SOMUA MCG

französisches Halbkettenfahrzeug zur Verwendung als Artilleriezugmaschine und für Transportzwecke

Die SOMUA MCG sind eine Serie von Halbkettenfahrzeugen des französischen Herstellers Société d'Outillage Mécanique et d'Usinage d'Artillerie (SOMUA). Die Fahrzeuge wurde ab Ende der 1920-iger Jahre für den zivilen und militärischen Nutzfahrzeugbedarf gefertigt. Einige Modelle wurden vor und zu Beginn des Zweiten Weltkrieges speziell für die französische Armee entwickelt.

8-cm-Raketen-Vielfachwerfer der Wehrmacht, montiert auf einem gepanzerten SOMUA MCG

EntwicklungBearbeiten

Etwa 1926 entwickelte SOMUA unter Verwendung des populären Kégresse-Raupenfahrwerks Typ P 16 T zwei Halbkettenschleppen, die 1927 als schwere Schlepper in einem Artillerie-Regiment der französischen Armee erprobt wurden. Sie waren im Regiment als Bergefahrzeuge im Einsatz.

MCG 4Bearbeiten

 
Parade mit MCG 4 Sattelschlepper

Im Jahr 1930 begann ein Programm zur Modernisierung der Canon de 155 C modèle 1917 S, welche die Umrüstung auf Motorzug vorsah. Nachdem die entsprechenden Änderungen am Geschütz geplant waren, entwickelte SOMUA als eigene Kraftfahrzeugfirma im Rüstungskonzern Schneider einen speziellen Sattelschlepper für das Geschütz, der mit einem 55-PS-Motor ausgerüstet, der ab 1932 als Somua MCG 4 bei der Armee getestet wurde. Da der Sattelschlepper in zwei links und rechts montierten Kisten je 6 Schuss Bereitschaftsmunition mitführte wurde ein weiterer Fahrzeugaufbauten erprobt. Diese zweite Fahrzeug mit Aufbau und Planenverdeck, war für die Munitionsversorgung, und den Transport der erforderlichen Werkzeuge für die Wartung des Geschütz gedacht. Im gleichen Jahr (1932) führte Schneider ein neues, weitreichendes Marine Geschütz ein, Canon de 155 L. Es wurden nur 16 Stück für insgesamt 4 Marine-Batterien gebaut. Doch es wurde ein Schlepper für die Geschütze benötigt. Infolgedessen wurde eine geänderte Variante des MCG 4 entwickelt, welche hierzu geeignet war. Das Fahrzeug hatte eine Länge von 4,165 m und eine Breite von 1,888 m. Das vorne und an den Seiten offene Fahrerhaus konnte mittels einer Plane vor Witterungseinflüssen geschützt werden.

MCG 5Bearbeiten

Um auch die Canon de 155 GPF schleppen zu können wurde der MCG mit einem stärkeren Motor (60-PS) ab 1932 erprobt. Dieser wurde offiziell im Oktober 1935 vorgestellt. Das Fahrzeug erreichte auf der Straße eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h und hatte eine Reichweite von 170 km. Durch die vorne angebrachte Stützrolle zum Durchfahren von Gräben erhöhte sich die Fahrzeuglänge auf 5,30 m. Das Gewicht stieg auf 6.250 kg. In der Sattelschlepper-Ausführung für die 155-mm GPF erhielt die Variante die Bezeichnung SOMUA MCG 11. Die nun produzierten MCG 5 ersetzten auch die vorhandenen MCG 4 als Zugmaschinen für Canon de 155 C modèle 1917 S. Die Serienfertigung des MCG 5 begann 1935 und bis zum Produktionsende wurden 2.543 Fahrzeuge ausgeliefert. Eine weitere Zuglast, die regelmäßig gezogen wurde, war die recht moderne Canon de 105 L modèle 1936 Schneider.

MCL 5Bearbeiten

Die schwerste und stärkste in Serie gebaute Variante dieser Somua Halbketten war die MCL 5. Bei ihrer Entwicklung war immer von der Canon de 155 GPF als Zuglast ausgegangen worden. Angesichts des Gewichts hatte man einen 85 PS Vierzylinder, vom Typ 23, eingebaut. Da auch die mechanische Belastung des Kettenantriebs durch das Gewicht stieg, wurde dieses verstärkt. Die Armee entschied sich jedoch nach einer Erprobung ab Oktober 1933 im Jahr 1935 für den Radschlepper S 35 des Konkurrenten LAFFLY. Trotzdem bestellte die französische Armee insgesamt 796 Halbkettenschlepper MCL 5 als Bergefahrzeuge, mit Seilwinden, Kränen und absenkbaren Erdspornen. Die bis zur Besetzung Frankreichs durch die angreifende Wehrmacht gefertigten Fahrzeuge wurden kontinuierlich verbessert und nachgerüstet. Es gab Fahrzeuge mit Gummilaufketten und mit Stahllaufketten. Die Kettenbreite wurde in der Fertigungszeit von 300-mm auf 350-mm und letztlich auf 390-mm verbreitert. Was weitere Änderungen bei Triebrädern und Laufrollen nach sich zog.

Export nach GriechenlandBearbeiten

Im Jahr 1938 bestellte die griechische Armee 48 SOMUA MCG-5 für seine Korpsartillerie. Diese war mit 85-mm Kanonen und seit dem Ersten Weltkrieg verwendeten Canon de 155 C modèle 1917 S ausgerüstet.

Verwendung als Beutegerät bei der WehrmachtBearbeiten

Nach der Eroberung Frankreichs wurden die erbeuteten Fahrzeuge bei der Wehrmacht verwendet. Folgende Varianten und Bezeichnungen sind dazu bekannt:

Zugkraftwagen S 303 (f), Typ MCLBearbeiten

Die deutschen Besatzungstruppen in Frankreich waren zumeist mit einem Fahrzeugpark aus französischen Beutefahrzeugen ausgerüstet, da in Frankreich die Ersatzteilversorgung erleichtert war. Aufbauend auf den verwendungsfähigen Fahrgestellen des SOMUA MCL 5 wurde ein gepanzerter 8-cm-Raketen-Vielfachwerfer gebaut (6 Fahrzeuge). Außerdem gab es einen gepanzerten Werfer mit 20 Rohren des erbeuteten französischen 8,14-cm Granatwerfers 278 (f). Von diesem Fahrzeug wurden für die Schnelle Brigade West 20 Fahrzeuge produziert.

Zugkraftwagen S 307 (f), Typ MCGBearbeiten

Basierend auf dem Fahrgestell des SOMUA MCG 5 wurden verschiedene Aufbauten realisiert. Einige Fahrzeuge wurden als Schlepper für Panzerabwehrgeschütze relativ unverändert eingesetzt und teils an die Ostfront geschickt. Bekannte Varianten sind der Panzerjägeraufbau mit 7,5-cm-Pak 40 (72 Fahrzeuge) und eine Reihe Schützenpanzer mit unterschiedlicher Ausrüstung. Diese Fahrzeuge wurde eingesetzt wie die in Deutschland produzierten Sd.Kfz. 251.

Technische DatenBearbeiten

  • Gewicht: 6,8 t
  • Max. Zuladung: 1500 kg
  • Länge: 5,30 m
  • Breite: 2,17 m
  • Höhe: 2,85 m
  • Besatzung: 2 + 8 Mann
  • Panzerung: keine
  • Motor: 4-Zylinder-Ottomotor
    • Hubraum: 4712 cm³
    • Leistung: 60 PS
  • Höchstgeschwindigkeit: 31 km/h

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Somua MCG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien