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Philip Bußmann

deutscher Bühnenbildner, Videokünstler, Fotograf und Regisseur

LebenBearbeiten

Philip Bußmann studierte Bühnen- und Kostümbild bei Professor Jürgen Rose an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart. Nach dem Studium zog er nach New York. Seit 2002 lebt er in Frankfurt am Main.[1]

SchaffenBearbeiten

In New York war Bußmann acht Jahre lang Video[2]- und Grafikdesigner[3] bei der experimentellen freien Theatergruppe The Wooster Group. Sein Bühnenvideo für House/Lights[4] wurde mit einem Bessie Award ausgezeichnet.[5] Während seiner Zeit in den USA entstanden erste Arbeiten in Deutschland: mit Nicolas Stehmann am Schauspielhaus Hamburg[6], William Forsythe für das Ballett Frankfurt[7] sowie Matthias Hartmann am Schauspielhaus Bochum[8].

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 2002 entstanden weitere Arbeiten mit Matthias Hartmann[9] und William Forsythe sowie Projekte mit Sasha Waltz[10], Jean Jourdheuil[11], Peter Konwitschny[12], Hans-Werner Kroesinger[13] und Luk Perceval[14], Seitdem verbindet ihn mit Forsythe und Perceval eine langjährige Zusammenarbeit.

2004 gründete Bußmann zusammen mit dem Tänzer Christopher Roman eine eigene Theatergruppe. Seitdem realisiert er in Co-Regie mit der Dramaturgin Célestine Hennermann unter dem Namen 2+ Theaterprojekte und Installationen.[15]

In den folgenden Jahren entstanden Theaterarbeiten unter anderem mit Jarg Pataki[16], Richard Siegal[17], Ludger Engels[18], Diane Paulus[19], Sebastian Baumgarten[20], Ron Daniels[21] sowie Sandra Strunz[22].

Seit 2010 ist Bußmann Dozent an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg.[23] Im Sommersemester 2015 war er Gastprofessor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen.[24]

In den letzten Jahren hat sich Bußmann neben seiner Theaterarbeit verstärkt eigenständigen Installationen, Fotoarbeiten und Performance-Projekten gewidmet.[25] Seine erste institutionelle Einzelausstellung mit raumgreifenden Videoinstallationen und großformatigen fotografische Arbeiten wurde im Herbst 2012 in der Ursula-Blickle-Stiftung gezeigt. Sie trug den Namen Pixelmondo und wurde von Mario Kramer kuratiert.[26]

Die Videoinstallation City of Abstracts von William Forsythe, für die Bußmann die Videosoftware entwickelt hat, war in den letzten Jahren unter anderem in der Turbinenhalle der Tate Modern London, der Pinakothek der Moderne München, dem Nam Jun Paik Art Center Seoul, dem Museum für Moderne Kunst Frankfurt und dem ICA Boston sowie 2019 im Museum Folkwang Essen, dem SESC Pompeia São Paulo, im OÖ Kulturquartier Linz und im Museum of Fine Arts Houston zu sehen.[27]

Im Herbst 2015 verbrachte Bußmann drei Monate in Kyoto in der Künstlerresidenz Villa Kamogawa des Goethe-Instituts.[28] Während seines Aufenthaltes in Japan beschäftigte er sich mit der Geisha-Kultur und deren Wurzeln im traditionellen japanischen Kabuki-Theater.[29]

Zuletzt entstanden weitere Arbeiten als Videodesigner und Bühnenbildner mit Luk Perceval[30][31], Ulrich Rasche[32][33] sowie Anselm Weber[34].

2019 wurden drei Inszenierungen für das Berliner Theatertreffen nominiert, an denen Bußmann beteiligt war: Für Mut und Gnade (Regie: Luk Perceval) entwarf er das Bühnenbild, für Die Perser und Das große Heft (Regie beide Male: Ulrich Rasche) gestaltete er das Bühnenvideo.[35] Letztere wurde in die 10er Auswahl aufgenommen und wurde nach Berlin eingeladen.[36]

Werke (Auswahl)Bearbeiten

VideodesignBearbeiten

BühnenbildBearbeiten

RegieBearbeiten

  • 2005: Persona, von 2+, Mousonturm, Regie: Philip Bußmann und Célestine Hennermann[51]
  • 2011: Studio Album, von 2+, Mousonturm, Regie: Philip Bußmann und Célestine Hennermann[52]
  • 2014: Creating My Own Tomorrow, von 2+, Mousonturm, Regie: Philip Bußmann und Célestine Hennermann[53]

Installation/AusstellungBearbeiten

  • 2005: City of Abstracts, Installation von William Forsythe mit Videosoftware von Philip Bußmann, diverse Orte[27]
  • 2012: Pixelmondo, Ausstellung von Philip Bußmann, Ursula-Blickle-Stiftung[26]
  • 2013: Memoirs of a Pole Dancer, Installation von Philip Bußmann, Goethe-Institut Montreal[25]
  • 2015: Wabi Sabi, Ausstellung von Philip Bußmann, Kunstfoyer Gallus-Theater[1]

LiteraturBearbeiten

  • Philip Bußmann, William Forsythe, Mario Kramer, Janice Perry, Christine Peters: Pixelmondo. Hrsg.: Ursula Blickle Stiftung. Kehrer Verlag, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-86828-375-4 (deutsch, englisch, 160 S.).
  • Andrew Quick: The Wooster Group Work Book. Routledge, New York/London 2007, ISBN 978-0-415-35334-2 (englisch, 287 S.).

LinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Eva-Maria Magel: Videokünstler Philip Bußmann: Der Bildermacher des Theaters. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. Februar 2019]).
  2. from the archives – an excerpt from “On Tour” (2000) – Day Two | THE WOOSTER GROUP. Abgerufen am 11. März 2019 (amerikanisches Englisch).
  3. Posters | THE WOOSTER GROUP. Abgerufen am 11. März 2019.
  4. a b Ben Brantley: THEATER REVIEW; A Case For Cubism And Deals With Devils. In: The New York Times. 3. Februar 1999, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 11. März 2019]).
  5. Award Archive. In: The Bessies. Abgerufen am 13. März 2019 (amerikanisches Englisch).
  6. a b Mysteriöse Vorlage, schlüssige Inszenierung: "Death Valley Junction": Halluzinationen und Hippies im Tal des Todes. 22. Februar 2000, abgerufen am 13. März 2019 (deutsch).
  7. a b Claudia La Rocco: Love Hurts/Love Hurts. In: The New York Times. 30. April 2006, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 13. März 2019]).
  8. a b Ralf Schnettkers: Ostermaiers "Es ist Zeit. ABRISS". 15. Oktober 2001 (welt.de [abgerufen am 13. März 2019]).
  9. a b Interview: „Musik gibt uns ein Heimatgefühl“. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 19. März 2019]).
  10. a b Insideout | Kulturstiftung des Bundes. Abgerufen am 19. März 2019.
  11. a b Ab jetzt wird alles anders | NZZ. 16. Oktober 2003, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 26. März 2019]).
  12. a b Erkenntnisgewinn durch Reduktion | NZZ. 14. März 2004, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 19. März 2019]).
  13. Forum Neues Musiktheater, Stuttgart. Abgerufen am 19. März 2019.
  14. a b Stuttgart: Tristan und Isolde / Online Musik Magazin. Abgerufen am 20. März 2019.
  15. Kulturpass Frankfurt / Rhein-Main | Darstellende Kunst. Abgerufen am 23. März 2019.
  16. a b c - Houellebecq-Inszenierung zum Saisonauftakt. Abgerufen am 24. März 2019 (deutsch).
  17. Roslyn Sulcas: RICHARD SIEGAL. Abgerufen am 25. März 2019 (englisch).
  18. Lucio Silla - Mozart - Freiburg - Grosses Haus - 27/12/2008. Abgerufen am 25. März 2019.
  19. a b Ivan Hewett: Lost Highway: into the dark heart of David Lynch. 25. März 2008, ISSN 0307-1235 (telegraph.co.uk [abgerufen am 25. März 2019]).
  20. a b Tomo Mirko Pavlovic: Die Flucht – Sebastian Baumgarten collagiert Bulgakow. Abgerufen am 26. März 2019 (deutsch).
  21. a b Il Postino From LA Opera | About the Opera | Great Performances | PBS. In: Great Performances. 1. November 2011, abgerufen am 26. März 2019 (amerikanisches Englisch).
  22. a b Katrin Ullmann: Falling Man – Sandra Strunz eröffnet mit Nine-Eleven-Szenarien nach Don DeLillo das umgebaute Thalia in der Gaußstrasse. Abgerufen am 27. März 2019 (deutsch).
  23. Menschen. Abgerufen am 26. März 2019 (deutsch).
  24. Institut für Angewandte Theaterwissenschaft - - Institut - Gastprofessor_innen. Abgerufen am 26. März 2019.
  25. a b Caia Hagel: Memoirs of a Pole Dancer. In: Cult MTL. Abgerufen am 28. März 2019 (amerikanisches Englisch).
  26. a b Ursula Blickle Stiftung: 09.09. - 14.10. 2012 Timewave Zero. Abgerufen am 28. März 2019.
  27. a b William Forsythe Choreographic Objects: Objects. Abgerufen am 14. Juni 2019.
  28. Philip Bußmann - Darstellende Kunst - Goethe-Institut Japan. Abgerufen am 27. März 2019.
  29. Goethe-Institut Villa Kamogawa: Philip Bußmann / フィリップ・ブスマン (Stipendiat der Villa Kamogawa, Sep. - Dez. 2015 / ヴィラ鴨川滞在2015年9月~12月). 13. April 2016, abgerufen am 27. März 2019.
  30. a b c Die Deutsche Bühne. Abgerufen am 5. April 2019.
  31. a b Shirin Sojitrawalla: Mut und Gnade – Luk Percevals kompromissloser Abend über die Liebe und das Sterben am Schauspiel Frankfurt. Abgerufen am 5. April 2019 (deutsch).
  32. a b KULTURA-EXTRA, das online-magazin. Abgerufen am 5. April 2019.
  33. a b Die Welt sind zwei Scheiben. 20. August 2018, abgerufen am 5. April 2019.
  34. a b c Valentina Tepel: Stimmen einer Stadt – Anselm Weber inszeniert in Frankfurt drei Monodramen von Wilhelm Genazino, Olga Grjasnowa und Teresa Präauer. Abgerufen am 5. April 2019 (deutsch).
  35. Berliner Festspiele: Theatertreffen - Inszenierungen in der Diskussion 2019. Abgerufen am 24. Juli 2019.
  36. Berliner Festspiele: Theatertreffen - Die 10er Auswahl 2019. Abgerufen am 25. Juli 2019.
  37. Charles Isherwood, Charles Isherwood: To You, the Birdie! In: Variety. 26. Februar 2002, abgerufen am 19. März 2019 (englisch).
  38. * OFFOFFOFF dance review WILLIAM FORSYTHE: DECREATION about love, lust, lies, overwhelming sound by William Forsythe with Yoko Ando, Cyril Baldy, Esther Balfe, Dana Caspersen, Amancio Gonzalez, David Kern, Fabrice Mazliah, Roberta Mosca, Tilman O'Donnell, Nicole Peisl, George Reischl, Christopher Roman, Jone San Martin, Parvaneh Scharafali, Yasutake Shimaji, Richard Siegal, Elizabeth Waterhouse, Ander Zabala. Abgerufen am 29. März 2019.
  39. Man könnte auch Gärtner werden… | Rhein-Main-Zeitung. Abgerufen am 23. März 2019.
  40. Il mondo della luna | Some Modest Proposals. Abgerufen am 1. April 2019 (englisch).
  41. 2 + studio album / Tanz-Performance am 18/11/11. In: 2 + studio album / Tanz-Performance am 18/11/11. Abgerufen am 23. März 2019.
  42. Wie high ist die Prinzessin Salome heute Nacht. 12. Mai 2018, abgerufen am 26. März 2019.
  43. a b Claudia Schülke: „Stimmen einer Stadt“: Frankfurter Panorama. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 15. Juli 2019]).
  44. Man könnte auch Gärtner werden… | Rhein-Main-Zeitung. Abgerufen am 23. März 2019.
  45. 2 + studio album / Tanz-Performance am 18/11/11. In: 2 + studio album / Tanz-Performance am 18/11/11. Abgerufen am 23. März 2019.
  46. Platonov. Abgerufen am 30. März 2019 (niederländisch).
  47. von MADE.Festival: CREATING MY OWN TOMORROW • 2+ (Bußmann/Hennermann) | MADE.Festival. Abgerufen am 26. März 2019 (deutsch).
  48. Bewegungsdrang versus Heilige Kunst. 26. September 2014, abgerufen am 29. März 2019.
  49. NTM - Nationaltheater Mannheim - Schauspiel - Warten auf Godot. Abgerufen am 15. Juli 2019.
  50. Süddeutsche Zeitung: Im Käfig der Lügen. Abgerufen am 26. November 2019.
  51. Man könnte auch Gärtner werden… | Rhein-Main-Zeitung. Abgerufen am 23. März 2019.
  52. 2 + studio album / Tanz-Performance am 18/11/11. In: 2 + studio album / Tanz-Performance am 18/11/11. Abgerufen am 23. März 2019.
  53. von MADE.Festival: CREATING MY OWN TOMORROW • 2+ (Bußmann/Hennermann) | MADE.Festival. Abgerufen am 26. März 2019 (deutsch).