Deutsches Romantik-Museum

Museum

Das Deutsche Romantik-Museum entsteht in Frankfurt am Main. Damit soll die umfangreiche Sammlung von Handschriften, Briefen und Gemälden der deutschen Romantik, die das Freie Deutsche Hochstift seit 1911 zusammengetragen hat, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Museum ist Teil des Gebäudekomplexes Goethehöfe, der neben dem Goethe-Haus auf dem Grundstück im Großen Hirschgraben 17–21 errichtet wird, wo bis 2012 der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seinen Sitz hatte. Die Eröffnung ist für die zweite Jahreshälfte 2021 vorgesehen.[1]

Großer Hirschgraben 17–21, künftiger Sitz des Romantik-Museums

GeschichteBearbeiten

Erste Vorschläge für ein Romantik-Museum stammten von Ernst Beutler, dem langjährigen Leiter des Hochstiftes und Begründer der Sammlung. Das für die Ausstellung vorgesehene Gebäude, das Stammhaus der Familie Brentano in der Großen Sandgasse, fiel jedoch den Luftangriffen auf Frankfurt am Main im Zweiten Weltkrieg zum Opfer.[2]

Mit dem Auszug des Börsenvereins ergab sich die Möglichkeit, das freiwerdende Grundstück Großer Hirschgraben 17-21 für das Romantik-Museum zu nutzen. Das Goethe-Museum im Goethe-Haus soll in das neue Museum integriert werden.[3]

Als Anfang 2013 bekannt wurde, dass die Stadt Frankfurt überraschend aus dem Kreis der Geldgeber ausschied, spendete der Kunsthändler Karsten Greve für den Anbau des geplanten neuen Deutschen Romantik-Museum eine Million Euro.[4][5] Seither galt er als Lokomotive der Spendeninitiative für den Bau des Literaturmuseums, so dass die Finanzierung für das Museum gesichert ist.[6]

Das Projekt erfordert Finanzmittel von 16 Millionen Euro, von denen acht Millionen durch Zuschüsse des Landes Hessen und der Bundesrepublik Deutschland gesichert sind. Acht Millionen muss das Hochstift selbst finanzieren.[7][8]

Zu dem im Oktober 2013 ausgeschriebenen Architektenwettbewerb unter dem Namen Goethehöfe waren 15 Büros eingeladen. Die Jury vergab im Juni 2014 drei zweite Preise und forderte die Preisträger auf, ihre Entwürfe innerhalb von zwei Monaten bis zur endgültigen Entscheidung nachzubessern. Da die Zuschüsse des Bundes an eine rasche Realisierung der Planung gebunden waren, verzichtete die Jury auf eine Neuausschreibung des Wettbewerbs.[9]

Am 24. September 2014 entschied die Jury sich einstimmig für eine Kombination zweier Entwürfe als Planungsgemeinschaft: den städtebaulichen Entwurf des Ensembles "Goethehöfe – Deutsches Romantik-Museum" des Büros Landes & Partner, das auch die Goethehöfe, die Wohnungen und die Integration des Cantate-Saals realisieren wird, und den Museumsneubau des Büros Christoph Mäckler.[9] Die beiden Büros bilden eine Planungsgemeinschaft.[10]

Der Spatenstich für das Projekt erfolgte am 13. Juni 2016.[11] Am 11. September 2017 feierte das Romantik-Museum Richtfest. Das gesamte Bauprojekt umfasst neben dem Deutschen Romantik-Museum eine innerstädtische Wohnanlage, einen großzügigen Hof sowie eine Spielstätte für die Fliegende Volksbühne.[12] Die Eröffnung des Museums war ursprünglich für den August 2019 vorgesehen, verzögerte sich aber aufgrund unerwarteter Schwierigkeiten bei den Abrissarbeiten und der Insolvenz zweier beteiligter Bauunternehmen.[13] Erwartet wird nun eine Eröffnung in der zweiten Jahreshälfte 2021.[14]

GoethehöfeBearbeiten

 
Baustelle des Deutschen-Romantik-Museums und der Goethehöfe im Juni 2018, neben dem Goethehaus, vom Maintower aus.

Im Rahmen des Neubaus werden auf dem nahezu quadratischen Grundstück von etwa 50 Metern Kantenlänge rund 3000 Quadratmeter Wohnfläche um einen Innenhof entstehen. Teil des Projektes ist die denkmalgerechte Restaurierung des Cantate-Saals. Er war 1953–1957 nach Plänen von Wilhelm Massing zusammen mit dem Sitz des Börsenvereins des deutschen Buchhandels errichtet worden. Bei den Buchhändlern gab es den Brauch, alljährlich am Sonntag Cantate, dem 4. Sonntag nach Ostern, zur Abrechnung zu gehen. In Erinnerung an diese Tradition wurde der Saal Cantate-Saal genannt. In den 1950er und 1960er Jahren fanden hier Veranstaltungen mit Autoren wie Paul Celan, Theodor W. Adorno oder Samuel Beckett statt. Anfang der 1970er Jahre bezog das Programmkino „Lupe 2“ den Saal. Von 1975 bis zur Schließung 2013 spielte hier das Volkstheater Frankfurt, seitdem die von Michael Quast gegründete Fliegende Volksbühne Frankfurt, die nach Abschluss der Bauarbeiten hier eine dauerhafte Spielstätte erhalten soll.

WeblinksBearbeiten

Commons: Deutsches Romantikmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deutsche Romantik-Museum Projekt. In: deutsches-romantik-museum.de. Abgerufen am 8. Mai 2021.
  2. Hannes Hintermeier: Holt die Romantiker aus dem Keller! In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. Januar 2011, S. 31.
  3. Michael Hierholzer: Romantiker. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. August 2011, S. 41.
  4. Er schenkt der Romantik eine Million. (Memento vom 23. Februar 2016 im Internet Archive) In: Frankfurter Neue Presse, 19. März 2013
  5. In Frankfurt wird das Deutsche Romantik-Museum gebaut, badische-zeitung.de vom 5. März 2014, abgerufen am 21. Februar 2016
  6. Versuch’s mal bei Privat. fr-online.de, 10. September 2013; abgerufen am 21. Februar 2016
  7. Durchbruch fürs Romantik-Museum. In: Frankfurter Rundschau, 28. Februar 2014.
  8. Bund sagt Geld für Frankfurter Romantik-Museum zu. Neubau gesichert. In: faz.net. 14. November 2014, abgerufen am 13. März 2015.
  9. a b Entscheidung über Romantik-Museum. Es wird ein Zwitter. In: faz.net. 26. September 2014, abgerufen am 13. März 2015.
  10. Einigkeit über Goethehöfe. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. Oktober 2014, S. 38.
  11. Spatenstich für das Deutsche Romantik-Museum. In: deutsches-romantik-museum.de. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  12. Deutsches Romantik-Museum feiert Richtfest. In: top-magazin-frankfurt.de. Abgerufen am 11. September 2017.
  13. Frankfurt: Romantikmuseum öffnet erst 2021. In: Frankfurter Rundschau. Frankfurter Rundschau GmbH, Frankfurt am Main, 21. Juli 2019, abgerufen am 8. Mai 2021.
  14. Neues Romantik-Museum eröffnet 2021 in Frankfurt. In: Monopol – Magazin für Kunst und Leben. Res Publica Verlags GmbH, Berlin, 6. Januar 2021, abgerufen am 8. Mai 2021.


Koordinaten: 50° 6′ 39,4″ N, 8° 40′ 39″ O