Lloronas Fluch

Horror-Mystery-Thriller von Michael Chaves

Lloronas Fluch ist ein Horror-Mystery-Thriller von Michael Chaves, der am 15. März 2019 beim South by Southwest Film Festival seine Premiere feierte. Nachdem er zuerst als eigenständiger Film angekündigt wurde, stellte sich nach ersten Vorführungen heraus, dass er Teil des Conjuring-Universums ist und in diesem den sechsten Film darstellt.[2]

Filmdaten
Deutscher TitelLloronas Fluch
OriginaltitelThe Curse of La Llorona
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2019
Länge94 Minuten
AltersfreigabeFSK 16[1]
Stab
RegieMichael Chaves
DrehbuchMikki Daughtry,
Tobias Iaconis
ProduktionGary Dauberman,
Emile Gladstone,
James Wan
MusikJoseph Bishara
KameraMichael Burgess
SchnittPeter Gvozdas
Besetzung
Synchronisation

HandlungBearbeiten

In Mexiko im Jahr 1673 ertränkt eine Frau namens Llorona ihre beiden Kinder, um ihren untreuen Ehemann zu bestrafen und ihm seinen größten Besitz wegzunehmen. Doch als sie erkennt, was sie getan hat, ist sie in tiefer Trauer und bringt sich ebenfalls um. Fortan möchte ihr Geist andere Kinder finden, die die Plätze der Toten einnehmen sollen.

In Los Angeles im Jahr 1973 wird die Familienbetreuerin Anna Tate-Garcia zu Patricia Alvarez geschickt, da deren Söhne nicht zur Schule erschienen sind. Patricia äußert Anna gegenüber, dass sie ein Weinen höre, und möchte unbedingt verhindern, dass Anna ihre eingeschlossenen Kinder Carlos und Tomas befreit. Als Patricia handgreiflich wird, wird sie von dem zu Annas Schutz mitgeschickten Polizisten überwältigt und ihre beiden Söhne werden in eine kirchliche Einrichtung gebracht. Doch in der Nacht werden beide von Llorona heimgesucht und ebenfalls im Fluss ertränkt. Als man Anna wegen den Leichen kontaktiert, beschuldigt Patricia sie, für den Tod durch „La Llorona“ verantwortlich zu sein. Patricia wird hingegen wegen Mordverdacht abgeführt. Zur gleichen Zeit begegnet Annas Sohn Chris unweit des Tatorts der weinenden Llorona, kann sich aber im letzten Moment aus deren Fängen lösen und zu seiner Schwester Sam ins Auto flüchten.

Am nächsten Tag begegnen auch Sam und ihre Mutter Llorona, nachdem sich Anna zuvor bei Pater Perez über die Legende der weinenden Frau erkundigt hat. Als es zu mehreren Angriffen kommt, bei denen Chris verletzt wird, muss die Familie ärztliche Hilfe aufsuchen. Dabei entdeckt ein Arzt die durch Llorona verursachten Verletzungen auf Chris’ Körper, weshalb es zu einer Untersuchung wegen Missbrauch gegen Anna kommt. Infolgedessen erzählen sich Chris und Anna erstmals gegenseitig von ihren Beobachtungen, während Llorona zeitgleich versucht, Sam in der Badewanne zu ertränken, was von ihrer Mutter noch rechtzeitig verhindert werden kann. Anna konnte außerdem den Grund für die Heimsuchung in Erfahrung bringen: bei einem Besuch der im Gefängnis sitzenden Patricia offenbarte diese, dass sie zu Llorona gebetet und dieser Annas Kinder im Tausch für ihre eigenen angeboten habe.

Anna sucht im Anschluss ein weiteres Mal Pater Perez auf, der sie an den Wunderheiler Rafael Olvera verweist. Nach erstem Zögern willigt dieser ein, der Familie zu helfen. So treffen die vier zusammen Vorkehrungen für die Nacht und schaffen es, Llorona durch einen geschlossenen Kreis aus Samen des Flammenbaumes aus dem Haus auszuschließen. Doch als Sam ihre Puppe von der Veranda holen möchte, zerstört sie diesen Kreis und ermöglicht so Llorona, in das Haus einzudringen. Als letztere versucht, Sam im Pool umzubringen, kann Rafael das Unglück nur durch eine Weihe des Wassers verhindern. Zusammen mit Anna beschließt er, die Kinder, wie einst Patricia, im Schrank bis Sonnenaufgang einzuschließen. Doch die mittlerweile mangels Beweisen aus dem Gefängnis entlassene Patricia befreit beide heimlich und durchbricht erneut die Samenlinie. So verschafft sich Llorona erneut Zutritt zum Haus, wird aber in einem finalen Kampf auf dem Dachboden von Anna mit einem Kreuz aus dem Holz des Flammenbaumes erstochen.

ProduktionBearbeiten

 
Die Mythenfigur Llorona

Regie führte Michael Chaves. Das Drehbuch schrieben Mikki Daughtry und Tobias Iaconis. Der von James Wan produzierte Film basiert auf einer mexikanischen Volkssage, die im gesamten lateinamerikanischen Raum verbreitet ist. Darin geht es um den Geist einer Frau, von Llorona (spanisch für „Die Weinende“), die ihre eigenen Kinder in einem Fluss ertränkt hat und darüber weint. Ihre Erscheinung gilt meist als Vorbote für den Tod. Es wird behauptet, dass sie in der Umgebung von Flüssen aufzufinden ist. Auch in den USA ist die Legende der Llorona durch die mexikanische Bevölkerung im südlichen Teil des Landes verbreitet worden.

Der Film wurde am 15. März 2019 beim South by Southwest Film Festival erstmals gezeigt.[3] Am 18. April 2019 kam der Film in die deutschen Kinos. Im September 2019 soll der Film beim Toronto International Film Festival im Rahmen der Sektion Contemporary World Cinema gezeigt werden.

RezeptionBearbeiten

KritikenBearbeiten

 
Linda Cardellini bei der Premiere des Films beim South by Southwest Film Festival im März 2019

Insgesamt stieß der Film bei den Kritikern auf geteiltes Echo.[4]

Die Filmkritikerin Antje Wessels schreibt, wie schon in The Nun stünden auch die allesamt von soliden Schauspielerinnen und Schauspielern verkörperten Hauptfiguren in Lloronas Fluch sehr bald im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln, und die Macher konzentrierten sich mit Vorliebe auf den schnellen Schock. Anstatt noch mehr in die Hintergrundgeschichte des Llorona-Geists einzutauchen setze der Regisseur auf den klassischen Jumpscare-Aufbau, lasse plötzlich unheimliche Fratzen auftauchen und drehe im entscheidenden Moment plötzlich die Musik laut auf. Wessels resümiert, Lloronas Fluch sei gerade für ein Debütwerk mit solider Hand inszeniert und sehe phasenweise richtig gut aus, doch leider verließe sich Regisseur Michael Chaves in der zweiten Hälfte zu sehr auf gängige Horrorfilmmechanismen und ziehe den vorhersehbaren Jumpscare der Erzählung einer emotionalen Story vor, auch wenn der Ursprung der Geschichte das locker hergegeben hätte.[5]

EinspielergebnisBearbeiten

Am Startwochenende konnte der Film mit einem Einspielergebnis von rund 26,5 Millionen US-Dollar an die Spitze der US-amerikanischen Kino-Charts gelangen.[6] Eine Woche später reichte es mit 7,5 Millionen US-Dollar noch für Platz drei.[7] Die weltweiten Einnahmen des Films aus Kinovorführungen belaufen sich auf 122,1 Millionen US-Dollar.[8] In Deutschland verzeichnet der Film 121.820 Besucher.[9]

AuszeichnungenBearbeiten

Golden Trailer Awards 2019

  • Nominierung für das Beste Filmposter eines Horrorfilms[10]

Hollywood Music in Media Awards 2019

MTV Movie & TV Awards 2019

SynchronisationBearbeiten

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Tobias Meister im Auftrag der RC Production Kunze & Wunder GmbH & Co. KG in Berlin.

Darsteller Synchronsprecher Rolle
Linda Cardellini Dascha Lehmann Anna Tate-Garcia
Roman Christou Moritz Hecke Chris Garcia
Jaynee-Lynne Kinchen Marie Düe Samantha „Sam“ Garcia
Raymond Cruz Pierre Peters-Arnolds Rafael Olvera
Patricia Velásquez Carolina Vera Patricia Alvarez
Sean Patrick Thomas Frank Schaff Detective Cooper
Tony Amendola Fred Maire Pater Perez
Irene Keng Julia Meynen Donna
Oliver Alexander Jaron Müller Carlos Alvarez
John Marshall Jones Tilo Schmitz Mr. Hankins
Paul Rodriguez Jacob Weigert Officer Claro

WeblinksBearbeiten

Commons: Lloronas Fluch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Lloronas Fluch. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 188680/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. 'The Curse of La Llorona' Scares Up Its Own Space in 'The Conjuring' Universe. In: bloody-disgusting.com, 16. März 2019.
  3. https://www.popaxiom.com/sxsw-2019-festival-website-reveals-previously-unannounced-films/
  4. The Curse of La Llorona. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 17. März 2019.
  5. Antje Wessels: Lloronas Fluch. In: wessels-filmkritik.com. Abgerufen am 16. April 2019.
  6. «After Passion» verteidigt die Chartspitze gegen «Der Fall Collini» In:Quotenmeter.de, abgerufen am 23. April 2019.
  7. Schierer Wahnsinn: «Avengers Endgame» bricht nicht bloß Rekorde, sondern zerstört sie In:Quotenmeter.de, abgerufen am 30. April 2019.
  8. Lloronas Fluch In: BoxOfficeMojo.com, abgerufen am 4. Oktober 2019.
  9. Top 100 Deutschland 2019. In: insidekino.com. Abgerufen am 4. Oktober 2019.
  10. The 20th Annual Golden Trailer Award Winners. In: goldentrailer.com. Abgerufen am 2. Juni 2019.
  11. Erik Anderson: 'The King', 'Marriage Story', 'Parasite' earn 2019 Hollywood Music in Media Awards nominations. In: awardswatch.com, 4. November 2019.
  12. Crystal Bell: 2019 MTV Movie & TV Awards Nominations: see the full list. In: mtv.com. 14. Mai 2019, abgerufen am 15. Mai 2019.