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Rheurdt

Gemeinde in Nordrhein-Westfalen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rheurdt
Rheurdt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rheurdt hervorgehoben

Koordinaten: 51° 28′ N, 6° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Kleve
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 30,03 km2
Einwohner: 6589 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 219 Einwohner je km2
Postleitzahl: 47509
Vorwahlen: 02845, 02833
Kfz-Kennzeichen: KLE, GEL
Gemeindeschlüssel: 05 1 54 048
Gemeindegliederung: 2 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 35
47509 Rheurdt
Website: www.rheurdt.de
Bürgermeister: Klaus Kleinenkuhnen (parteilos)
Lage der Gemeinde Rheurdt im Kreis Kleve
NiederlandeKrefeldKreis BorkenKreis ViersenKreis WeselBedburg-HauEmmerich am RheinGeldernGochIssumKalkarKerkenKevelaerKleveKranenburg (Niederrhein)ReesRheurdtStraelenUedemWachtendonkWeezeKarte
Über dieses Bild
Pfarrkirche Sankt Nikolaus

Die Gemeinde Rheurdt [ʁøɐt] liegt am unteren Niederrhein im Westen von Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf.

GeografieBearbeiten

Räumliche LageBearbeiten

Rheurdt liegt linksrheinisch im niederrheinischen Tiefland auf einer Höhe von 30 bis 80 m ü. NN. Durch das Gemeindegebiet fließen die Nenneper Fleuth, der Littardsche Kendel und der Landwehrbach. In Nord-Süd-Richtung verlaufen die Rheurdter und Schaephuysener Höhen, eine Endmoräne aus der Saaleeiszeit.

GemeindegebietBearbeiten

Die Gemeindefläche umfasst 30 km². Die Gemeinde Rheurdt gliedert sich in die zwei Ortschaften Rheurdt und Schaephuysen (sprich: Schaphüsen). Zur Ortschaft Rheurdt gehört der Ortsteil Kengen, zu Schaephuysen gehören die Ortsteile Finkenberg, Lind, Neufeld und Saelhuysen (sprich: Saalhüsen).

Nachbargemeinden/-städteBearbeiten

Die Gemeinde Rheurdt grenzt im Norden an die Gemeinde Issum, im Osten an die Städte Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn (beide Kreis Wesel), im Süden an die Stadt Kempen (Kreis Viersen) und im Westen an die Gemeinde Kerken.

GeschichteBearbeiten

Die Gemeinde Rheurdt wurde zum ersten Mal 1294 als Rurde oder Rorde erwähnt. Bis 1713 gehörten die einzelnen Gemeinden und Dörfer Rheurdts zum Herzogtum Geldern, kamen dann zu Preußen und standen von 1798 bis 1814 unter französischer Herrschaft. Nach dem Wiener Kongress 1815 kamen die zugehörigen Ortschaften zum Kreis Rheinberg, der 1823 mit dem Kreis Geldern vereinigt wurde. Diese Vereinigung wurde bereits 1857 rückgängig gemacht und der Sitz des Kreises nach Moers verlegt.

GebietsreformBearbeiten

Die Gemeinde Rheurdt entstand in der heutigen Form am 1. Juli 1969 beim ersten kommunalen Neugliederungsprogramm in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinden Rheurdt und Schaephuysen wurden zur neuen Gemeinde Rheurdt zusammengeschlossen.[2]

Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des zweiten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen der Altkreis Kleve mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die folgenden Angaben beziehen sich auf das heutige Gebiet der Gemeinde Rheurdt.[3]

  • 1961: 4.239 Einwohner (Rheurdt: 2371 Einwohner, Schaephuysen: 1868 Einwohner)[4]
  • 1975: 5.508 Einwohner
  • 1980: 5.604 Einwohner
  • 1985: 5.617 Einwohner
  • 1990: 5.511 Einwohner
  • 1995: 5.983 Einwohner
  • 2000: 6.433 Einwohner
  • 2005: 6.651 Einwohner
  • 2010: 6.736 Einwohner
  • 2015: 6.704 Einwohner

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2014
(in %) [5]
 %
50
40
30
20
10
0
42,4
28,7
11,6
17,1
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-2,7
+4,4
-4,1
+2,2

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Rheurdt besteht aus insgesamt 20 Mitgliedern. Seit der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 sind im Gemeinderat CDU (42,4 %, 9 Sitze), SPD (28,7 %, 6 Sitze), FDP (11,6 %, 2 Sitze) und Grüne (15,7 %, 3 Sitze) vertreten.[5]

Die nächste Kommunalwahl findet im Jahr 2020 statt.

BürgermeisterBearbeiten

Zum Bürgermeister der Gemeinde Rheurdt wurde 2015 Klaus Kleinenkuhnen (Parteilos / Kandidat der CDU) mit 79,4 % der Stimmen wiedergewählt. Es gab keinen Gegenkandidaten.

Die nächste Bürgermeisterwahl findet im Jahr 2020 statt.

Wappen und BannerBearbeiten

 
Gemeindebanner

Der Gemeinde Rheurdt wurde mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Düsseldorf vom 11. August 1970 die Genehmigung zur Führung eines Wappens, eines Siegels und eines Banners erteilt.

Die heraldische Beschreibung lautet: „In Blau ein silberner Hirschkopf mit einem schwebenden goldenen Kreuz zwischen dem Geweih; im Schildhaupt balkenweise drei goldene Äpfel.“

Das Wappen wurde nach der kommunalen Neugliederung 1969 entworfen und verbindet Elemente des Rheurdter Pfarrpatrons St. Nikolaus, die goldenen Äpfel, mit der Legende des Schaephuysener Pfarrpatrons St. Hubertus. Die Farben Gold und Blau sind die des Herzogtums Geldern.

Bannerbeschreibung: Im Verhältnis 1 : 2 : 1 blau-gold (gelb) - blau längs gestreift, im oberen Drittel in Blau freistehend ein silberner (weißer) Hirschkopf im Visier mit schwebendem goldenen (gelben) Kreuz zwischen dem Geweih, darüber balkenweis drei goldene (gelbe) Äpfel.[6]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

SportBearbeiten

Rheurdt verfügt über eine Reitanlage, ein Hallenbad (Schwimmerbecken und Nichtschwimmerbecken), zwei Sportplätze (Rheurdt und Schaephuysen), einen Tennisplatz, zwei Turnhallen (Rheurdt und Schaephuysen) und eine Sportschützenbahn.

ParksBearbeiten

BurgerparkBearbeiten

 
Blick auf den Burgerpark von Nord-Westen

Der Burgerpark ist eine öffentliche Grünfläche im Herzen Rheurdts, die direkt neben der katholischen Kirche liegt und auf der traditionell das Osterfeuer, das Martinsfeuer und auch das jährliche Vogelschießen der Schützen veranstaltet werden. Des Weiteren wird er für andere Sonderveranstaltungen diverser Vereine genutzt. Seit einigen Jahren steht dort auch der Rheurdter Vereinsbaum.

Oermter BergBearbeiten

Der Oermter Berg ist eine der größten Endmoränen am linken Niederrhein. Heute ist er ein beliebtes Ausflugsziel und Naherholungsgebiet. Bis ins 16. Jahrhundert wurde der Berg sogar als Weinanbaugebiet vom nahegelegenen Kloster Kamp genutzt. Der Wein soll allerdings nur als Messwein gedient haben. Dort findet sich auch die Bürgerbegegnungsstätte, in der die "Naturkundliche Sammlung Niederrhein" ausgestellt ist.

SonstigesBearbeiten

Im Gebiet der Gemeinde Rheurdt liegt das Naturschutzgebiet Staatsforst Rheurdt/Littard sowie das Schloss Leyenburg, der ehemalige Landsitz der Familie von der Leyen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

BusverkehrBearbeiten

Innerhalb des Gemeindegebiets und in die angrenzenden Kommunen fahren Buslinien, welche Verbindungen u. a. nach Neukirchen-Vluyn und weiter bis Moers anbieten.

BahnverkehrBearbeiten

Der nächstgelegene Bahnhof ist in Aldekerk. Die durch Rheurdt verlaufende Bahnstrecke Moers-Neukirchen-Vluyn- Hoerstgen- Sevelen ist teilweise stillgelegt und wird derzeit nur auf dem Abschnitt Moers-Vluyn befahren, der seit April 2008 für Güterverkehre reaktiviert ist.

StraßenverkehrBearbeiten

Rheurdt ist über die Bundesstraßen 9 und die 510 sowie die Bundesautobahnen 40 (E 34) und 57 (E 31) an das überregionale Straßennetz angebunden.

FlugverkehrBearbeiten

Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen Düsseldorf und der Flughafen Niederrhein in Weeze.

LiteraturBearbeiten

  • Gemeinde Rheurdt (Hrsg.): Rheurdt und Schaephuysen – ein Jahrhundert in Bildern. Rheurdt 2007.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Hugo Hammans (1927–2012), Pädagoge, Entwicklungshelfer und Politiker (CDU)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rheurdt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2018 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 21. September 2018. (Hilfe dazu)
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 103.
  3. Bevölkerung aller Gemeinden in Nordrhein-Westfalen ab dem 31. Dezember 1962 jeweils am Jahresende nach dem jetzigen Gebietsstand
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 241 und 245.
  5. a b Wahlergebnisse Kommunalwahl 2014 Kommunales Rechenzentrum Niederrhein
  6. Hauptsatzung der Gemeinde Rheurdt: Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 26. November 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rheurdt.de