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Rogoźno ([rɔˈgɔʑnɔ], deutsch Rogasen) ist eine Stadt im Westen Polens, die in der Woiwodschaft Großpolen und ca. 30 Kilometer nördlich von Posen liegt. Rogoźno ist Sitz einer Stadt- und Landgemeinde.

Rogoźno
Datei:POL Rogoźno COA old.svg
Rogoźno (Polen)
Rogoźno
Rogoźno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Oborniki
Fläche: 11,24 km²
Geographische Lage: 52° 45′ N, 17° 0′ OKoordinaten: 52° 44′ 57″ N, 16° 59′ 59″ O
Höhe: 63 m n.p.m.
Einwohner: 11.179
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 64-610
Telefonvorwahl: (+48) 67
Kfz-Kennzeichen: POB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 11 ObornikiPiła
DW 241 Rogoźno–Wągrowiec
Schienenweg: Posen–Piła
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 34 Ortschaften
17 Schulzenämter
Fläche: 217,95 km²
Einwohner: 18.203
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3016023
Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Bogusław Janus
Adresse: ul. Nowa 2
64-610 Rogoźno
Webpräsenz: www.rogozno.pl



GeschichteBearbeiten

In Rogoźno wurde am 8. Februar 1296 der damalige polnische König Przemysław II. getötet.

Während der (europaweiten) Hungerkrise des Jahres 1847 war Rogasen Schauplatz bürgerkriegsähnlicher Unruhen, als polnische und jüdische Unterschichtsangehörige die Häuser deutscher und jüdischer Einwohner plünderten.[2]

Die offizielle Umbenennung von Rogasen in Rogoźno erfolgte nach dem Ersten Weltkrieg, als gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages das Deutsche Kaiserreich unter anderem auch weite Teile der preußischen Provinz Posen an den wieder errichteten polnischen Staat abtreten musste.

Nach der völkerrechtswidrigen Annexion durch das nationalsozialistische Deutsche Reich gehörte die Stadt – nun wieder unter ihrem deutschen Namen – von 1939 bis 1945 zum Landkreis Obornik im Reichsgau Wartheland. Die Reichsregierung ließ eine Lehrerbildungsanstalt (LBA) und ein Lager des Reichsarbeitsdienstes (RAD) in Rogasen einrichten.

GemeindeBearbeiten

Zur Stadt- und Landgemeinde gehören neben der Stadt Rogoźno weitere 17 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[3][4] mit einem Schulzenamt.

  • Boguniewo (Boguniewo, 1943–1945 Buchenhain)[4]
  • Budziszewko
  • Garbatka (Garbatka, 1943–1945 Paulsruhe)[4]
  • Gościejewo (Gosciejewo, 1939–1945 Bülowsthal, 1943–1945 Bülowstal)[4]
  • Jaracz (Jahrhauland)[5]
  • Karolewo (Karlshof)[5]
  • Kaziopole (Kaziopole, 1943–1945 Katzenfelde)[4]
  • Laskowo (Laskowo, 1943–1945 Amalienruh)[4]
  • Nienawiszcz (Neufelde)[5]
  • Owczegłowy (Seefelde)[5]
  • Owieczki (Treuenfelde)[5]
  • Parkowo (Parkowo, 1943–1945 Parkdorf)[4]
  • Pruśce
  • Ruda (Vorwerk Ruda, älter Ruden[6])
  • Słomowo (Korndorf)[5]
  • Studzieniec (Studziniec, 1943–1945 Henkeshof)[5]
  • Tarnowo (Tarnowo, 1906–1943 Tarnau, 1943–1945 Ristenau)

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind:

  • Biniewo
  • Cieśle (Schreinersdorf)[5]
  • Dziewcza Struga (Trockenhauland)[5]
  • Grudna (Grudna)[4]
  • Józefinowo (Josefinowo, 1943–1945 Parkdorfau)[4]
  • Marlewo (Dreiershof)[5]
  • Międzylesie (Mittenwald)[5]
  • Nowy Młyn (Neumühle)[5]
  • Olszyna (Silgendorf)[5]
  • Rożnowice (Raschau)[5]
  • Sierniki (Scharnau)[5]
  • Stare
  • Szczytno (Hermannsland)[5]
  • Wełna (Welna)[4]
  • Wojciechowo (Glücksburg)[5]
  • Żołędzin (Zolentschin, 1943–1945 Sollenschin)[4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Heiliggeist-Kirche
 
St.-Vitus-Kirche
  • Die römisch-katholische St.-Vitus-Kirche, erbaut 1526.
  • Das Rathaus am alten Marktplatz Plac Karola Marcinkowskiego
  • Liceum Ogólnokształcące im. Przemysła II, eines der ältesten Schulgebäude Großpolens aus dem Jahr 1869.
  • Jüdischer Friedhof am Wald aus dem 17. Jahrhundert, dessen Grabsteine zur Zeit des Nationalsozialismus entfernt und zum Bau eines neuen Gehwegs eingesetzt wurden.
  • mittelalterliches Schloss
  • katholischer Friedhof in der Nähe der Pfarrkirche
  • zerstörter evangelischer Friedhof am See Jezioro Rogozińskie
  • Heiliggeistkirche aus dem 19. Jahrhundert mit hölzernem Glockenturm

PolitikBearbeiten

WappenBearbeiten

Das Wappen zeigt in Rot einen halben silbernen Adler und einen silbernen Schlüssel und darüber eine goldene Krone.

FlaggeBearbeiten

Die Stadtflagge Rogoźnos hat drei horizontale Streifen in weiß, gold und rot. Die mittlere goldene Spur ist doppelt so breit wie die weiße und rote.

VerkehrBearbeiten

Die Stadt hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Poznań–Piła und der bei Rogoźno nur noch im Güterverkehr betriebenen Bahnstrecke Inowrocław–Drawski Młyn.

BildungBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Hans-Heinrich Bass: Hungerkrisen in Preussen während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Scripta Mercaturae Verlag, St. Katharinen 1991, ISBN 3-922661-90-4, S. 250–251.
  3. Das Genealogische Orts-Verzeichnis
  4. a b c d e f g h i j k Vgl. Deutsche Topograph. Karte, 3267 Bülowsthal
  5. a b c d e f g h i j k l m n o p q Vgl. Forum Ahnenforschung - deutsche Ortsnamen im Wartheland
  6. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 6. März 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mapywig.org