Hauptmenü öffnen

Niederbrechen

Ortsteil von Brechen im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen

Niederbrechen ist Verwaltungssitz sowie größter der drei Ortsteile der Gemeinde Brechen im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Niederbrechen
Gemeinde Brechen
Wappen der ehemaligen Gemeinde Niederbrechen
Koordinaten: 50° 21′ 51″ N, 8° 9′ 46″ O
Höhe: 166 (140–232) m ü. NHN
Fläche: 13,52 km²[1]
Einwohner: 3930 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 291 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 65611
Vorwahl: 06438
Ortsansicht aus Richtung Westen, von der Berger Kirche aus
Ortsansicht aus Richtung Westen, von der Berger Kirche aus

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Der Ort liegt im Tal des Emsbachs und an der Bundesstraße 8 sowie der Main-Lahn-Bahn. Westlich des Ortsrands mündet der Wörsbach in den Emsbach. Niederbrechen selbst liegt auf 140 bis 210 Metern Höhe. Im nordwestlichen Gemarkungsteil werden in der nur leicht hügeligen Landschaft bis zu 232 Meter erreicht. Südlich des Orts verlaufen die Bundesautobahn 3 und die ICE-Strecke Frankfurt-Köln. Die Gemarkung weist nur kleinere Waldstücke und vor allem landwirtschaftlich genutzte Fläche auf. Westlich und südwestlich des Orts befinden sich größere Kiesgruben, die teilweise bereits ausgebeutet und stillgelegt sind.

Die Niederbrechener Gemarkung grenzt im Nordwesten an Lindenholzhausen. Im Uhrzeigersinn folgen Villmar, Weyer, Oberbrechen, Werschau, Nauheim und Mensfelden.

GeschichteBearbeiten

 
Gefangenenturm

In der ersten urkundlichen Erwähnung des Orts in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch aus dem Jahr 772 ist von „Brachina“ die Rede, ohne Unterscheidung zwischen Ober- und Niederbrechen. Auf 1023 datiert die erste Benennung, die sich klar als Niederbrechen identifizieren lässt, damals unter der Bezeichnung „Burg Brechen“. 1363 erhielt Niederbrechen von Kaiser Karl IV. Stadtrechte. Von 1367 bis 1379 entstand eine Stadtmauer mit vorgelagertem Graben. In kleinen, meist in Wohnhäusern eingebauten Resten ist die Mauer bis heute erhalten. Als letzter von einst sieben Türmen steht noch der Gefangenenturm.

Die heutige, dem Heiligen Maximin geweihte Pfarrkirche wurde von 1899 bis 1901 erbaut, wobei Reste der alten Kirche in den Bau einbezogen wurden. 1952 wurde der Kirchturm erneuert. Die Katholiken von Niederbrechen pilgern seit vielen Jahrzehnten zur Wallfahrtskapelle Maria Hilf Beselich und geben dort ihren Glauben kund.[3]

GebietsreformBearbeiten

Am 31. Dezember 1971 wurden die bisher selbstständigen Gemeinden Niederbrechen und Werschau im Zuge der Gebietsreform in Hessen zur neuen Gemeinde Brechen zusammengeschlossen. Oberbrechen kam am 1. April 1974 hinzu.[4]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Niederbrechen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[5][6]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Niederbrechen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2015
Jahr  Einwohner
1834
  
1.183
1840
  
1.210
1846
  
1.268
1852
  
1.236
1858
  
1.283
1864
  
1.420
1871
  
1.398
1875
  
1.470
1885
  
1.547
1895
  
1.683
1905
  
1.770
1910
  
1.854
1925
  
2.121
1939
  
2.295
1946
  
2.711
1950
  
2.833
1956
  
3.009
1961
  
3.305
1967
  
3.660
1970
  
3.690
1978
  
3.700
1980
  
3.688
1985
  
3.587
1991
  
3.651
1995
  
3.718
2000
  
3.912
2010
  
3.872
2015
  
3.853
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [5][7]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[5]

• 1885: 23 evangelische (= 1,49 %), 1524 katholische (= 98,51 %) Einwohner
• 1961: 150 evangelische (= 4,54 %) und 3141 (= 95,04 %) katholische Einwohner

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

VereineBearbeiten

Auf Ortsebene bestehen folgende Vereine: Brieftaubenverein Luftpost 1863, Brieftaubenverein Taunusbote, Computer-Club Commodore, DLRG-Ortsgruppe Brechen/Runkel/Vilmar, DRK-Ortsverein, Förderverein der Schule Niederbrechen, Freiwillige Feuerwehr (gegründet 1897, seit 1947 mit ihrem Blasorchester), Freundeskreis Berger Kirche, Fußballclub Alemannia 1911, Gebrauchshunde-Verein, Geflügel- und Vogelzuchtverein 1929, Gewerbeverein Brechen, Jazz-Club Brechen, KAB-Ortsverein St. Josef, Kath. Frauengemeinschaft, Katholische Junge Gemeinde, Kirchenchor Cäcilia, Landfrauen-Verein Brechen, Männergesangverein Concordia, Männergesangverein Frohsinn 1912, Mandolinenclub Wanderlust, PeeZ, Radfahrverein Torpedo, Schachklub 1948, Tennisclub 77 Brechen, Tennisclub 80 blau-weiß, Turnverein 1901 (mit Blasorchester), VdK-Ortsgruppe Brechen, Verschönerungsverein, Vogel- und Naturschutzverein und der Volks- und Gebirgstrachtenverein D'Emsbachthaler.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Die Niederbrechener Kirmes wird am zweiten Oktoberwochenende gefeiert. Eine Besonderheit ist der seit 1985 etablierte Rockabend am Freitagabend zur Eröffnung der Kirmes. Auch überregional bekannte Bands wie die Rodgau Monotones (1983, 1993, 2000, 2008, 2015 und 2018), Liquido (2004), J.B.O. (2005), Donots, Die Happy, Mickie Krause und Die Crackers sind dort aufgetreten.

Zudem wird in jedem Jahr im Herbst ein Krammarkt veranstaltet.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Einrichtungen und FreizeitmöglichkeitenBearbeiten

 
Sport- und Kulturzentrum

In dem Ort existiert seit dem Jahr 1897 die Freiwillige Feuerwehr Niederbrechen, die den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe sicherstellt sowie die katholische öffentliche Bücherei. Für die Kinderbetreuung stehen der Kindergarten in der Westerwaldstraße, das Kinderhaus in der Schlei sowie seit August 2011 die neu errichtete Kinderkrippe zur Verfügung. Weiterhin sind die Schule im Emsbachtal, das Kultur- und Sportzentrum in der Runkeler Straße und die neu gebaute Sportanlage Im Mittelweg vorhanden.

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof Niederbrechen liegt an der Main-Lahn-Bahn. Zudem führte die Bundesstraße 8 durch die Ortschaft.

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Flächenstatistik im Internetauftritt der Gemeinde Brechen, abgerufen im Mai 2019.
  2. „Zahlen - Daten - Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Brechen, abgerufen am 13. März 2019.
  3. Franz-Josef Sehr: 250 Jahre Wallfahrtskapelle Maria Hilf Beselich. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2017. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 2016, ISBN 3-927006-54-8, S. 137–141.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 369.
  5. a b c Niederbrechen, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Einwohnerstatistik (Entwicklung), Gemeinde Brechen (Memento vom 2. August 2016 im Internet Archive)