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Nikos Anastasiadis (Politiker)

zyprischer Politiker, DISY-Vorsitzender, Staatspräsident
Nikos Anastasiadis (2012)

Nikos Anastasiadis (griechisch Νίκος Αναστασιάδης, auch Anastasiades transkribiert; * 27. September 1946 in Pera Pedi, Bezirk Limassol) ist ein griechisch-zyprischer Politiker. Seit 1997 ist er Vorsitzender der christdemokratisch-konservativen Partei Dimokratikos Synagermos (DISY) und seit dem 28. Februar 2013 Präsident der Republik Zypern.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

 
Mit Angela Merkel auf dem EVP-Gipfel (2012)

Nikos Anastasiadis studierte Rechtswissenschaft in Athen und London und schlug zunächst eine Anwaltslaufbahn ein. 1981 wurde er erstmals als Abgeordneter in das Repräsentantenhaus gewählt, dem er seitdem ununterbrochen angehört. Von 1991 bis 1993 und von 1993 bis 1997 war er Fraktionsvorsitzender, von 1996 bis 2001 Vizepräsident des Parlaments. Am 8. Juni 1997 wurde er Vorsitzender der Partei DISY.

Bei der Präsidentschaftswahl 2013 kandidierte er für das Amt des Staatspräsidenten, das zuvor der nicht mehr antretende Kommunist Dimitris Christofias innehatte. Anastasiadis konnte im ersten Wahlgang am 17. Februar 2013 mit weitem Abstand vor dem unabhängigen, aber von den Kommunisten unterstützten ehemaligen Gesundheitsminister Stavros Malas und dem Vertreter der politischen Mitte Giorgos Lillikas die meisten abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen. Er erhielt keine absolute Mehrheit, sodass es zu einem zweiten Wahlgang kam.[1]

Diese Stichwahl gewann Anastasiadis am 24. Februar 2013 mit großem Vorsprung vor Malas. Er erhielt 57,48 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,7 Prozent.[2] Am 27. Februar 2013 stellte Anastasiadis sein Kabinett vor.

Bei der Präsidentschaftswahl am 28. Januar 2018 erhielt Anastasiadis im ersten Wahlgang mit 35,51 % eine relative Mehrheit der Stimmen. Zweitplatzierter wurde mit 30,24 % erneut Stavros Malas.[3] Beide traten eine Woche später in einer Stichwahl gegeneinander an; Anastasiadis erhielt 56 Prozent der Stimmen.[4]

Insiderhandel-VorwürfeBearbeiten

Nikos Anastasiadis wurde Insiderhandel im Zusammenhang mit dem Banken-Haircut in der Republik Zypern vorgeworfen. So sollen von dem Laiki-Bankkonto der Firma A. Loutsios and Sons Limited,[5] die dem Vater von Anastasiadis’ Schwiegersohn gehört, am 12. und 13. März 2013 – zwei Tage vor dem Schuldenschnitt – 21 Millionen Euro nach Großbritannien überwiesen worden sein.[6] Präsident Anastasiadis sprach von einer Verleumdungskampagne seitens der Opposition, da die genannten Unternehmen mehrere Millionen Euro auf ihren Konten bei griechisch-zyprischen Banken gelassen und dadurch – wie viele andere griechische Zyprer – hohe Verluste erlitten hätten.[5]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nikos Anastasiades – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Favorit Anastasiades liegt bei Republik Zypern-Wahl vorn. In: tagesschau.de. 17. Februar 2013, archiviert vom Original am 12. April 2013; abgerufen am 5. Februar 2018.
    Stefanos Evripidou: Horsetrading fails to seal deal with major backers. In: Cyprus Mail. 20. Februar 2013, archiviert vom Original am 20. Februar 2013; abgerufen am 5. Februar 2018 (englisch).
  2. Konservativer auf Europa-Kurs: Anastasiades neuer Präsident des Euro-Krisenstaats Zypern. In: Focus Online. 13. Juli 2013, abgerufen am 2. Januar 2017.
  3. Presidential Elections 2018: Official Results. Wahlkommission Zyperns, archiviert vom Original am 29. Januar 2018; abgerufen am 5. Februar 2018 (englisch).
  4. Zypern: Präsident Anastasiades bei Stichwahl im Amt bestätigt. zeit.de, 4. Februar 2018, abgerufen am 5. Februar 2018.
    Presidential runoff Elections 2018: Official Results. Wahlkommission Zyperns, archiviert vom Original am 4. Februar 2018; abgerufen am 5. Februar 2018 (englisch).
  5. a b Zyperns Staatspräsident in Bedrängnis. In: srf.ch. 1. April 2013, abgerufen am 5. Februar 2018.
  6. Präsident unter Insiderhandel-Verdacht. In: tagesschau.de. 17. Februar 2013, archiviert vom Original am 4. April 2013; abgerufen am 5. Februar 2018.
    Schuldenkrise: Zyperns Finanzminister tritt zurück. In: Spiegel Online. 2. April 2013, abgerufen am 5. Februar 2018.