Richard Graf von Schwerin

deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg
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Richard Hugo Ernst Graf von Schwerin (* 24. Mai 1892 in Peitschendorfswerder, Kreis Sensburg; † 23. Juli[1] 1951 in Dobrock) war ein deutscher Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg und u. a. Kommandeur der 79. Infanterie-Division.

LebenBearbeiten

Richard war ein Sohn des Landrats des Kreises Sensberg Georg von Schwerin (1856–1923), Herr auf Peitschendorfswerder. Sein Großvater, der Kreisdeputierte und Rittergutsbesitzer Otto Engelhard von Schwerin war vor dem Vater von 1868 bis 1892 Landrat von Sensburg.

Schwerin nahm am Ersten Weltkrieg teil, avancierte bis Mai 1918 zum Oberleutnant und erhielt für sein Wirken neben beiden Klassen des Eisernen Kreuzes das Verwundetenabzeichen in Schwarz.[2] Nach Kriegsende erfolgte seine Übernahme in die Reichswehr. Hier wurde er dem 9. (Preußisches) Infanterie-Regiment zugeteilt und stieg am 1. Dezember 1926 zum Hauptmann auf. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Schwerin als Oberstleutnant (seit 1. März 1937) zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 212 ernannt.

Am 14. Januar 1942 erhielt er den Oberbefehl über die 79. Infanterie-Division. Die 79. Infanterie-Division griff erst am 20. Oktober 1942 in die Schlacht um Stalingrad ein und erhielt den Auftrag zusammen mit der 100. Jäger-Division das Stahlwerk „Roter Oktober“ einzunehmen. Bis auf die Martinofenhalle/Halle 4 wurde ein Großteil der Stahlgießerei in zahlreichen Stoßtrupp-Operationen eingenommen.[3] Hauptmann Helmut Welz vom PiBtl. 179 erhielt den Befehl, die Martinsofenhalle am 10. November 1942 endgültig niederzuwerfen. Welz widersetzte sich zunächst diesem Befehl, da das Bataillon seiner Einschätzung nach in den vorangegangenen Kämpfen bereits zu große Verluste erlitten hatte. Ein erfolgreicher Angriff auf die Halle schien ihm daher nicht durchführbar, was von Schwerin jedoch nicht interessierte:

Ich brauche ihre Ratschläge nicht und verbitte mir diese Belehrungen. Wenn Sie es anders besser verstehen: Divisionsbefehl, Sie greifen am 10. November Halle Vier an und stoßen bis zur Wolga durch, verstanden?

Generalleutnant Richard Graf von Schwerin[4]

Hauptmann Welz vermutete hinter dem selbstmörderischen Unterfangen in Halle 4 die Bemühung Schwerins, sich auf Kosten des Lebens seiner Soldaten das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes zu verdienen. Tschuikow merkte später hierzu an, dass der Divisionsbefehlshaber aus einer 10 km entfernten Stellung die Durchführbarkeit eines solchen Unternehmens hätte gar nicht beurteilen können.[5]

Im November 1942 sollte die Gruppe Schwerin in der finalen Offensive auf die letzten sowjetischen Brückenköpfe eine herausragende Rolle spielen. Weitere Stoßtruppunternehmen sollten den Gegner über die tatsächliche Ausdehnung der Angriffsfront täuschen. Nachfolgende Unternehmen Schwerin I und II wurden aufgrund des starken Nachlassens der deutschen Kräfte im November 1942 nicht mehr realisiert.[6]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser A. Band XX. Band 93 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1988, ISSN 0435-2408, S. 369.
  2. Reichswehrministerium (Hrsg.): Rangliste des Deutschen Reichsheeres. E.S. Mittler & Sohn. Berlin 1930. S. 150.
  3. Helmut Welz: Verratene Grenadiere. Berlin 1967, S. 49–80.
  4. Helmut Welz: Verratene Grenadiere. Berlin 1967, S. 56.
  5. Wassili Tschuikow: Die Schlacht des Jahrhunderts. Berlin 1988, S. 281.
  6. Manfred Kehrig: Stalingrad. Analyse und Dokumentation einer Schlacht. Stuttgart 1979, S. 42f.