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Ge 4/6
Ge 4/6 353 mit einem Güterzug in Samedan (1985)
Ge 4/6 353 mit einem Güterzug in Samedan (1985)
Nummerierung: 301–302, 351–355, 391
Anzahl: 8
Baujahr(e): 1912–1918
Ausmusterung: 1966–1984
Achsformel: 1'D1'
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem: 11 kV 16 2/3 Hz ~

Die Ge 4/6 ist eine Serie von sechsachsigen Elektrolokomotiven der Rhätischen Bahn (RhB). Sie verfügen über je vier per Kuppelstangen angetriebene Triebachsen und zwei Laufachsen.

GeschichteBearbeiten

Anlässlich der Eröffnung der Bahnstrecke Samedan–Scuol 1913 benötigte die Rhätische Bahn eine Reihe leistungsfähiger Elektrolokomotiven. Da das dort angewendete Wechselstromsystem noch in den Kinderschuhen steckte, beauftragte man eine Reihe von Elektrokonzernen mit dem Bau der Loks, um so die ideale Bauweise zu finden. Der mechanische Teil aller Lokomotiven wurde durch die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) gefertigt.

Als erste Lok traf die Nr. 351 mit einer elektrischen Ausrüstung der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) im Dezember 1912 in Graubünden ein, sie war somit die erste Elektrolok der RhB. Eine baugleiche Schwesterlok mit der Nummer 352 folgte im Februar 1913. Als dritte Lok folgte 1913 die Nr. 391, die von SLM und AEG gebaut wurde. Als vorerst letzte Lok wurde die von der BBC ausgerüstete Nr. 301 im Juni 1913 in Betrieb genommen. 1918 übernahm die RhB eine weitere Lok mit der Nummer 302, die von der BBC 1914 auf eigene Rechnung als Ausstellungsstück gebaut worden war.

Die Versuchsfahrten hatten in der Zwischenzeit gezeigt, dass sich die Konstruktion der MFO am besten für die Bedürfnisse der RhB eignete, folglich wurde eine Serie von drei geringfügig verstärkten Lokomotiven mit den Nummern 353 bis 355 in Auftrag gegeben.

Einsatz und AusrangierungBearbeiten

 
Lok 353 in Ilanz

Der Erste Weltkrieg machte weitere Neuanschaffungen unmöglich, so dass keine weiteren Ge 4/6 gebaut wurden. Erst 1921 erreichten weitere Elektroloks die RhB, nun aber in Form der leistungsstärkeren Ge 6/6 I. Die Ge 4/6 wurden in der Folgezeit im leichten und mittleren Personen- und Güterverkehr auf dem gesamten Stammnetz eingesetzt. Als erste Lok schied die Nr. 301 1966 aus dem aktiven Dienst aus; sie wurde zum Ersatzteilspender und 1971 verschrottet, die Ge 4/6 Nr. 302 folgte fünf Jahre später. Die Lieferung der ersten Ge 4/4 II bedeutete 1973 das Aus für die Loks 351 und 352, die Loks 354 und 355 folgten 1982 bzw. 1984 auf den Schrott, während die Nr. 353 als Museumsfahrzeug erhalten blieb. Die AEG-Lok 391 war bereits 1973 ausgemustert worden, blieb jedoch bis 1980 bei der RhB. Sie wurde an die AEG zurückgegeben und kann heute im Deutschen Technikmuseum Berlin besichtigt werden.

Die Museumslok 353, die 2004 ihr 90. Dienstjubiläum feiern konnte, ist nach wie vor regelmässig mit Museumszügen im Einsatz.

 
Lok Ge 4/6 Nr. 353 im Depot Samedan

Liste der Ge 4/6 der Rhätischen Bahn AGBearbeiten

Betriebsnummer Inbetriebnahme Hersteller Motorleistung Ausmusterung Verbleib
301 09.06.1913 SLM/BBC 440 kW 1966 verschrottet November 1971
302 29.08.1918 SLM/BBC 588 kW 1971 verschrottet Dezember 1976
351 18.12.1912 SLM/MFO 440 kW 1973 verschrottet Januar 1977
352 07.02.1913 SLM/MFO 440 kW 1973 verschrottet Februar 1977
353 24.07.1914 SLM/MFO 588 kW - Museumslok, Depot Samedan
354 06.10.1914 SLM/MFO 588 kW 1984 verschrottet Dezember 1984
355 21.12.1914 SLM/MFO 588 kW 1984 verschrottet August 1984
391 16.03.1913 SLM/AEG 440 kW 1973 1980 an AEG, Museumslok DTMB

LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang Finke, Hans Schweers: Die Fahrzeuge der Rhätischen Bahn 1889–1998. Band 3: Lokomotiven, Triebwagen, Traktoren. Schweers + Wall, Aachen 1998, ISBN 3-89494-105-7.

WeblinksBearbeiten

  Commons: RhB Ge 4/6 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien