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Meuselbach-Schwarzmühle

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Meuselbach-Schwarzmühle
Meuselbach-Schwarzmühle
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Meuselbach-Schwarzmühle hervorgehoben
Koordinaten: 50° 34′ N, 11° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saalfeld-Rudolstadt
Verwaltungs­gemeinschaft: Bergbahnregion/Schwarzatal
Höhe: 560 m ü. NHN
Fläche: 7,52 km2
Einwohner: 1064 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km2
Postleitzahl: 98746
Vorwahl: 036705
Kfz-Kennzeichen: SLF, RU
Gemeindeschlüssel: 16 0 73 056
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Markt 5 in 98744
Oberweißbach/Thür. Wald
Webpräsenz: www.meuselbach.de
Bürgermeister: Jörg Peter (Feuerwehrverein e.V.)
Lage der Gemeinde Meuselbach-Schwarzmühle im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
AllendorfAltenbeuthenBad BlankenburgBechstedtCursdorfDeesbachDöschnitzDröbischauDrognitzGräfenthalHohenwarteKatzhütteKaulsdorf (Saale)Königsee-RottenbachLehestenLeutenbergLichteMellenbach-GlasbachMeuraMeuselbach-SchwarzmühleOberhainOberweißbach/Thüringer WaldPiesauProbstzellaReichmannsdorfRemda-TeichelRohrbachKönigsee-RottenbachRudolstadtSaalfeld/SaaleSchmiedefeld (Lichtetal)SchwarzburgSitzendorfUhlstädt-KirchhaselUnterweißbachUnterwellenbornThüringenKarte
Über dieses Bild
Meuselbach-Schwarzmühle Blick über den Viehberg

Meuselbach-Schwarzmühle ist eine Gemeinde im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Meuselbach-Schwarzmühle Blick auf Schwarzmühle

Meuselbach liegt auf einer Hochfläche am Ostrand des Schwarzatales im Norden des Thüringer Schiefergebirges. Westlich liegt das Tal der Schwarza, südlich das der Weißen Schwarza und nordöstlich das des Mellenbaches. Im Osten schließt sich die 786 Meter hohe Meuselbacher Kuppe an. Nach Norden führt ein schmaler Kamm zwischen Schwarza und Mellenbach noch etwa drei Kilometer weiter. Er ist im Gegensatz zur sonstigen Umgebung unbewaldet. Schwarzmühle ist ein sehr kleiner Ort, der an der Stelle liegt, wo der Meuselbach rechts in die Schwarza mündet. Schwarzmühle liegt einen Kilometer nordwestlich von Meuselbach in einer Höhe von etwa 390 m ü. NN.

NachbargemeindenBearbeiten

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Mellenbach-Glasbach, Oberweißbach/Thüringer Wald, Cursdorf, Katzhütte, Großbreitenbach, Böhlen, Wildenspring

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde gliedert sich in zwei Ortsteile:

GeschichteBearbeiten

Die ersten Siedler sind um 1200 am Fuße des Kuppenberges zu vermuten. Die Gemeinde wurde erstmals 1354 als Muzilbach urkundlich erwähnt. Im Laufe der Zeit änderte sich der Name des Ortes mehrfach. In der Mundart wird der Ort Misselmich genannt. 1370 wird erstmals der wahrscheinlich namensgebende Fluss durch den Ort erwähnt, in der Schreibweise Müßelbach. Bis zur Reformation war Meuselbach eine zu Mellenbach gehörende Niederlassung, die aus nur 25 Häusern bestand. Im Jahre 1569 erhielt die Gemeinde die Genehmigung, einen Kaplan anzustellen, sowie ein eigenes Gotteshaus und eine Schule zu errichten. Im Jahre 1585 findet sich eine erste Erwähnung der Schwarzamühle. Im Jahr 1641 wurde der Verbund mit Mellenbach durch die Trennung der Kirchen endgültig gelöst.

In den Jahren 1626 und 1635 brach die Pest in der Gemeinde aus und forderte insgesamt 202 Tote. Während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1640 wurde die Gemeinde von schwedischen Truppen geplündert. Aus dem Jahr 1690/1691 ist eine Heuschreckenplage in Meuselbach überliefert, durch die die gesamte Ernte vernichtet wurde.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg entwickelte sich der Ort sehr schnell, und die Einwohnerzahl stieg stark an. Gefördert wurde diese Entwicklung durch den Handel mit Olitäten und das Fuhrwesen.

In den Jahren 1738 bis 1760 wurde das heutige Kirchengebäude gebaut. Im Ortsteil Schwarzmühle wurde im Jahr 1770 eine erste steinerne Brücke über die Schwarza gebaut. Wegen ihrer ärmlichen Lage wanderten Mitte des 19. Jahrhunderts 250 Meuselbacher aus und verließen den Ort für immer. Im Jahre 1852 wurde in Schwarzmühle ein eigenes Schulgebäude eingerichtet, welches jedoch 1939 wieder geschlossen wurde. Die heutige Verbindungsstraße zwischen den Ortsteilen Meuselbach und Schwarzmühle wurde in den Jahren 1885/1886 gebaut. 1887 wurde auf der Meuselbacher Kuppe eine erste Schutzhütte errichtet, an deren Stelle später die heutige Gaststätte mit Aussichtsturm entstand. Am 19. Mai 1897 fiel ein 875 g schwerer Meteorit auf ein Feld nahe den Häusern.

Im Oktober 1922 wurden Meuselbach und Schwarzmühle vereinigt. Im Jahre 1932 wurde die Doppelsprungschanze am Rosenberg eröffnet, die damals die größte Sprungschanze Thüringens war. In den Jahren 1936 und 1937 wurde die Kanalisation gebaut und der Dorfbach abgedeckt, sowie die Hauptstraße gepflastert. Wegen wiederholten Wassermangels wurde eine Wasserleitung nach Cursdorf gebaut und Meuselbach an die Gruppenwasserversorgung angeschlossen.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten Arbeitskräfte aus Osteuropa, die in einem Barackenlager für „Ostarbeiter“ untergebracht waren, in Unternehmen des Ortes Zwangsarbeit verrichten.[2]

1991 wurde der Ort mit Erdgas versorgt. 1992 wurde die neue Schwarzabrücke in Schwarzmühle eingeweiht. In den Jahren 2003 bis 2006 wurde die Ortsdurchfahrt gründlich saniert.

Die Gemeinde Meuselbach gehörte bis 1918 zum Amt Königsee im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt und danach bis zum Jahr 1922 zum Freistaat Schwarzburg-Rudolstadt. Schwarzmühle dagegen gehörte zum Amt Gehren im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen und danach bis zum Jahr 1922 zum Freistaat Schwarzburg-Sondershausen.

Von 1922 bis 1952 gehörte Meuselbach zum Kreis Rudolstadt, von 1952 bis 1994 zum Kreis Neuhaus im Bezirk Suhl und seit 1994 zum damals neu gegründeten Landkreis Saalfeld-Rudolstadt im Freistaat Thüringen.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1787 918
1815 1224
1834 1553
1837 1438
1849 1525
1852 1435
1871 1583
1905 1905
1919 2042
1925 2391
Jahr Einwohner
1933 2490
1939 2418
1945 2572
1955 2584
1984 1952
1988 1875
1990 1748
1994 1660
1995 1660
1996 1632
Jahr Einwohner
1997 1614
1998 1604
1999 1557
2000 1535
2001 1465
2002 1471
2003 1421
2004 1403
2005 1379
2006 1372
Jahr Einwohner
2007 1335
2008 1301
2009 1277
2010 1240
2011 1180
2012 1161
2013 1142
2014 1132
2015 1117
2016 1091

Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

PolitikBearbeiten

Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Bergbahnregion/Schwarzatal an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Oberweißbach/Thür. Wald hat.

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Meuselbach-Schwarzmühle besteht aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren.

  • Bürgerinitiative 3 Sitze
  • CDU 2 Sitze
  • Heimatverein 1 Sitz
  • Feuerwehrverein Meuselbach-Schwarzmühle 5 Sitze
  • Karnevalsverein 1 Sitz

(Stand: Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014)

BürgermeisterBearbeiten

Der langjährige ehrenamtliche Bürgermeister Klaus Möller trat am 19. Juni 2016 nicht mehr zur Wahl an. Sein Nachfolger wurde Jörg Peter vom Feuerwehrverein e.V.

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 30. Juni 1993 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau ein silberner, mit einem Rautengitter belegter, Schräglinksbalken, oben ein wachsender goldener, silbern bewehrter Löwe, unten eine goldene Arnikablüte und ein goldenes Mühlrad.“

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Sehenswert ist die Meuselbacher Kuppe mit der Gaststätte und dem dazugehörigen Aussichtsturm.

Bekannte Persönlichkeit der StadtBearbeiten

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

 
Baldrian-Tinktur vom VEB Pharmazeutisches Werk Meuselbach

Früher lebten die Einwohner des Ortes von der Landwirtschaft und vom Abbau und der Weiterverarbeitung von Holz. Außerdem ist der Ort durch die Buckelapotheker (Olitätenhändler) sowie durch das heute nicht mehr existente pharmazeutische Unternehmen bekannt. Des Weiteren wurde Bergbau betrieben. In der Zeit der DDR und davor spielte der Tourismus eine entscheidende wirtschaftliche Rolle. Heute kommen nur noch wenige Besucher in diesen staatlich anerkannten Erholungsort.

Die Meuselbacher Dorfstraße führt im Westen hinunter ins Schwarzatal in den Ortsteil Schwarzmühle und weiter nach Katzhütte. Im Osten verläuft sie über Cursdorf nach Oberweißbach. Seit 1900 gibt es in Schwarzmühle einen Haltepunkt an der Schwarzatalbahn, die von Katzhütte nach Rottenbach führt, der im Ortsteil Schwarzmühle liegt und vom Ortsteil Meuselbach einen Kilometer und 200 Höhenmeter entfernt ist.

SonstigesBearbeiten

Meteorit von MeuselbachBearbeiten

Am 19. Mai 1897 schlug ein Meteorit in ein nahe der Ortschaft gelegenes Feld ein. Angeblich befand sich ein 18-jähriges Mädchen in der Nähe der Einschlagstelle. Es wird von einem heftigen Knall, ähnlich einer Detonation gesprochen, die wohl noch 40 km weit weg gehört worden sein soll. Bei dem Meteorit handelt es sich um einen gewöhnlichen Chondriten. Der Meteorit wog 875 g und wurde aus ca. 20 cm Tiefe geborgen. Der Meteorit wurde nach der Bergung in verschieden große Teile geteilt und an Universitäten und Museen gegeben.

Dieser Meteorit ist deshalb von Bedeutung, weil das erste Mal in Deutschland die Flugbahn genau beobachtet werden konnte und der Meteorit bereits wenige Minuten nach dem Aufschlag geborgen wurde. Die meisten anderen Meteoriten waren bis dahin Zufallsfunde. Siehe hierzu auch: Liste der Meteoriten Deutschlands

LiteraturBearbeiten

  • Gemeinde Meuselbach (Hrsg.): Festschrift 650 Jahrfeier Meuselbach-Schwarzmühle, 2004

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 237. ISBN 3-88864-343-0

WeblinksBearbeiten