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Mariano von Uria, eigentlich Mariano de Saráchaga y Uria (* 25. September 1812 in Valencia; † 7. Juni 1876 in Karlsruhe) war ein badischer Verwaltungsjurist und Hofbeamter.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Mariano von Uria entstammte väterlicherseits dem spanischen Adelsgeschlecht Sarachaga aus dem Baskenland. Durch die zweite Heirat seiner Mutter Maria Micaela de Uria y Alcedo y de la Quintana 1826[1] war er der Stiefsohn des aus Baden stammenden französischen Offiziers Carl von Lassolaye (1784–1863) und späteren Generalleutnants und Kommandeurs der 28. Feldartillerie-Brigade, der während Napoleons Spanienfeldzug als Offizier beim badischen Kontingent gedient hatte. Die Familie war während der Kriege in Spanien in das ruhige Großherzogtum Baden gekommen, nachdem sein Vater, der königlich spanische Präfekt Florentino von Sarachaga-Izarduy,[1] in Spanien im Guerilla-Kampf gefallen war. 1830 wurde de Uria badischer Hofjunker. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg und wurde 1831 Mitglied des Corps Suevia Heidelberg. Nach dem Studium trat er in den badischen Verwaltungsdienst ein. Er wurde 1835 Rechtspraktikant und 1839 Amtsassessor in Baden-Baden. 1841 wurde Uria Amtmann beim Stadtamt Freiburg im Breisgau und 1844 Regierungsrat bei der Regierung des Unterrheinkreises in Mannheim.

Am 14. Dezember 1843 starb sein Bruder, der badische Offizier Georg von Sarachaga-Uria (* 1811) bei einem Duell mit dem Hofbankier Moritz von Haber (1798–1874; Bruder des Heidelberger Schwaben Eli von Haber) in Oggersheim.[2]

Ab 1844 übte Mariano von Uria in Baden während des Vormärz als Pressezensor die Zensur, unter anderem gegen das Mannheimer Journal aus. 1849 wurde er Stadtdirektor und Amtsvorstand des Stadtamtes Freiburg. In seine zweite Freiburger Zeit während der Besetzung durch Preußen fällt der Streit um das Rotteckdenkmal. Von 1852 bis 1853 war er Amtsvorstand des Oberamtes Heidelberg. 1853 wurde er wieder Regierungsrat bei der Regierung des Unterrheinkreises. 1856 wurde er als Legationsrat zum Mitglied im Ministerium des Großherzoglichen Hauses und der Auswärtigen Angelegenheiten in Karlsruhe berufen, wo er zuletzt Geheimer Legationsrat war. Im April 1860 wurde er als Geheimer Regierungsrat zur Regierung des Unterrheinkreises versetzt und auf seine Bitte im folgenden Monat aus dem Staatsdienst entlassen.

Uria war seit 1834 badischer Kammerjunker und seit 1841 badischer Kammerherr. 1858 war er Kommissär bei den Vertragsverhandlungen zwischen der Badischen Staatsbahnen und der Schweizerischen Nordostbahn für die Eisenbahnverbindung bei Waldshut.

1850 heiratete er in Mannheim Maria Anna Franziska, geborene von Bettendorf (1826–1909).

Die einzige Tochter Maria wurde Erbin des väterlichen Majorats, der von ihrem Großvater Florentino herrührenden Güter der Familie Izarduy bei Bilbao. Sie heiratete 1871[1] den späteren preußischen Generalleutnant Franz Anton Neubronn von Eisenburg (1842–1917).[3]

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Gustav von Struve (Herausgeber): Actenstücke der Censur des Großherzoglich Badischen Regierungs-Rathes von Uria-Sarachaga. Eine Recursschrift an das Publikum. Selbstverlag, Mannheim 1845 (Digitalisat)
  • Karl Joseph Rössler: Mariano von Sarachaga y Uria: ein spanischer Grandseigneur in badischen Staatsdiensten. 1960.
  • Armin Danco: Das Gelbbuch des Corps Suevia zu Heidelberg, 3. Auflage (Mitglieder 1810–1985), Heidelberg 1985, Nr. 248.
  • Wolfram Angerbauer (Red.): Die Amtsvorsteher der Oberämter, Bezirksämter und Landratsämter in Baden-Württemberg 1810 bis 1972. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Kreisarchive beim Landkreistag Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1996, ISBN 3-8062-1213-9., S. 561–562

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Edmund von der Becke-Klüchtzner, Stamm-Tafeln des Adels des Großherzogthums Baden: ein neu bearbeitetes Adelsbuch, Baden-Baden 1886, S. 399 (Stammtafel von Sarachaga-Uria)
  2. Alfred Georg Frei, Kurt Hochstuhl: Wegbereiter der Demokratie: Die badische Revolution 1848/49: Der Traum von der Freiheit. Heidelberg: Springer 2013 ISBN 9783662246030, S. 28; Georg von Sarachaga: Georg v. Sarachaga's Vermächtniß oder Neue Folgen in der Göler-Haber'schen Sache, Band 2, Stuttgart: Rieger, 1843 (Digitalisat)
  3. Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Verlag Perthes, Gotha 1931, S. 337.