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Rozogi [rɔˈzɔɡi] (deutsch Friedrichshof) ist ein polnisches Dorf und Sitz der Landgemeinde Rozogi im südöstlichen Teil der Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Rozogi
Wappen von ????
Rozogi (Polen)
Rozogi
Rozogi
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Szczytno
Geographische Lage: 53° 29′ N, 21° 21′ OKoordinaten: 53° 29′ 0″ N, 21° 21′ 0″ O
Einwohner: 940
Postleitzahl: 12-114
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NSZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK53 MyszyniecSzczytno
DK59 Rozogi−Mrągowo
Nächster int. Flughafen: Warschau
Szczytno-Szymany
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Fläche: 223,95 km²
Einwohner: 5645
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2817052
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Józef Zapert
Adresse: ul. 22 Lipca 22
12-114 Rozogi
Webpräsenz: www.rozogi.pl



Geografische LageBearbeiten

Der Ort liegt im Osten der masurischen Tiefebene am Ufer des in ihrem Oberlauf Rozoga (Rosogga) genannten Narew-Nebenflusses Szkwa. Die Landschaft wird von weiten Kiefernwäldern der Johannisburger Heide und von landwirtschaftlichen Flächen bestimmt. Durch den Ort führt die Landesstraße 53 (Droga krajowa 53) OlsztynOstrołęka, und es zweigt die Landesstraße 59 (Droga krajowa 59) nach Mrągowo ab. Die Kreisstadt Szczytno ist 26 Kilometer, die Woiwodschaftshauptstadt Olsztyn 74 Kilometer entfernt.

GeschichteBearbeiten

Das anfänglich Friedrichowen genannte Dorf entstand im Rahmen eines vom brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. im zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts veranlassten Kolonisationsprogramms für den Süden Ostpreußens. Mit der Ortsgründung wurde der Schulze Jakob Bieber beauftragt, dem dazu 60 Hufen Land (etwa 1.000 Hektar) zur Verfügung gestellt wurden. 1645 wurde die Fundationsurkunde für ein Schatulldorf ausgestellt und somit war das Dorf unmittelbar dem Herzogtum Preußen unterstellt. Verwaltungsmäßig gehörte es bis 1752 zum Oberländischen Kreis, danach zum Kreis Neidenburg und ab 1815 zum Kreis Ortelsburg. 1665 wurde die erste Kirche errichtet, die allerdings schon 1700 einem Brand zum Opfer fiel. Sie wurde danach durch einen Fachwerkbau ersetzt.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort, nun Friedrichshof genannt, zu einem florierenden Markt, der vor allem durch den Grenzhandel mit dem nahen Polen begünstigt war. Das war für den preußischen König Friedrich Wilhelm II. Anlass, Friedrichshof 1789 in den Rang eines Marktfleckens zu erheben. Reiche Bernsteinlager entdeckte man 1811 auf einem 2.500 km² großen, westlich von Friedrichshof gelegenen Gebiet. 1885 musste die über 200-jährige Kirche wegen Baufälligkeit einem weiteren Neubau weichen. Diesmal wurde die Kirche im neugotischen Stil mit einem hoch aufragenden Turm errichtet. Von 1830 bis 1884 existierte in Friedrichshof ein Lehrerseminar, das danach in die Kreisstadt Ortelsburg verlegt wurde. Im Jahre 1898 wurde ein Gebäude für eine sechsklassige Schule eingeweiht.

1890 hatte der Ort mit 2.321 Einwohnern seine höchste Einwohnerzahl während seiner deutschen Geschichte erreicht. Zu ihnen gehörten 1.800 Menschen polnischer Nationalität. Die Haupteinnahmequelle war zu dieser Zeit die Viehzucht.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Friedrichshof gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Friedrichshof stimmten 1480 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.[2]

Nach dem Ersten Weltkrieg litt Friedrichshof unter der Schließung der Grenze zu Polen und dem damit verbundenen Verlust des einträglichen Grenzhandels. Nach einem Tiefststand von 1.786 Einwohnern im Jahre 1933 wurden 1939 wieder 1.800 Einwohner gezählt. Die meisten von ihnen begaben sich zum Ende des Zweiten Weltkriegs beim Heranrücken der sowjetischen Front zwischen Dezember 1944 und Januar 1945 auf die Flucht nach Westen.

Der Ort wurde im Januar 1945 von der Roten Armee besetzt und anschließend unter polnische Verwaltung gestellt. Der Ortsname wurde in „Rozogi“ geändert.

GminaBearbeiten

Die Stadt- und Landgemeinde Rozogi besteht aus folgenden Ortsteilen:

polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
Antonia Kowalik Kowallik
1928–45 Waldburg
Rozogi Friedrichshof
Borki Rozowskie Borken bei Farienen
1938–45 Wildheide
Księży Lasek Fürstenwalde Spaliny Małe Klein Spalienen
1938–45 Spallingen
Dąbrowy Kwiatuszki Wielkie Groß Blumenau Spaliny Wielkie Groß Spalienen
1938–45 Neuwiesen
Faryny Farienen Lipniak Lipniak
1938–45 Lindenheim
Wilamowo Willamowen
1932–45 Wilhelmshof
Gównicha Łuka Lucka
1938–45 Luckau
Wujaki Wujaken
1934–45 Ohmswalde
Kiełbasy Kelbassen
1935–45 Wehrberg
Nowy Suchoros Neu Suchoroß
1938–45 Auerswalde
Wysoki Grąd Wysockigrund
1932–45 Lindengrund
Kilimany Lipniak bei Liebenberg
1938–45 Friedrichshagen
Orzeszki Zielonygrund
1933–45 Schützengrund
Występ Wystemp
1934–45 Höhenwerder
Klon Liebenberg Piasutna Piassutten
1938–45 Seenwalde
Zawojki Zawoyken
1934–45 Lilienfelde
Kokoszki Kleinlindengrund
1938–45 Kokosken
Radostowo Radostowen
1936–45 Rehbruch

Hinzu kommen kleinere Ortschaften wie Kwiatuszki Małe (Klein Blumenau).

PersönlichkeitenBearbeiten

GemeindepfarrerBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rozogi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Herbert Marzian, Csaba Kenez: „Selbstbestimmung für Ostdeutschland – Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920“; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 94