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Martin Dutzmann

deutscher evangelischer Theologe
Martin Dutzmann, 2013

Martin Dutzmann (* 19. April 1956 in Essen) ist ein deutscher evangelisch-reformierter Theologe. Seit dem 1. Oktober 2013 ist Dutzmann Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union.[1]

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Dutzmann leistete nach dem Abitur 1974 am Gymnasium Borbeck in Essen Wehrdienst als Reserveoffizieranwärter beim Fernmeldebataillon 330 und erreichte den Dienstgrad eines Leutnants der Reserve.

Von 1976 bis 1982 studierte er Evangelische Theologie in Marburg, Straßburg und Bonn. Nach dem Vikariat im Kirchenkreis Wetzlar war er ab 1983 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo er in Praktischer Theologie zum Dr. theol. promoviert wurde.

Ab 1987 war er Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Remscheid-Lennep. Von 1995 bis 2005 stand er als Superintendent an der Spitze des Kirchenkreises Lennep in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Von Oktober 2005 bis September 2013 war Dutzmann Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche in Detmold. Von 2008 bis 2014 war Dutzmann nebenamtlich evangelischer Militärbischof.

Seit Oktober 2013 ist er Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union und trägt den Titel Prälat. Er ist Nachfolger von Bernhard Felmberg, der sein Amt im Juni 2013 nach einem Disziplinarverfahren freiwillig niederlegte.[2]

Martin Dutzmann ist verheiratet und hat drei Söhne.[3]

PositionenBearbeiten

In einem Evangelischen Wort zu Krieg und Frieden in Afghanistan, das Dutzmann am 25. Januar 2010 mit dem Vorstand der EKD veröffentlichte, warnt die Evangelische Kirche in Deutschland vor einem bloßen „Weiter so“ in der Afghanistanpolitik. Dies würde dem militärischen Einsatz die friedensethische Legitimation entziehen.[4]

In einer Information für Kirchengemeinden vom 13. Mai 2013 regte Dutzmann an, bei staatlichen Trauerfeiern für Gefallene der Bundeswehr, die in kirchlichen Räumen stattfinden, das Hausrecht den Feldjägern der Bundeswehr zu übertragen, „um Störungen vermeiden zu können“. Die Hannoversche Landeskirche hat sich diese Position inzwischen zu eigen gemacht und allen Kirchengemeinden ein Formblatt zur Übertragung des Hausrechts gesandt (Mitteilung G 13/2013).[5]

Dutzmann ist Mitglied im Beirat der Bundesakademie für Sicherheitspolitik.[6]

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Gleichniserzählungen Jesu als Texte evangelischer Predigt. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1990, ISBN 3-525-62323-2.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martin Dutzmann wird neuer EKD-Bevollmächtigter Pressemitteilung der EKD, 1. Juli 2013
  2. Sein Privatleben stand der Amtsführung im Weg domradio.de, 2. Juni 2013
  3. Der Evangelische Militärbischof Dr. Martin Dutzmann. Internetpräsenz der Evangelischen Militärseelsorge
  4. EKD warnt vor „Weiter so“. epd-Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 26. Januar 2010
    Matthias Drobinski: „Deutliche Defizite“ am Hindukusch. Sueddeutsche.de am 25. Januar 2010
  5. Karin Dalka: Feldjäger als Hausherren unerwünscht. Frankfurter Rundschau, 5. Juni 2013
    Militär bekommt Hausrecht in der Kirche Ökumenische Initiative zur Abschaffung der Militärseelsorge (abgerufen am 4. Juni 2013)
  6. Bundesakademie für Sicherheitspolitik: Der Beirat. Abgerufen am 3. November 2014.
VorgängerAmtNachfolger
Gerrit NoltensmeierLandessuperintendent der Lippischen Landeskirche
2005–2013
Dietmar Arends