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Neukirchen (Braunfels)

Ortsteil der Stadt Braunfels

Neukirchen ist ein Stadtteil von Braunfels im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Er ist der kleinste der Stadtteile.

Neukirchen
Stadt Braunfels
Koordinaten: 50° 28′ 52″ N, 8° 26′ 13″ O
Höhe: 197 m ü. NHN
Fläche: 4,3 km²[1]
Einwohner: 629 (30. Jun. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 146 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35619
Vorwahl: 06445
Karte
Lage von Neukirchen in Braunfels

GeografieBearbeiten

Der Ort liegt im Norden des östlichen Hintertaunus, südlich der Kernstadt von Braunfels und liegt mit dem Nachbarort Niederquembach dicht zusammen. Durch den Ort fließt der Solmsbach, an dessen Tal sich in Westhanglage das Dorf befindet. Höchster Punkt ist der Weipertgrundberg, im Volksmund Kanzel genannt, mit 326 Metern (über NN).

Nachbarorte sind Altenkirchen (südwestlich), Bonbaden (nordwestlich), Schwalbach (nördlich), Niederquembach (östlich), Oberquembach (östlich) und Kraftsolms (südlich).

GeschichteBearbeiten

Erstmals wird Neukirchen 912 erwähnt, als Niunchiriha, in einer Schenkungsurkunde von Könige Konrad I. an das Kloster Frauenberg. In einer Urkunde des Grafen Marquard von Solms wird der Ort 1232 Nuwenkirgen genannt. 1474 tauschte Caspar Schlaun von Linden seinen Besitz im Ort gegen Besitz und Gefälle in Dutenhofen mit dem Grafen Otto von Solms-Braunfels.[2]

Im Dreißigjährigen Krieg blieb der Ort verschont. Erst 1673 und 1759 wurde die Ortschaft heimgesucht.

1815, infolge der Restauration, die auf dem Wiener Kongress beschlossen wurde, kam Neukirchen zu Preußen. Während der Deutschen Revolution von 1848 versuchten auch die Einwohner von Neukirchen mehr Rechte zu erlangen und zogen zum Braunfelser Schloss.

Am 28. Dezember 1956 brannte die Kirche von Neukirchen komplett aus. Am 6. Oktober 1957 konnte bereits die neue evangelische Kirche oberhalb der Ortschaft errichtet werden.

GebietsreformBearbeiten

Am 31. Dezember 1971 wurde Neukirchen im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Braunfels eingegliedert.[3]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Neukirchen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[4][5]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Neukirchen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1970
Jahr  Einwohner
1834
  
195
1840
  
186
1846
  
191
1852
  
186
1858
  
193
1864
  
205
1871
  
214
1875
  
212
1885
  
202
1895
  
205
1905
  
220
1910
  
257
1925
  
260
1939
  
283
1946
  
392
1950
  
419
1956
  
415
1961
  
455
1967
  
478
1970
  
520
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [4]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[4]

• 1834: 195 evangelische Einwohner
• 1961: 360 evangelische, 95 römisch-katholische Einwohner

PolitikBearbeiten

Für Neukirchen gibt es einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern, wovon seit der Kommunalwahlen in Hessen 2016 drei Mitglieder von der SPD und zwei Mitglied von der CDU gestellt werden. Der Ortsvorsteher ist Peter Schubert (SPD).[7]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Dolles DorfBearbeiten

Am 16. Juni 2013 nahm Neukirchen beim Finale des Dollen Dorfes, einem Wettbewerb des Hessischen Rundfunk, in Kassel teil. Die anderen Finalisten waren Röhrenfurth, Walsdorf und Nonnenroth. Gewinner des Wettbewerbs war Walsdorf. Neukirchen kam durch das Zuschauervoting trotz 1. Platz beim Spiel auf Platz 3[8].

KulturdenkmälerBearbeiten

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Braunfels-Neukirchen

VerkehrBearbeiten

 
Feuerwehrhaus

Durch den Ort führt die L 3283, die aus Richtung Braunfels kommend über Bonbaden bei Neukirchen in die L 3053 mündet, die in südliche Richtung weiter nach Kraftsolms verläuft. Südlich zweigt die K 372 nach Altenkirchen ab und mündet westlich von Altenkirchen auf der Bundesstraße 456.

Am 1. November 1912 wurde die Solmsbachtalbahn eröffnet. In Neukirchen befand sich ein Haltepunkt und somit Anschluss an das Schienennetz der Preußischen Staatsbahn. Mit der Stilllegung des Personenverkehrs auf der Strecke am 31. Mai 1985 und dem Rückbau der Gleisanlagen, wurde auch der Haltepunkt geschlossen. Heute befindet sich im 5 Kilometer entfernten Brandoberndorf der Endhaltepunkt der Taunusbahn. Dazu ist ein Schienenersatzverkehr mit Omnibussen eingerichtet, der für Neukirchen Anschluss an die Taunusbahn bietet.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistische Daten Neukirchen. In: Internetauftritt. Stadt Braunfels, abgerufen im Oktober 2018.
  2. Eintrag zu Neukirchen Der Kreis Wetzlar historisch, statistisch und topographisch, Erster Theil: Politische Geschichte des Kreises Wetzlar, Friedrich Kilian Abicht, Wetzlar 1836, S. 146
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380.
  4. a b c Neukirchen, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. (= Monumenta Germaniae Historica. Diplomata. 4 ; 1). Weidmann, Berlin 1956.
  7. Ortsbeirat Neukirchen im Internetauftritt der Stadt Braunfels, abgerufen im Februar 2017.
  8. Walsdorf ist dolles Dorf 2013, abgerufen am 20. Juni 2019