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Maja Stadler-Euler

deutsche Juristin und Politikerin (FDP), MdHB
Maja Stadler-Euler

Maja Stadler-Euler (* 13. August 1941 in Berlin) ist eine deutsche Juristin und ehemalige Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft für die FDP.

LebenBearbeiten

Maja Stadler stammt aus gutbürgerlichen Verhältnissen. Ihr Vater August-Martin Euler, Jurist und FDP-Politiker, war für die EEG tätig. Ab 1962 studierte sie in Bonn, Berlin, Lausanne und Köln Rechtswissenschaften. Nachdem sie 1967 ihr erstes Staatsexamen abgelegt hatte, machte sie ein Praktikum bei der Kommission der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel. 1968 heiratete sie einen Kommilitonen, den sie bereits im ersten Semester kennengelernt hatte. Da dieser als Referendar in Hamburg tätig war, meldete auch sie sich dort für ein Referendariat an. Bis sie es antreten konnte, arbeitete sie als Wahlhelferin für FDP. Allerdings mit der Bedingung, dafür nicht in die Partei eintreten zu müssen.

PolitikBearbeiten

1970 trat sie der FDP bei, wurde bald Vorsitzende des Kreisverbandes Eppendorf-Groß Borstel und – protegiert durch den Landesvorsitzenden Hermann F. Arning – Landesgeschäftsführerin. „Damals“, so Stadler-Euler, „hatten Frauen ohnehin nur eine Chance in Führungsposten zu kommen, wenn man von Männern gefördert wurde“.

1974 zog sie als Abgeordnete in die Hamburgische Bürgerschaft ein und wurde sofort zur Stellvertreterin des Fraktionsvorsitzenden Gerhard Moritz Meyer gewählt. 1977 wurde dieser zum Justizsenator, Stadler-Euler wurde von ihren Parteifreunden – als erste Frau in einem deutschen Landesparlament – zur Fraktionsvorsitzenden gewählt. „Ich habe sehr bewußt im Parlament eine Distanz zwischen den Männern und mir hergestellt. Und das geht auch über Kleidung. Wir trugen die damals modischen Hosenanzüge. Damit haben wir uns im Grunde sehr vermännlicht“. Ihr politischer Schwerpunkt in der Bürgerschaft lag im interfraktionellen Haushaltsausschuss sowie im Bauausschuss. Mit der Niederlage der FDP bei der Hamburger Bürgerschaftswahl 1978 endete ihre parlamentarische Karriere.

Von November 1991 bis November 1996 amtierte sie als Richterin am Hamburgischen Verfassungsgericht.

VolkszählungBearbeiten

Bundesweit bekannt wurde Maja Stadler-Euler 1983, als sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Gisela Wild durch eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht die bundesweite Volkszählung blockierten. Die Juristinnen waren davon überzeugt, dass das geplante Verfahren wegen der Vermischung von statistischen Zwecken und Verwaltungsvollzug verfassungswidrig sei. Das Gericht gab ihnen recht (→Volkszählungsurteil), die Volkszählung musste verschoben und die diesbezüglichen Fragen an die Bevölkerung geändert werden.

MitgliedschaftenBearbeiten

Auch ehrenamtlich war Stadler-Euler aktiv. So von 1971 bis 1991 im Vorstand der Fabrik, einem Veranstaltungszentrum in Hamburg-Altona, und von 1983 bis 1990 im Aufsichtsrat des Hamburger Schauspielhauses. Sie gehörte zum Beirat der Hamburger Symphoniker und war Vorstandsvorsitzende des Hamburger Kunstvereins.

LiteraturBearbeiten