenboxens.

Ab dem Jahre 2001 bestritt Sarah Ourahmoune auch internationale Wettkämpfe. Die Turniere und die Meisterschaften für Frauen waren damals noch nicht so zahlreich und noch im Werden begriffen. 2001 startete sie bei der ersten Weltmeisterschaft für Frauen, die im US-amerikanischen Scranton stattfanden. In der Gewichtsklasse bis 51 kg verlor sie dabei ihren Achtelfinal-Kampf gegen Maarit Teuronen aus Finnland nach Punkten (9:11) und belegte den 9. Platz. Auch bei der Weltmeisterschaft 2002 in Antalya war sie am Start. Hier startete sie in der Gewichtsklasse bis 48 kg. In ihrem ersten Kampf wurde sie Abbruch-Siegerin in der 2. Runde über Erkanayake aus Sri Lanka und im Viertelfinale verlor sie gegen Meena Kumari aus Indien nach Punkten (18:30). Sie belegte damit den 5. Platz.

In den Jahren 2004 bis 2006 war Sarah Ourahmoune inaktiv.

2007 unternahm sie ein Comeback, das sehr erfolgreich verlief. Nach einigen Aufbaukämpfen wurde sie bei der Europameisterschaft in Veilje/Dänemark eingesetzt. Sie siegte dort in der Gewichtsklasse bis 48 kg über Kinga Rusczynska aus Polen nach Punkten (10:2), verlor aber im Halbfinale gegen Lidia Ion aus Rumänien, womit sie eine EM-Bronzemedaille gewann.

2008 wurde sie wieder französische Meisterin. Diesen Titel gewann sie dann auch noch 2009, 2010, 2011 und 2012 in den Gewichtsklassen bis 48 bzw. 51 kg Körpergewicht.

Im November 2008 nahm sie an der Weltmeisterschaft im chinesischen Ningbo City teil. In der Gewichtsklasse bis 48 kg siegte sie dabei über Nandintsetse Myagmadulam, Mongolei (13:3), Sofie Molholt, Dänemark (12:4), Jacqui Park, Kanada (8:2) und Jenny Hardingz, Schweden (8:0). Im Finale traf sie auf die Chinesin Chen Ying, gegen die sie mit 1:5-Punkten verlor. Nach diesem Finale wurde aber bei der Dopingkontrolle festgestellt, dass Chen Ying gedopt war. Der Weltmeistertitel wurde daraufhin Sarah Ourahmoune zugesprochen.

2009 war Sarah Ourahmoune bei der Europameisterschaft in Nikolajew (Ukraine) am Start und kam dort in ihrem ersten Kampf in der Gewichtsklasse bis 48 kg zu einem Punktsieg über Jana Lewankowa, Weißrussland (13:0). Im Viertelfinale verlor sie knapp gegen Jenny Hardingz (1:2), womit sie ausschied und den 5. Platz belegte. Auch bei der Weltmeisterschaft 2010 in Bridgtown/Barbados gewann sie keine Medaille. Sie siegte dort über Natalja Knjaz, Ukraine nach Punkten (3:1), verlor aber im Achtelfinale gegen Kim Myong-Sim aus Nordkorea nach Punkten (3:6), womit sie ausschied und den 9. Platz belegte.

Ein großer Erfolg gelang ihr dann noch einmal im Jahre 2011. Bei der Europameisterschaft in Rotterdam besiegte sie in der Gewichtsklasse bis 51 kg Jana Juranowa, Tschechien (26:4), Tatjana Kob, Ukraine (17:10) und Karolina Michalczuk, Polen (42:10) jeweils nach Punkten. Im Finale traf sie auf die spätere Olympiasiegerin Nicola Adams aus England, gegen die sie nach Punkten verlor (8:15). Sie wurde damit Vize-Europameisterin.

2012 nahm Sarah Ourahmoune noch an der Weltmeisterschaft in Qinhuangdao/China teil. In der Gewichtsklasse bis 51 kg siegte sie dabei über Ingrid Valencia, Kolumbien (18:8) und Tatjana Kob (21:11) und unterlag im Achtelfinale gegen Stojka Petrowa aus Bulgarien nach Punkten (15:21). Sie kam damit auf den 9. Platz.

Bei den Weltmeisterschaften 2014 in Jeju verlor Ourahmoune bereits im ersten Kampf gegen Cleila Costa aus Brasilien.

2016 nahm Ourahmoune am europäischen Olympiaqualifikationsturnier in Samsun teil. Hier gewann sie ihren ersten Kampf gegen die Holländerin Alicia Holzken, verlor dann aber im Viertelfinale erneut gegen Nicola Adams. Bei den Weltmeisterschaften im Jahr darauf drang Ourahmoune mit Siegen gegen Le Thi Bang, Vietnam (2:0), Amel Chebbi, Tunesien (TKO 1), Anush Grigoryan, Armenien (3:0), und einem kampflosen Sieg über Ren Cancan, China, ins Halbfinale vor. Dieses Verlor Sie mit 2:1 Punktrichterstimmen gegen die Thailänderin Peamwilai Laopeam und errang damit die Bronzemedaille. Gleichzeitig qualifizierte sie sich damit für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro.

In den Jahren 2007 bis 2009 siegte Ourahmoune auch noch dreimal in Folge bei der Meisterschaft der Europäischen Union.

SonstigesBearbeiten

Neben ihren sportlichen Erfolge erwarb sich Sarah Ourahmoune als Facherzieherin auch noch große Verdienste in der Arbeit mit sozial schwierigen Jugendlichen. Außerdem ist sie Mitglied der Athleten-Kommission im Nationalen Olympischen Komitee Frankreich. Für ihre sportlichen Erfolge und für ihr soziales Engagement erhielt sie mehrere Auszeichnungen verschiedener Institutionen. Am 8. April 2012 wurde sie zum Ritter der Ehrenlegion geschlagen.

Internationale ErfolgeBearbeiten

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Erfolge
2001 1. Witch-Cup in Szeged/Ungarn bis 51 kg nach einem Sieg im Finale über Viktoria Milo, Ungarn
2001 1. Feenix-Box-Cup in Turku/Finnland bis 51 kg nach einem Punktsieg im Finale über Katrin Enoksson, Schweden (23:15)
2001 9. WM in Scranton/USA bis 51 kg nach einer Punktniederlage im Achtelfinale gegen Maarit Teuronen, Finnland (9:11)
2002 3. Witch-Cup in Szeged/Ungarn bis 51 kg im Viertelfinale Punktsieg über Anges Kittoe, Kanada (3:2)
2002 5. WM in Antalya bis 48 kg nach Abbruch-Sieg in der 2. Runde über Ekanayake, Sri Lanka und Punktniederlage gegen Meena Kumari, Indien (18:30)
2007 1. 3-Nationen-Turnier in Roseto degli Abruzzi bis 48 kg unentschieden gegen Silvia Notte, Italien
2007 3. EM in Veilje/Dänemark bis 48 kg nach Punktsieg über Kinga Ruszcynska, Polen (10:2) und Abbruch-Niederlage in der 2. Runde gegen Lidia Ion
2007 1. Meisterschaft der Europäischen Union in Lille bis 48 kg nach Abbruch-Sieg in der 2. Runde über Derya Aktop, Türkei und Punktsieg über Lidia Ion, Rumänien (18:7)
2008 1. Meisterschaft der Europäischen Union in Liverpool bis 48 kg nach Abbruch-Sieg in der 1. Runde über Chloe Fairhead, England und Punktsiegen über Jenny Hardingz, Schweden (10:1) und Lidia Ion (12:6)
2008 1. WM in Ningbo/China bis 48 kg nach Punktsiegen über Nandintsetse Myangmarulam, Mongolei (13:3), Sofie Molholt, Dänemark (12:4), Jacqui Park, Kanada (8:2) und Jenny Hardingz (8:0, im Finale Punktniederlage gegen Chen Ying, China (1:5), die später wegen Dopings disqualifiziert wurde
2009 5. EM in Nikolajew/Ukraine bis 48 kg nach Punktsieg über Jana Lewankowa, Weißrussland (13:0) und Punktniederlage gegen Jenny Hardings (1:2)
2009 1. Meisterschaft der Europäischen Union in Pazardzhik/Bulgarien bis 48 kg nach Punktsieg über Hannah Beharry, England (4:1) und Disq.-Sieg in der 4. Runde über Stojka Petrowa, Bulgarien
2010 5. Meisterschaft der Europäischen Union in Keszthely/Ungarn bis 48 kg nach Punktniederlage gegen Katalin Ancsin, Ungarn
2010 9. WM in Bridgetown/Barbados bis 48 kg nach Punktsieg über Natalja Knjaz, Ukraine (3:1) und Punktniederlage gegen Kim Myong-Sim, Nordkorea (3:6)
2011 2. EM in Rotterdam bis 51 kg nach Punktsiegen über Jana Juranowa, Tschechien (26:4), Tatjana Kob, Ukraine (17:10) und Karolina Michalczuk, Polen (24:10) und Punktniederlage gegen Nicola Adams, England (8:15)
2012 9. WM in Qinhuangdao/China bis 51 kg nach Punktsiegen über Ingrid Valencia, Kolumbien (18:8) und Tatjana Kob (21:11) und Punktniederlage gegen Stojka Petrowa (15:21)
2014 17. 8. AIBA-WM in Jeju/Südkorea bis 51 kg nach einer Punktniederlage gegen Cleila Costa, Brasilien (0:3 RS)
2016 9. 67. Strandja-Memorial in Sofia bis 51 kg nach einem Punktsieg über Terry Gordini, Italien (2:1 RS) und einer Punktniederlage gegen Elif Nur Coskun, Türkei (0:2 RS)
2016 5. Europäisches Olympia-Qualif.-Turnier in Samsun/Türkei bis 51 kg nach einem Punktsieg über Alicia Holzken, Niederlande (3:0 RS) und einer Punktniederlage gegen Nicola Adams, Vereinigtes Königreich (0:3 RS)
2016 3. 9. AIBA-WM in Astana bis 51 kg nach einem Punktsieg über Le Thi Bang, Vietnam (3:0 RS), einem Techn. K. o.-Sieg in der 1. Runde über Amel Chebbi, Tunesien, einem Punktsieg über Anush Grigorjan, Armenien (3:0 RS), einem kampflosen Sieg über Ren Cancan, China und einer Punktniederlage gegen Peamwilai Laopeam, Thailand (0:3 RS)
2016 Silber OS in Rio de Janeiro bis 51 kg nach Punktsiegen über Zohra Essahraoui, Tunesien (3:0 RS), Jana Schekerbekowa, Kasachstan (3:0 RS) und Ingrid Valencia, Kolumbien (2:0 RS) und einer Punktniederlage gegen Nicola Adams (0:3 RS)

LänderkämpfeBearbeiten

Jahr Ort Begegnung Gewichtsklasse Ergebnisse
2003 Macon Frankreich gegen Kanada bis 48 kg Punktsieg über Nathalie Lacombe
2007 Corbeil-Essonnes Frankreich gegen Deutschland bis 48 kg Punktniederlage gegen Asiye Ozlan Sahin (27:31)
2008 Regina Kanada gegen Frankreich bis 48 kg Punktsieg über Jacqui Park (36:23)
2008 Regina Kanada gegen Frankreich bis 48 kg Punktsieg über Mandy Bujold (34:21)
2009 Grande-Synthe Frankreich gegen Italien bis 48 kg Punktsieg über Valeria Calabrese (16:3)
2009 Stintino Italien gegen Frankreich bis 48 kg Punktsieg über Valeria Calabrese (3:0)
2010 Grande-Synthe Frankreich gegen Russland bis 48 kg Punktsieg über Anastasia Jurina (12:0)

Französische MeisterschaftenBearbeiten

Jahr Platz Gewichtsklasse Ergebnisse
1999 1. ? ?
2000 1. ? ?
2003 1. ? ?
2008 1. bis 48 kg nach Punktsieg im Finale über Anne-Sophie da Costa (23:4)
2009 1. bis 48 kg nach Punktsieg im Finale über Anne-Sophie da Costa (10:1)
2010 1. bis 48 kg nach Punktsieg im Finale über Sarah Boumerdaci (10:2)
2011 1. bis 51 kg nach Punktsieg im Finale über Virginie Nave (6:4)
2012 1. bis 51 kg nach Punktsieg im Finale über Virginie Nave (15:8)
2015 1. bis 51 kg nach Punktsiegen über Myriame Djedidi (3:0 RS) und Vassilia Lkhadiri (3:0 RS)
2016 1. bis 51 kg nach Punktsiegen über Laetitia Fajardo (3:0 RS) und Mona Mestiaen (3:0 RS)
Erläuterungen
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft
  • Ende des Jahres 2012 wurden die sog. Punktemaschinen, mit denen die Punkturteile errechnet wurden von der AIBA abgeschafft; seitdem fällen wieder Punktrichter die Urteile
  • RS = Richterstimmen

QuellenBearbeiten

  • Website "amateur-boxing-strefa.pl"
  • Website des französischen Amateur-Box-Verbandes

WeblinksBearbeiten