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Marching

Ortsteil von Neustadt an der Donau

Das Dorf Marching ist ein Ortsteil der Stadt Neustadt an der Donau im Landkreis Kelheim in Niederbayern. Marching gehört zur Hallertau. Bis 1972 bildete es eine selbstständige Gemeinde.

Marching
Koordinaten: 48° 49′ 12″ N, 11° 42′ 58″ O
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 93333
Marching (Bayern)
Marching

Lage von Marching in Bayern

Die Filialkirche Maria Himmelfahrt
Die Filialkirche Maria Himmelfahrt

LageBearbeiten

Der Ort liegt im Wesentlichen auf einer hohen, schon zum Jura gehörenden Uferkante des Donautales. Unterhalb des Dorfes befinden sich die Altwasser der Donau, an deren Rändern die B299 am Ort vorbeiführt. Die Stadt Neustadt liegt, erreichbar durch die neue Donaubrücke am südlichen Donauufer fast gegenüber. Östlich des Dorfes mündet der Dettenbach in einen recht langen, Alte Donau genannten linken Altarm der Donau. Regensburg ist in östlicher Richtung ungefähr 45 km, Ingolstadt in westlicher 30 km entfernt. München liegt zirka 95 km südlich des Ortes.

GeschichteBearbeiten

 
Kirche mit Feiglturm

Faustkeilfunde des Paläolithikums, der Altsteinzeit, beweisen die Anwesenheit des Neandertalers vor etwa 80.000 Jahren. Siedlungen des Neolithikums, der Jungsteinzeit, der Bronzezeit sowie der Urnenfelderkultur sind ebenfalls durch Funde belegt.

Eine Römerstraße, welche die Kastelle Pförring und Eining verband, wird noch heute als Flurweg genutzt.

Marching soll das im Nibelungenlied erwähnte „Möringen“ gewesen sein, dort wo die Nibelungen auf ihrem Zug ins Hunnenland über die Donau setzten. Andere halten die Ortschaft Großmehring bei Ingolstadt für das im Nibelungenlied genannte „Möringen“.[1]

Marching selbst gilt als echter „-ing-Ort“ aus der Zeit der bajuwarischen Landnahme und wird als „Siedlung des Maricho, des Grenzhüters“ gedeutet. Die erste schriftliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1031. Aus ihr geht hervor, dass die „Pfarrei Pförringe“ Einnahmen aus Marching bezog.

Aus dem 13. Jahrhundert sind zwei Adelsgeschlechter bekannt, die „Grill“ und die „Wimmer“, welche auf der „Veste Märching“ saßen. Die „Wimmers“ waren auch zeitweise Herren von Niederulrain. Die Burg, welche zum Herrschaftsbereich der Herren von Abensberg gehörte, lag an einer strategisch wichtigen Stelle, oberhalb der Donau und der alten „Salzstraße“, welche mit der heutigen B299 identisch ist. Sie wurde im Städtekrieg 1387–1389 zerstört[2] und an deren Stelle die heutige Kirche errichtet. Teile der Kirchenmauer, ein Graben und ein Turmstumpf, im Volksmund als Feiglturm bezeichnet, sind von der Burg erhalten geblieben. Nach ihrer Zerstörung verblieb der Ort als eigenständige Hofmark im Herrschaftsbereich der Herrn von Abensberg. Vermutlich nach deren Aussterben gelangte die Hofmark Marching in den Besitz der Herrschaft von Rottenegg.[3]

Im Jahre 1809 wurde Marching dem Steuerdistrikt Irnsing zugeordnet. Nach dessen Auflösung im Jahre 1815 erlangte der Ort erstmals politische Selbständigkeit, welche er im Rahmen einer Gebietsreform durch Eingliederung in die Stadt Neustadt an der Donau am 1. Januar 1972 wieder verlor.[3]

KircheBearbeiten

Die Kirche „Unsere Liebe Frau“ stammt im Kern aus dem Mittelalter. Der Turm wurde in der Renaissancezeit um 1600 errichtet[4].

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Das Dorf zählt 230 Einwohner und ist noch weitgehend land- und forstwirtschaftlich geprägt, wobei Hopfenanbau eine besondere Rolle spielt. In den vergangenen Jahren wurden Wohngebiete ausgewiesen. Am Ort ist ein Steinbruchbetrieb ansässig, in dem der begehrte „Drosselfels-Korallenkalkstein“ abgebaut wird[5].

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Marching – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Georg Rieger, Kelheimer Heimatbuch für die Stadt und den Landkreis Kelheim Seite 209 und 399, Hrsg. 1953
  2. Adam Rottler Pfr. i. R., Abensberg im Wandel der Zeiten, Seite 83, Eigenverlag, Abensberg 1972
  3. a b Eduard Albrecht und Anton Metzger, Seite 29–30
  4. Eduard Albrecht und Anton Metzger, Seite 41
  5. Offizielle Vorstellungsbroschüre der Stadt Neustadt, Seite 20, Hrsg. 2010