São José de Ribamar

Gemeinde im Bundesstaat Maranhão, Brasilien

São José de Ribamar, amtlich portugiesisch Município de São José de Ribamar, ist eine brasilianische Küstenstadt im Bundesstaat Maranhão. Die Einwohnerzahl belief sich im Volkszählungsjahr 2010 auf 163.045 Einwohner. Die Bevölkerungszahl der drittbevölkerungsreichsten Stadt im Bundesstaat wurde zum 1. Juli 2019 auf 177.687 Einwohner geschätzt, die auf einer Gemeindefläche von rund 180,2 km² leben.[1] Sie liegt 32 km von São Luís, der Hauptstadt des Maranhãos, entfernt. Sie ist mit acht weiteren Gemeinden Teil der Metropolregion São Luís.

Município de São José de Ribamar
„Ribamar“
„SJR“
São José de Ribamar
Hauptkirche: Igreja Matriz de São José do Ribamar
Hauptkirche: Igreja Matriz de São José do Ribamar
São José de Ribamar (Brasilien)
São José de Ribamar
São José de Ribamar
Koordinaten 2° 34′ S, 44° 3′ WKoordinaten: 2° 34′ S, 44° 3′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Maranhão
Lage des Munizips im Bundesstaat Maranhão
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Gründung 16. Dezember 1627 (Gründung) (392 Jahre),
24. September 1952 (Stadtrecht) (67 Jahre)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Maranhão
Metropolregion São Luís
Klima tropisch, Aw
Fläche 180,2 km²
Einwohner 163.045 (2010[1])
Dichte 904,6 Ew./km²
Schätzung 177.687 (1. Juli 2019)[1]
Gemeindecode IBGE: 2111201
Postleitzahl 65110-000
Telefonvorwahl (+55) 98
Zeitzone UTC−3
Website saojosederibamar (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfekt Eudes Sampaio (2017–2020)
Partei PTB
Kultur
Schutzpatron Heiliger Josef
Wirtschaft
BIP 1.902.361 Tsd. R$
10.808 R$ pro Kopf
(2016)
HDI 0,708 (hoch) (2010)
Denkmal des São José de Ribamar, Schutzpatron des Bundesstaates
Denkmal des São José de Ribamar, Schutzpatron des Bundesstaates

GeschichteBearbeiten

Benannt ist der Ort nach dem Schutzpatron des Staates Josef von Nazaret, portugiesisch São José, mit dem Zusatz Ribamar. Das heutige Territorium war traditionelles Siedlungsgebiet der indigenen Potiguaras. Auf der Insel hatten die Gamelas (Gamellas), die später auf das Festland vertrieben wurden, ein Walddorf, das Gebiet wurde den Jesuiten zugewiesen. Der Gouverneur des damaligen Maranhão, Francisco Coelho de Carvalho, hatte am 16. Dezember 1627 einige Ländereien verteilt, was als Gründungsjahr angesehen wird.

Stadtrechte als Munizip erhielt São José de Ribamar durch das Lei Estadual n.º 758 vom 24. September 1952, es hieß zu der Zeit Ribamar und war ein Distrikt von São Luís gewesen. Den heutigen Namen erhielt die Gemeinde am 16. September 1969 durch das Lei Estadual n.º 2980.[2]

GeographieBearbeiten

Der Munizip liegt auf der Insel Upaon-Açu im Süden an der Meeresbucht Baía de São José, und, weil quer über die Insel verlaufend, im Norden an der Baía de São Marcos, jeweils mit direktem Zugang zum Südatlantik.

Umliegende Gemeinden sind São Luís, Paço do Lumiar und Raposa.

KlimaBearbeiten

Die Gemeinde hat tropisches Klima, Aw nach der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger. Die Durchschnittstemperatur ist 27,1 °C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 1788 mm im Jahr. Im Südsommer fallen in São José de Ribamar deutlich mehr Niederschläge als im Südwinter.[3]

KommunalverwaltungBearbeiten

Die Exekutive liegt bei dem Stadtpräfekten (Bürgermeister). Bei der Kommunalwahl 2016 wurde Luis Fernando Moura da Silva des PSDB zum Stadtpräfekten gewählt,[4] inzwischen hat aber der ehemalige Vizebürgermeisterkandidat José Eudes Sampaio Nunes des Partido Trabalhista Brasileiro (PTB) das Amt bis 2020 übernommen.[5]

Die Legislative liegt bei einem 17-köpfigen gewählten Stadtrat, den vereadores der Câmara Municipal.[6]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Stadt Land
1991 000000000075174.000000000075.174 000000000026044.000000000026.044 000000000078983.000000000078.983
2000 000000000119263.0000000000119.263 000000000040280.000000000040.280 000000000024156.000000000024.156
2010 000000000163045.0000000000163.045 000000000037709.000000000037.709 000000000125336.0000000000125.336
2019 000000000177687.0000000000177.687 ? ?
 

Quelle: IBGE (2011)[7]

Durchschnittseinkommen und LebensstandardBearbeiten

Das monatliche Durchschnittseinkommen betrug 2017 den Faktor 2,0 des brasilianischen Mindestlohns (Salário mínimo) von R$ 880,00 (Einkommen umgerechnet für 2019: rund 398 € monatlich). Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) ist mit 0,708 für 2010 als hoch eingestuft. 2017 waren 18.149 Personen oder 10,3 % der Bevölkerung als fest im Arbeitsverhältnis stehend gemeldet, 42,3 % der Bevölkerung hatten 2010 ein Einkommen von der Hälfte des Minimallohns.[8] 23.435 Familien erhielten im Oktober 2019 Unterstützung durch das Sozialprogramm Bolsa Família (Vorjahr November 2018: 24.827 Familien).[9]

HDI
Jahr Punkte
1991
  
0,431
2000
  
0,572
2010
  
0,708

Das Bruttosozialprodukt pro Kopf betrug 2016 rund 10.808 R$, das Bruttosozialprodukt der Gemeinde belief sich auf rund 1902,4 Mio. R$.[10]

AnalphabetenrateBearbeiten

São José de Ribamar hatte 1991 eine Analphabetenrate von 26,5 % (inklusive Grundschulabbrecher), die sich bei der Volkszählung 2010 bereits auf 8,9 % reduziert hatte.[7] Rund 27,5 % der Bevölkerung waren 2010 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre.

Analphabetenrate
Jahr Prozent
1991
  
26,48
2000
  
16,10
2010
  
8,88

Ethnische ZusammensetzungBearbeiten

Ethnische Gruppen nach der statistischen Einteilung des IBGE (Stand 2000 mit 107.384 Einwohnern, Stand 2010 mit 163.045 Einwohnern):[11]

Gruppe Anteil
2000
Anteil
2010
Anmerkung
Pardos 000000000068506.000000000068.506   000000000108193.0000000000108.193 Mischrassige, Mulatten, Mestizen
Brancos 000000000030450.000000000030.450   000000000036236.000000000036.236 Weiße, Nachfahren von Europäern
Pretos 000000000007053.00000000007.053   000000000016752.000000000016.752 Schwarze
Amarelos 000000000000082.000000000082   000000000001678.00000000001.678 Asiaten
Indígenas 000000000000206.0000000000206   000000000000186.0000000000186 indigene Bevölkerung
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WeblinksBearbeiten

 Commons: São José de Ribamar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c São José de Ribamar – Panorama. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 18. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. São José de Ribamar – História. In: cidades.ibge.gov.br. cidades.ibge.gov.br, abgerufen am 18. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. Klima São José de Ribamar: Wetter, Klimatabelle & Klimadiagramm für São José de Ribamar - Climate-Data.org. In: de.climate-data.org. Abgerufen am 18. November 2019.
  4. Luis Fernando 45 (Prefeito). In: todapolitica.com. Eleições 2016, abgerufen am 18. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  5. Prefeito. In: www.saojosederibamar.ma.gov.br. Prefeitura Municipal de São José de Ribamar, abgerufen am 18. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  6. Vereadores. In: cmsaojosederibamar.ma.gov.br. Câmara Municipal de São José de Ribamar, abgerufen am 18. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  7. a b Atlas do Desenvolvimento Humao no Brasil: São José de Ribamar, MA. Abgerufen am 18. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch)
  8. São José de Ribamar – Panorama – Trabalho e rendimento. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 18. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  9. Relatório do Bolsa Família e Cadastro Único: São José de Ribamar/MA, abgerufen am 18. November 2019 (Datenbankabfrage, brasilianisches Portugiesisch).
  10. São José de Ribamar – Produto Interno Bruto dos Municípios. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 18. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  11. IBGE: Sistema IBGE de Recuperação Automática - SIDRA: Tabela 2093. Abgerufen am 18. November 2019 (portugiesisch, Datenbankabfrage, Suchbegriffe São José de Ribamar (MA) und Cor ou raça).