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Mathias Middelberg

deutscher Politiker, MdB
Mathias Middelberg

Mathias Middelberg (* 14. Dezember 1964 in Osnabrück) ist ein deutscher Politiker (CDU) und Bundestagsabgeordneter. Er ist innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Außerdem ist er Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen und stellvertretender Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand (PKM) der Fraktion.

Leben und BerufBearbeiten

Nach dem Abitur am Gymnasium Carolinum Osnabrück studierte Middelberg Rechtswissenschaften (mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt) in Osnabrück. Sein Referendariat absolvierte er beim Oberlandesgericht Oldenburg mit Stationen beim Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages in Bonn und an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Er bestand beide Staatsexamina mit Prädikat, zuletzt 1993.

Von 1994 bis 1996 arbeitete Middelberg als Syndikusrechtsanwalt bei der E.ON AG. Von 1997 bis 2000 war er Büroleiter des Bremer Wirtschaftssenators und Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Post AG, Josef Hattig, und von 2002 bis 2004 Leiter Unternehmensentwicklung/Recht der Mitteldeutschen Airport Holding AG (Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden). In 2004 war er Beteiligungsmanager bei der EWE AG. Von Januar 2005 bis Oktober 2009 leitete Middelberg das Wirtschaftsreferat in der Niedersächsischen Staatskanzlei in Hannover. In dieser Funktion betreute er auch das Aufsichtsratsmandat des damaligen Niedersächsischen Ministerpräsidenten, Christian Wulff, bei VW. Der Jurist wird als „heimlicher Kopf“ hinter der Auseinandersetzung des Landes Niedersachsen mit der Porsche AG um VW bezeichnet.[1][2][3]

PolitikBearbeiten

ParteiBearbeiten

Middelberg war Bezirksvorsitzender der Jungen Union Osnabrück-Emsland und stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union Niedersachsen. Seit 1983 ist er Mitglied der CDU, seit 2012 Bezirksvorsitzender der CDU Osnabrück-Emsland.

AbgeordneterBearbeiten

Seit 2009 ist Middelberg Mitglied des Deutschen Bundestages. Bis 2018 gehörte er dem Finanzausschuss an und war stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft. Im März 2018 wechselte der Jurist in den Innenausschuss und wurde zum innenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt.[4] Middelberg ist außerdem ordentliches Mitglied des Richterwahlausschusses sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz und im Finanzausschuss.

Seit 2014 ist der Jurist Vorsitzender der Landesgruppe der niedersächsischen CDU-Abgeordneten in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, seit 2011 stellvertretender Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand (PKM), des Wirtschaftsflügels der Fraktion.

Bei den Bundestagswahlen 2009, 2013 und 2017 gewann Middelberg den Wahlkreis Stadt Osnabrück jeweils mit 38,4 %, 45,7 % bzw. 40,3 % der Erststimmen direkt.

Middelberg ist Mitglied im Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und im Kuratorium der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

KritikBearbeiten

Obwohl in den Länder Marokko[5][6] und Algerien[7][8] nach Berichten von Amnesty International gefoltert wird und schwere Menschenrechtsverletzungen nicht gerichtlich verfolgt werden, bezeichnet Middelberg die Bezeichnung dieser Maghreb-Staaten als „sichere Herkunftsländer“ als wesentlicher Schritt voran zur Ordnung der Migration. Er verwies aber auch darauf, dass Menschen aus den betroffenen Ländern auch weiterhin Schutz zusteht, wenn diese tatsächlich verfolgt werden.[9]

SchriftenBearbeiten

  • Judenrecht, Judenpolitik und der Jurist Hans Calmeyer in den besetzten Niederlanden 1940–1945 (= Osnabrücker Schriften zur Rechtsgeschichte, Band 5). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-89971-123-8, zugleich: Dissertation, Universität Osnabrück, 2003.
  • Mit Daniel Möritz: Kapitalmärkte brauchen Regeln! Ein Einblick in die Diskussionen im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages am Beispiel des Themas „Anschleichen an Unternehmen“. In: Werner Ebke, Andreas Möhlenkamp, Berthold Welling (Hg.): Internationale Finanzmarktkrise, Bankabschlüsse und Mittelstand. Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-6733-8, S. 98–110.
  • „Wer bin ich, dass ich über Leben und Tod entscheide?“ Hans Calmeyer – „Rassereferent“ in den Niederlanden 1941–1945. Wallstein, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1528-0.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kopf oder Zahl - Wer kommt neu in den Bundestag, wer gestaltet die Wirtschaftspolitik der nächsten Jahre? Die wichtigsten Namen. In: Manager Magazin. Abgerufen im September 2009.
  2. Der Schattenmann. In: Wirtschaftswoche. Abgerufen am 18. Mai 2009.
  3. Endstation Wolfsburg. In: Wirtschaftswoche. Abgerufen am 11. Mai 2009.
  4. Arbeitsgruppenvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Amt bestätigt. Pressestelle der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 25. September 2018, abgerufen am 10. August 2019.
  5. Amnesty International, Jahresbericht 2017, Abschnitt Marokko und Westsahara
  6. Amnesty International, Jahresbericht 2018, Abschnitt Marokko und Westsahara
  7. Amnesty International, Jahresbericht 2017, Abschnitt Algerien
  8. Amnesty International, Jahresbericht 2018, Abschnitt Algerien
  9. Wochenzeitschrift Die Zeit: Bundestag stuft Maghreb-Staaten und Georgien als sicher ein (Memento vom 18. Januar 2019 im Internet Archive), 18. Januar 2018, heruntergeladen am 19. Januar 2018, als Memento gespeichert.