Roman Legien

deutscher Politiker (CDU), MdA und Bezirksbürgermeister von Berlin-Charlottenburg
Kandidatenplakat zur Abgeordnetenhauswahl in West-Berlin 1985

Rudolf Roman Legien (* 26. Dezember 1927 in Danzig[1]; † 13. Februar 2015[2]) war ein deutscher Politiker (CDU).

LebenBearbeiten

Roman Legien trat 1951 in die CDU ein[3] und war in den 1950er-Jahren Referent des Berliner Bürgermeisters Franz Amrehn und Stellvertretender Leiter des Büros für Gesamtberliner Fragen. In dieser Zeit veröffentlichte er Aufsätze über die Rechtsentwicklung in der DDR und über den Viermächtestatus Berlins. 1961 wurde er Gesundheitsstadtrat in Charlottenburg.

Legien wurde 1971 durch eine CDU-FDP-Koalition zum Bezirksbürgermeister von Charlottenburg gewählt.[4][5] Nach einer zweiten Amtszeit als Bezirksbürgermeister von 1975 bis 1979 war er zwischen 1981 und 1989 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Sein Amtsnachfolger im Bezirksamt Charlottenburg war Eckard Lindemann.[6] Als Kämpfer gegen die nach seiner Ansicht verfehlte Ostpolitik Willy Brandts unterstützte Legien in den Jahren 1974 bis 1976 den rechtslastigen Bund Freies Deutschland.[7][8]

Von 1990 bis 1993 gab er als Lehrbeauftragter an der Universität Potsdam Veranstaltungen über Kommunalpolitik, Medien und die Fusion Berlins mit Brandenburg. In dieser Zeit war er zudem in den Jahren 1990/91 als Berater der Gemeinde Wustermark tätig und von 1992 bis 1993 Mitgeschäftsführer der Güterverkehrszentren-Entwicklungsgesellschaft Brandenburg-Berlin mbH.

Er war seit 1961 verheiratet, hatte drei Töchter und zehn Enkelkinder.[9]

Roman Legien starb am 13. Februar 2015 im Alter von 87 Jahren. Trauerfeier und Beisetzung fanden am 27. Februar 2015 auf dem landeseigenen Friedhof Heerstraße in Berlin-Westend statt.[10]

SchriftenBearbeiten

  • Sonderbare Sachen. Ein Gross-Essay. Tykve, Böblingen 1989, ISBN 3-925434-28-3.
  • Der rechtliche Status des Sowjetsektors. In: Büro für Gesamtberliner Fragen (Hrsg.): Berlin Sowjetsektor – Die politische, rechtliche, soziale und kulturelle Entwicklung in acht Berliner Verwaltungsbezirken. Colloquium-Verlag, Berlin 1966.
  • Viermächtevereinbarungen über Berlin – Ersatzlösungen für den Status quo? Carl-Heymanns-Verlag, Köln 1961.

LiteraturBearbeiten

  • Werner Breunig, Andreas Herbst (Hrsg.): Biografisches Handbuch der Berliner Abgeordneten 1963–1995 und Stadtverordneten 1990/1991 (= Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin. Band 19). Landesarchiv Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-9803303-5-0, S. 236.
  • Kleiner Schulze. In: Der Spiegel. Nr. 4, 1974, S. 46 (online).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 80. Geburtstag des Bezirksbürgermeisters a. D. Dr. Roman Legien. Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, 16. Januar 2008, abgerufen am 4. März 2015.
  2. Carsten Engelmann: Ehemaliger Charlottenburger Bezirksbürgermeister Dr. Roman Legien verstorben. Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, 24. Februar 2015, abgerufen am 4. März 2015.
  3. Mitgliederversammlung 27. November 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) CDU Gemeindeverband Wustermark, ehemals im Original; abgerufen am 19. Januar 2009.@1@2Vorlage:Toter Link/www.cdu-wustermark.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  4. CDU-FDP-Koalition in Berlin-Charlottenburg. In: Hamburger Abendblatt. Nr. 132, 10. Juni 1971, S. 13 (abendblatt.de [PDF; 1,9 MB; abgerufen am 4. März 2015]).
  5. Lieber Proporz. In: Der Spiegel. Nr. 25, 1971, S. 31 (online).
  6. Alexander Richter (Bundespressesprecher und Redakteur der Freiheitsglocke): Geschichte der VOS. (PDF) 31. Januar 2000, archiviert vom Original am 20. Juli 2007; abgerufen am 18. Januar 2009.
  7. Joachim Nawrocki: Reaktion von rechts. In: Die Zeit. Nr. 45/1974, 1. November 1974, S. 7 (zeit.de [abgerufen am 4. März 2015]).
  8. J. N.: Uneinige Rechte. In: Die Zeit. Nr. 46/1975, 7. November 1975, S. 13 (zeit.de [abgerufen am 4. März 2015]).
  9. Stand: Januar 2008
  10. Traueranzeige der Familie im Berliner Tagesspiegel vom 22. Februar 2015. Abgerufen am 11. Dezember 2019.