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Oberweser

hessische Gemeinde im Landkreis Kassel
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberweser
Oberweser
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberweser hervorgehoben

Koordinaten: 51° 36′ N, 9° 33′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 41,16 km2
Einwohner: 3158 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km2
Postleitzahl: 34399
Vorwahlen: 05572, 05574
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 021
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Brückenstraße 1
34399 Oberweser
Website: www.oberweser.de
Bürgermeister: Cornelius Turrey (SPD)
Lage der Gemeinde Oberweser im Landkreis Kassel
Bad KarlshafenGutsbezirk ReinhardswaldTrendelburgTrendelburgHofgeismarHofgeismarOberweserOberweserWahlsburgReinhardshagenLiebenauGrebensteinImmenhausenFuldatalEspenauVellmarCaldenBreunaZierenbergZierenbergAhnatalHabichtswaldWolfhagenNaumburgBad EmstalSchauenburgBaunatalFuldabrückLohfeldenSöhrewaldHelsaKaufungenNiesteNiestetalKasselKarte
Über dieses Bild

Oberweser ist eine Gemeinde im nordhessischen Landkreis Kassel.

GeographieBearbeiten

Oberweser liegt im äußersten Norden von Nordhessen zwischen dem Solling (im Norden), dem Höhenzug Kiffing (im Osten), dem Bramwald (im Südosten) und dem Reinhardswald (im Westen). Es befindet sich am Oberlauf der Weser zu beiden Seiten des Flusses zwischen Hann. Münden und Bad Karlshafen.

NachbargemeindenBearbeiten

Oberweser grenzt im Norden an die Gemeinde Wahlsburg (Landkreis Kassel in Hessen), im Osten an die Gemeinde Uslar (Landkreis Northeim in Niedersachsen), im Südosten an den Flecken Adelebsen (Landkreis Göttingen in Niedersachsen) sowie an die zu Uslar gehörende Exklave Fürstenhagen, im Süden an die Stadt Hann. Münden (Landkreis Göttingen) sowie im Westen an das gemeindefreie Gebiet Gutsbezirk Reinhardswald (Landkreis Kassel). Außerdem grenzt die Gemeinde durch ihre Exklave Gewissenruh an die Gemeinde Bodenfelde (Landkreis Northeim in Niedersachsen).

GemeindegliederungBearbeiten

 
Rathaus von Oberweser in Gieselwerder

Die Gemeinde Oberweser besteht aus den Ortsteilen Arenborn, Gewissenruh, Gieselwerder, Gottstreu, Heisebeck und Oedelsheim. Der Sitz der Gemeindeverwaltung ist Gieselwerder.

GeschichteBearbeiten

Gewissenruh und Gottstreu sind Waldensersiedlungen, die beide von Landgraf Karl von Hessen-Kassel im Jahre 1722 als französische Kolonie mit je 12 Familien angelegt wurden. Oedelsheim wurde 1084 erstmals urkundlich erwähnt, die drei anderen Orte folgten bis zum 13. Jahrhundert. Es gilt jedoch als sicher, dass sie zwischen 400 und 800 n. Chr. entstanden sind.

Gemeindebildung

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten am 1. Februar 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Arenborn, Gewissenruh, Gieselwerder, Gottstreu und Oedelsheim zur neuen Gemeinde Oberweser. Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Gieselwerder. Am 1. August 1972 kam noch kraft Landesgesetz Heisebeck hinzu.[2]

Fusion mit Wahlsburg

Am 28. Oktober 2018, parallel zur hessischen Landtagswahl, stimmte eine Mehrheit der Bürger von Oberweser im Rahmen eines Bürgerentscheids für die Fusion mit der Nachbargemeinde Wahlsburg. Die Bürger von Wahlsburg stimmten in einem parallel stattfindenden Bürgerentscheid ebenfalls für den Zusammenschluss. Die Fusion ist für den 1. Januar 2020 vorgesehen.[3] Die neu entstandene Gemeinde wäre nach Oberzent im Odenwald die erste neu gebildete Gemeinde nach der hessischen Gebietsreform in den 1970er Jahren. Die neue Gemeinde wird den Namen Wesertal tragen.[4]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Insgesamt 23 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 57,7 13 59,6 14 57,6 13 54,7 12
UWG Unabhängige Wähler-Gemeinschaft 26,9 6 22,1 5 20,9 5 17,0 4
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 15,4 4 18,3 4 21,4 5 20,6 5
FDP Freie Demokratische Partei 7,7 2
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 54,3 53,3 53,8 75,0

BürgermeisterBearbeiten

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Oberweser neben dem Bürgermeister und dem hauptamtlichen Ersten Beigeordneten zehn ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Bürgermeister ist seit 1. November 2016 Cornelius Turrey (SPD).[8][9][10] Seine direkt gewählten Amtsvorgänger waren:

  • 2001 bis 2016 Rüdiger Henne (SPD)[11]
  • 1995 bis 2001 Roland Henne (SPD)

PartnerschaftBearbeiten

Oberweser unterhält seit 1995 partnerschaftliche Beziehungen zu Adony im ungarischen Komitat Fejér.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Gemeinde sind über 50 lokale Vereine tätig.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde Oberweser liegt an der B 80.

Tourismus/ MuseenBearbeiten

Mit dem Gestiefelten Kater aus Oedelsheim und Schneewittchen und die sieben Zwerge aus Gieselwerder ist Oberweser Teil der Deutschen Märchenstraße. In Gieselwerder liegt das Freilichtmuseum Mühlenplatz[12], das Miniaturnachbauten historischer Gebäude zeigt.

Das Webereimuseum[13] liegt in einem Fachwerkhaus von 1723, am Steinweg 2. Das Haus wird Kleiner Schneider genannt. Das niederdeutsche Hallenhaus ist ein sogenanntes Diemelsächsisches Bauernhaus, eine Form des niederdeutschen Einhauses. Typisch ist das Deelentor (oder Dielentor, ein großes Eingangstor eines Dielenhauses), welches mit Ornamenten und Schrift verziert ist. Von der Durchfahrtstenne gehen Ställe und Wohnräume ab. Die Giebelfassade wurde aufwändig restauriert. Seit April 2019 ist das Haus zur Besichtigung geöffnet.[14]

Als weiteres Museen ist das Schiffermuseum zu nennen.[15]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Oberweser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Oberweser – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 398 und 399.
  3. Bürgerentscheid zur Fusion. Abgerufen am 11. November 2018.
  4. Fusion von Oberweser und Wahlsburg: Bürger stimmten über Namen ab. Abgerufen am 7. Juni 2019.
  5. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Oberweser
  9. HNA vom 10. Oktober 2016: Amtsantritt am 1. November. Turrey wird Bürgermeister in Oberweser, abgerufen am 13. Dezember 2016
  10. Cornelius Turrey im Internet
  11. HNA vom 25. Mai 2016: Auf Anraten seiner Ärzte. Rüdiger Henne in Oberweser gibt Bürgermeister-Amt auf
  12. Freilichtausstellung „Der Mühlenplatz“ Tourist-Information Gemeinde Oberweser. Abgerufen im April 2019.
  13. Webereimuseum Kirchner, abgerufen im April 2019.
  14. Beatrice Härig: Märchen in Gieselwerder. Im Blickpunkt. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Hrsg.): Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland. Nr. 3. Monumente Publikationen, 2019, ISSN 0941-7125, S. 6.
  15. Schiffsmuseum Gieselwerder, abgerufen im April 2019.