Raspo Elmshorn

deutscher Fußballverein
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Rasensport Elmshorn war eine Abteilung des Sportvereins FTSV aus Elmshorn im Kreis Pinneberg. Die erste Fußballmannschaft spielte sieben Jahre in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein.

GeschichteBearbeiten

Im September 1890 gründeten unzufriedene Mitglieder des Elmshorner MTV 1860 den Arbeiterbildungsverein Elmshorn. Dessen Turnabteilung wurde im Jahre 1895 als Freie Turnerschaft Elmshorn eigenständig. Die Fußballer der Freien Turnerschaft spalteten sich am 1. Juni 1920 unter dem Namen VfR Elmshorn ab, fusionierten aber 1923 wieder mit der Freien Turnerschaft zum FTSV Elmshorn 1890. Da der Verein im Arbeitersport involviert war, wurde er mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 verboten. Erst am 3. Mai 1946 wurde der Verein neu gegründet. Die Fußballer traten unter dem Namen Rasensport Elmshorn oder (im Volksmund, nicht offiziell) Raspo Elmshorn an.

1953 gelang der Mannschaft der Aufstieg in die damals drittklassige Verbandsliga und zwei Jahre später schaffte sie den Aufstieg in die Amateurliga Hamburg. 3.000 Zuschauer sahen zum Saisonauftakt einen 3:1-Sieg über den Harburger TB, der den Elmshornern aber nicht zum Klassenerhalt reichte. Bis weit in die 1970er Jahre war Raspo eine Fahrstuhlmannschaft. Nach einem einjährigen Gastspiel in der Saison 1958/59 konnte sich die Mannschaft nach dem dritten Aufstieg im Jahre 1961 längerfristig im Hamburger Oberhaus etablieren. Nach dem Abstieg im Jahre 1964 mussten die Elmshorner 1970 in die Bezirksliga zurück, weil die damals dreigleisige Verbandsliga in eine zweigleisige Amateurliga umgewandelt wurde und es somit zu einem erhöhten Abstieg kam.

Im Jahre 1983 gelang die Rückkehr in die nunmehr fünftklassige Landesliga, dem drei Jahre später der Aufstieg in die Verbandsliga folgte. 1989 übernahm Eugen Igel das Traineramt und führte Raspo zwei Jahre später zur Vizemeisterschaft hinter dem VfL Hamburg 93. In der Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord wurden die Elmshorner Zweiter hinter Kickers Emden und verpassten dadurch den Aufstieg. 1993 gewann Raspo den Hamburger Pokal durch einen 3:1-Sieg über KS Polonia Hamburg. Im DFB-Pokal 1993/94 unterlag man in der 2. Runde dem hessischen Vertreter Eintracht Haiger. Im Jahre 1996 wurden die Elmshorner Vizemeister hinter dem SC Condor Hamburg und setzten sich in der Aufstiegsrelegation zur Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein mit 0:1 und 3:0 gegen den TuS Felde durch. Als Zwölfter der Oberligasaison 1996/97 verpasste Raspo den Klassenerhalt nur, weil drei Regionalligisten in die Oberliga abstiegen.

Nach dem sofortigen Wiederaufstieg konnten sich die Elmshorner in der Oberliga etablieren. Im Jahre 2000 wurde Raspo Vizemeister hinter dem TuS Felde. Am Saisonende verabschiedete sich Trainer Igel, der schon zwei Jahre später zurückkehrte und die Mannschaft zum Klassenerhalt führte. Ein Jahr später verpasste Raspo als Drittletzter die Qualifikation zur eingleisigen Oberliga Nord. Die Spielzeit 2003/04 war von vereinsinternen Querelen überschattet, die mit der zum 1. Juli 2004 geplanten Fusion des FTSV mit dem Nachbarverein Fortuna Langelohe zusammenhingen. Mit der vollzogenen Fusion zum FTSV Fortuna wurde aus den Fußballabteilungen beider Vereine der FC Elmshorn.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine. Norddeutschland. Zwischen TSV Achim, Hamburger SV und TuS Zeven. AGON Sportverlag, Kassel 2004, ISBN 3-89784-223-8, S. 100.