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Robin Wood

deutsche Umwelt- und Naturschutzorganisation

Robin Wood – Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V. ist eine deutsche Umwelt- und Naturschutzorganisation.

Robin Wood
Logo Robin Wood 2017.svg
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 13. November 1982
Sitz Hamburg[1]
Schwerpunkt Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e. V.
Personen Sven Schupp (Vorstandssprecher)
Umsatz ca. 920.000 (2018)[2]
Mitglieder ca. 1.400 (+ 3.500 Förderer)
Website www.robinwood.de
Blockade der Mülldeponie Lichtenberg auf dem ehemaligen Uranabbaugebiet der Wismut AG, 1990
Floß von Robin Wood vor Anker auf dem Rhein in Köln während ihrer Kampagne „Stromwechsel jetzt! Floß geht’s!“, 2007
Kranbesetzung gegen die Waldschlösschenbrücke in Dresden

GeschichteBearbeiten

Die Organisation wurde am 13. November 1982 von einem Dutzend Umweltaktivisten in Bremen gegründet: Die ehemaligen Greenpeace-Mitglieder wollten nicht länger vorgeplante Aktionen umsetzen, sondern selbst eigene starten.[3] Der Name ist angelehnt an die Figur des Robin Hood: Statt wie Robin Hood als „Rächer der Enterbten“ bezeichnete sich Robin Wood als „Rächer der Entlaubten“.[4] Um sich verstärkt den Themen Waldsterben und saurer Regen widmen zu können, verließen sie damals Greenpeace. Mit der Zeit kamen weitere Themen hinzu, so dass sich Robin Wood heute thematisch in die vier Fachreferate Wald, Tropenwälder, Energie und Verkehr gliedert. Robin Wood versteht sich als basisdemokratische, gewaltfreie Aktionsgemeinschaft.[4]

Zwei Aktivisten der Umweltorganisation wurden im November 2010 wegen ihrer Gleisblockade zur Zahlung von insgesamt 8.450 Euro aufgefordert. Ein strafrechtliches Verfahren werde geprüft.[5] Da eine Rechtsgrundlage für die Erhebung der Kosten fehle, hob das Verwaltungsgericht Schleswig die entsprechenden Gebührenbescheide der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt am 17. Dezember 2013 auf.[6]

OrganisationBearbeiten

Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich größtenteils durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Er hat in Deutschland etwa 1.400 stimmberechtigte Mitglieder und etwa 3.500 Fördermitglieder. Derzeit gibt es Regionalgruppen von unterschiedlicher Größe und Aktivität in etwa zehn Städten und Regionen. Insgesamt arbeiten zwölf Festangestellte in der Bundesgeschäftsstelle, der Magazin-Redaktion und der Pressestelle einschließlich der Fachreferate, die seit 14. März 2016 in einem gemeinsamen Büro in Hamburg-Harburg untergebracht sind.[7]

Robin Wood finanzierte sich 2018 zu etwa 80 % aus Spendenbeiträgen und nur zu 6 % aus Mitgliederbeiträgen; die Gesamteinnahmen betrugen etwa 920.000 Euro.[2] Bei den Ausgaben dominieren die Kosten für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (27,7 %), Aktionen (13,6 %) und Kampagnen und Facharbeit (22,7 %).

Von den stimmberechtigten Mitgliedern nehmen die der Regionalgruppen sowie die Angestellten ihr satzungsmäßiges Recht wahr, Vertreter für die Delegiertenversammlung zu wählen. Mehrmals im Jahr versammeln sich diese gewählten Delegierten, um über Politik und Aktivitäten des Vereins zu entscheiden – hierbei wird das Konsensprinzip angestrebt.

Robin Wood ist Mitglied im Deutschen Naturschutzring.[8]

Aktionen und KampagnenBearbeiten

Im Fokus der Vereinsarbeit stehen Maßnahmen zur Verbesserung der bemängelten Zustände in der Natur durch bestimmte Formen der Öffentlichkeitsarbeit. Robin Wood versucht, durch gewaltfreie Aktionen die ihrer Meinung nach drängendsten ökologischen Probleme in das Bewusstsein der Menschen zu bringen.

Zu diesen Aktionen zählen Proteste[9] wie die Erkletterung oder Besetzung von Gebäuden und das Enthüllen von Transparenten, aber auch die Umweltbildung bei öffentlichen Veranstaltungen oder in Schulen. Darüber hinaus werden Recherchen und Publikationen veröffentlicht und vierteljährlich das ROBIN-WOOD-Magazin herausgegeben. Auf einem selbst gebauten Floß, das in den letzten Jahren in Deutschland unterwegs war, werden aktuelle Themen präsentiert. Auch 2014 fand eine Floßtour von Berlin bis Hamburg unter dem Motto Energiewende nicht kentern lassen statt.[10]

Die Aktionen, Informationsstände, Vorträge und Veröffentlichungen werden teilweise von ehrenamtlichen Aktiven getragen. Die inhaltliche Hintergrundarbeit dazu liefern die Fachgruppen mit Unterstützung von Fachreferenten.

Kampagnen widmeten sich den Hintergründen der Papierproduktion oder der Verwendung von Tropenholz in Papierprodukten oder Alltagsgegenständen oder der Zerstörung von Tropenwald für Ölpalmenmonokulturen. Der Verein klärt über bestehende Gütesiegel wie das Forest Stewardship Council auf und fördert den Gebrauch von Recyclingpapier insbesondere an Schulen. 2009 beendete Robin Wood seine Mitgliedschaft beim FSC-International aus Protest und beschränkte sich auf die Mitarbeit und Mitgliedschaft in der FSC-Arbeitsgruppe Deutschland.[11] Außerdem betrieb der Verein eine Kampagne gegen Wegwerfbecher unter dem Motto „Rächer der Becher – Waldschutz statt Wegwerfbecher“. Auch Proteste gegen die Kohleverstromung waren ein Thema, das mit Aktionen begleitet wird. Weitere Themen sind Urantransporte durch Deutschland und Fracking.

Robin Wood sprach sich gegen die Privatisierung der Deutschen Bahn AG und die umfassende Subventionierung des Flugverkehrs aus. Außerdem fordern sie konsequente Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung.

LiteraturBearbeiten

  • Volker Lange, Erdman Wingert (Hrsg.): ROBIN WOOD. Und vor uns sterben die Wälder Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1984, ISBN 3-498-07299-4.
  • Sepp Holzer, Hans Haas u. a.; Robin Wood (Hrsg.): Die Visionäre: Ist unsere Erde noch zu retten? Concordverlag, Mariahof 2005, ISBN 978-3-950188-72-1.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Robin Wood – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Satzung. Robin Wood, S. 6;.
  2. a b Jahresbericht 2018. (PDF) Robin Wood, S. 6;.
  3. Gründung von Robin Wood war Trotzaktion. Vor 30 Jahren wurde die Umwelt- und Naturschutzorganisation „Robin Wood“ gegründet. Deutschlandfunk, 12. November 2012;.
  4. a b Eigene Darstellung auf www.robinwood.de, „es war einmal“ bzw. „wie wir sind“, abgerufen am 29. September 2017.
  5. Gleisblockierer müssen für Polizeieinsatz zahlen. Hamburger Abendblatt, abgerufen am 18. Februar 2011 (Zahlungspflichtig).
  6. Erfolg für AtomkraftgegnerInnen vor Gericht. VG Schleswig entscheidet: AktivistInnen müssen nicht für Polizei-Einsatz beim Lubmin-CASTOR zahlen. (Nicht mehr online verfügbar.) Robin Wood, archiviert vom Original am 11. Dezember 2014;.
  7. Organigramm von Robin Wood. (Nicht mehr online verfügbar.) Robin Wood, archiviert vom Original am 3. Februar 2017;.
  8. Robind Wood: Mitglied im DNR. DNR;
  9. Uwe Aulich: Robin Wood protestiert gegen Baumfällungen. In: Berliner Zeitung. 22. Juni 2007, abgerufen am 17. Juni 2015.
  10. Infos zur Floßtour www.robinwood.de, abgerufen am 13. Dezember 2011
  11. Erklärung zum Austritt von ROBIN WOOD e.V. aus dem Forest Stewardship Council (FSC-International). 24. Januar 2009;.