Liste der Stolpersteine in Berlin-Grunewald

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Die Liste der Stolpersteine in Berlin-Grunewald enthält die Stolpersteine im Berliner Ortsteil Grunewald im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Spalten der Tabelle sind selbsterklärend. Die Tabelle erfasst insgesamt 46 Stolpersteine und ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Bild Name Standort Verlegedatum Leben
Stolperstein Gneiststr 8 (Grune) Minna Baad.jpg Minna Baad Gneiststraße 8 21. Aug. 2006
Stolperstein Wissmannstr 11 (Grune) Artur Barasch.jpg Artur Barasch Wissmannstraße 11 21. Mai 2008 Artur Barasch, geboren am 28. Januar 1872 in Steinau, ist am 6. April 1942 im KZ Sachsenhausen ermordet worden. Welt-Icon
Stolperstein Lynarstr 9 (Grune) Elisabeth Bendix.jpg Elisabeth Bendix Lynarstraße 9 20. Mrz. 2012 Schauspielerin, geboren am 19. November 1897 in Berlin als Elisabeth Bernhard. Heirat mit Otto Bendix am 17. Januar 1920. Konvertierte zum evangelischen Glauben 1928. Ende November 1941 nach Riga deportiert und dort am 30. November 1941 im Wald von Rumbula ermordet.[1] Welt-Icon
Stolperstein Lynarstr 9 (Grune) Otto Bendix.jpg Otto Bendix Lynarstraße 9 20. Mrz. 2012 Textilfabrikant, geboren 25. Januar 1883 in Berlin Mitte, vermutlich Ende November 1941 nach Riga deportiert und dort am 30. November 1941 im Wald von Rumbula ermordet.[1] Welt-Icon
Stolperstein Lynarstr 9 (Grune) Peter Bendix.jpg Peter Bendix Lynarstraße 9 20. Mrz. 2012 Geboren im Januar 1922, evangelisch getauft 1928. Sohn von Elisabeth und Otto Bendix. Kurz nach seinem 17. Geburtstag ermöglichten ihm seine Eltern die Ausreise nach England. Er entging so dem Holocaust und kam erst 6 Jahre später als Angehöriger der Britischen Streitkräfte nach Deutschland zurück.[1] Welt-Icon
Stolperstein Gneiststr 8 (Grune) Klara Beiser.jpg Klara Beiser Gneiststraße 8 21. Aug. 2006
Stolperstein Paulsborner Str 42 (Grune) Anna Berend.jpg Anna Berend Paulsborner Straße 42 22. Okt. 2015 Welt-Icon
Stolperstein Wallotstr 10 (Grune) Emmy Braun.jpg Emmy Braun Wallotstraße 10 17. Jul. 2007 Emmy Braun, geb. Grün, am 22. April 1882 in Berlin, konnte 1940 zusammen mit ihrem Mann nach Shanghai emigrieren, wo sie in einem von den Japanern eingerichteten Ghetto am 24. Dezember 1943 starb.[2] Welt-Icon
Stolperstein Wallotstr 10 (Grune) Georg Braun.jpg Georg Braun Wallotstraße 10 17. Jul. 2007 Georg Braun, geb. am 22. Juli 1872 in Magdeburg, konnte 1940 zusammen mit seiner Ehefrau nach Shanghai emigrieren. Er verstarb am 29. März 1941 an den Folgen der schlechten Lebensbedingungen. Die Genehmigung der Ausreise aus Deutschland hatten Georg und Emmy Braun mit dem Zwangsverkauf ihres Hauses an die „Deutsche Jägerschaft“ zur Errichtung eines Reichsjagdmuseums erlangt.[2] Welt-Icon
Stolperstein Richard-Strauss-Str 30 (Grune) Bronislawa Hamburger.jpg Bronislawa Hamburger Richard-Strauss-Straße 30 06. Okt. 2016
Stolperstein Wissmannstr 17 (Grune) Günther Dammann.jpg Günther Dammann Wissmannstraße 17 04. Okt. 2010 Günther Dammann, geb. 8. März 1910 in Berlin; Sohn des Bankiers Emil Dammann; seit 1924 Zauberkünstler unter dem Künstlernamen „Robertini“, Schüler des Illusionisten Chevalier Ernest Thorn (1855–1928); veröffentlichte 1933 sein Buch Die Juden in der Zauberkunst. Er wurde am 5. September 1942 nach Riga deportiert und dort am 8. September 1942 ermordet. Der Stein wurde als 1000. Stolperstein im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf verlegt.[3] Welt-Icon
Stolperstein Hagenstr 19 (Grune) Helene Dobrin.jpg Helene Dobrin Hagenstraße 19 02. Jul. 2014
Stolperstein Koenigsallee 34 (Grune) Isidor Dobrin.jpg Isidor Dobrin Koenigsallee 34 20. Mrz. 2012 Isidor Dobrin, geb. am 22. November 1876 in Schlochau (Westpreußen), war Besitzer der berühmten Cafés und Konditoreien in der Jerusalemer Straße und an der Spandauer Brücke. Er wurde zusammen mit seiner Frau am 12. Januar 1943 ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort sofort ermordet. Im selben Transport befand sich die Kinderbuchautorin Else Ury. Die Stolpersteine wurden vom Enkelsohn Jeremy Cohn gespendet.[4] Welt-Icon
Stolperstein Hagenstr 19 (Grune) Moritz Dobrin.jpg Moritz Dobrin Hagenstraße 19 02. Jul. 2014 [5]
Stolperstein Koenigsallee 34 (Grune) Rosalie Dobrin.jpg Rosalie Dobrin Koenigsallee 34 20. Mrz. 2012 Rosalie Dobrin, geb. Goldschmidt, am 15. November 1886 in Tuchel (Westpreußen). Sie wurde zusammen mit ihrem Ehemann am 12. Januar 1943 ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort sofort ermordet.[4] Welt-Icon
Stolperstein Hubertusallee 8 (Grune) Hugo Elkeles.jpg Hugo Elkeles Hubertusallee 8 07. Jul. 2009 Hugo Elkeles, geboren am 31. Mai 1896 in Posen, war ab 1914 Einjährig-Freiwilliger Kriegsteilnehmer und erhielt neben dem Eisernen Kreuz auch den osmanischen Eisernen Halbmond. 1922 gründete er mit seinem Bruder Julian Elkeles eine Holzhandlung in Berlin-Weißensee. Ab 1933 wurde er immer wieder von der Gestapo verhört und verstarb am 29. Juni 1937 an den Folgen der Misshandlungen. Seine Ehefrau konnte mit drei Kindern 1938 nach Palästina fliehen.[6] Welt-Icon
Stolperstein Toni-Lessler-Str 13 (Grune) Hans Ellstaetter.jpg Hans Ellstaetter Toni-Lessler-Straße 13 22. Sep. 2013
Stolperstein Toni-Lessler-Str 13 (Grune) Susanne Ellstaetter.jpg Susanne Ellstaetter Toni-Lessler-Straße 13 22. Sep. 2013
Stolperstein Gillweg (Grune) Frieda Fraenkel.jpg Frieda Fraenkel Gillweg Ecke Hubertusallee 22. Okt. 2015
Stolperstein Erdener Str 13 (Grune) Robert Graetz.jpg Robert Graetz Erdener Straße 13 16. Apr. 2013 Welt-Icon
Stolperstein Delbrückstraße 17 (Grune) Clara Hammerstein.jpg Clara Hammerstein Delbrückstraße 17 15. Mai 2014
Stolperstein Delbrückstraße 19 (Grune) Adolf Hanau.jpg Adolf Hanau Delbrückstraße 19 15. Mai 2014
Stolperstein Delbrückstraße 19 (Grune) Else Hanau.jpg Else Hanau Delbrückstraße 19 15. Mai 2014
Stolperstein Koenigsallee 35 (Grune) Martha Hirsch.jpg Martha Hirsch Koenigsallee 35 28. Sep. 2016
Stolperstein Koenigsallee 35 (Grune) Otto Hirsch.jpg Otto Hirsch Koenigsallee 35 28. Sep. 2016
Stolperstein Douglasstr 11 (Grune) Johanna Jacobstahl.jpg Johanna Jacobsthal
(beschriftet als Johanna Jacobstahl)
Douglasstraße 11 21. Aug. 2006 Johanna Jacobsthal, geboren am 19. August 1896 in Berlin, wurde am 26. September 1942 mit über tausend anderen jüdischen Menschen, darunter 108 Kindern im Alter von unter 10 Jahren, nach Raasiku in Estland deportiert und dort ermordet. Nur 26 Menschen aus diesem Transport überlebten den Krieg. Welt-Icon
Stolperstein Am Bahnhof Grunewald 10 (Grune) Frida Kalischer.jpg Frida Kalischer Am Bahnhof Grunewald 10 15. Okt. 2014
Stolperstein Niersteiner Str 5 (Grune) Elsa Litten.jpg Elsa Litten Niersteiner Straße 5 23. Mrz. 2014
Stolperstein Niersteiner Str 5 (Grune) Erika Litten.jpg Erika Litten Niersteiner Straße 5 23. Mrz. 2014
Stolperstein Niersteiner Str 5 (Grune) Ilse Litten.jpg Ilse Litten Niersteiner Straße 5 23. Mrz. 2014
Stolperstein Niersteiner Str 5 (Grune) Lieselotte Litten.jpg Lieselotte Litten Niersteiner Straße 5 23. Mrz. 2014
Stolperstein Niersteiner Str 5 (Grune) Paul Litten.jpg Paul Litten Niersteiner Straße 5 23. Mrz. 2014
Stolperstein Delbrückstraße 19 (Grune) Babette Mayer.jpg Babette Mayer Delbrückstraße 19 15. Mai 2014
Stolperstein Richard-Strauss-Str 30 (Grune) Salomea Meyer.jpg Salomea Meyer Richard-Strauss-Straße 30 06. Okt. 2016
Stolperstein Gneiststr 8 (Grune) Jenny Michalski.jpg Jenny Michalski Gneiststraße 8 21. Aug. 2006
Stolperstein Caspar-Theyß-Straße 3 Betty Nossen.JPG Betty Nossen Caspar-Theyß-Straße 3 12. Jun. 2009 Betty Landsberger kam am 16. März 1871 in Posen in einer jüdischen Familie zur Welt.[7] Sie heiratete den Fabrikanten Leopold Nossen und zog mit ihm nach Berlin. Am 9. September 1895 kam ihr Sohn Herbert Ludwig Walter zur Welt,[8] es folgte am 31. Januar 1897 die Tochter Anne-Marie Ilse[9]. Ihr Mann Leopold besaß eine Firma Nossen & Co., Mechanische Fabrik seidener Futterstoffe und Gloriafabrik in der Reinickendorferstraße 56. Die Familie wohnte Ende des 19. Jahrhunderts in der Kronenstraße in Mitte, Anfang des nächsten Jahrhunderts am Holsteiner Ufer 11 in Tiergarten. Dort kam evtl. eine weiter Tochter, Stephanie Elisabeth im Januar 1905 zur Welt. Leopold Nossen war wirtschaftlich erfolgreich, er kaufte das Haus Caspar -Theyß -Straße 3 in Grunewald, wohin die Familie dann auch zog. Der Sohn Herbert wurde Arzt, daneben betätigte er sich als Schriftsteller, 1930 heiratete er Luise Hammer, die Ehe wurde später wieder geschieden. Stephanie, die sich Steffi nannte, betrieb eine Schule für Gymnastik und Tanz in der Bismarckstraße 1. Mitte der 1920er Jahre starb Leopold Nossen, seine Frau Betty erbte das Haus in der Caspar-Theyß-Straße 3. 1935 emigrierte ihr Sohn Herbert mit seiner Frau in die USA, Anne-Marie gelangte nach England und wurde dort interniert, Steffi emigrierte 1935 in die USA und eröffnete ein Tanzstudio Steffi Nossen, sie heiratete Peter Haendler. Betty Nossen musste aus dem Haus Caspar-Theyß-Straße 3 ausziehen, 1939 wohnte sie in der Regensburgerstraße 14 im Hinterhaus 1. OG. Das Haus Caspar-Theyß-Straße wurde ihr abgepresst, 1940 steht als Eigentümer schon der Fiskus im Adressbuch. Am 25. September 1942 wurde sie aus der Sächsischen Straße 2 nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 11. Februar 1943 ermordet wurde. Als Todesursache wurde angegeben: Marasmus, Altersschwäche.[10] Welt-Icon
Stolperstein Kunz-Buntschuh-Str 16 (Grune) Alfred Rotter.jpg Alfred Rotter Kunz-Buntschuh-Straße 16 28. Jun. 2011 Alfred Rotter, geb. 14. November 1886 als Alfred Schaie in Leipzig und sein Bruder Fritz gehörten zu den bekanntesten und erfolgreichsten Berliner Theaterdirektoren der Weimarer Republik. Nach dem Konkurs des Rotter-Konzerns setzte er sich mit seiner Frau Gertrud und seinem Bruder Fritz nach Liechtenstein ab, wo sie bei einem Entführungsversuch am 5. April 1933 durch die Nationalsozialisten Franz Roeckle, Rudolf Schädler, Peter Rheinberger und Eugen Frommelt zu Tode kamen. Die Täter wurden in Vaduz angeklagt, doch erhielten sie alle nur eine geringe Strafe.[11] Welt-Icon
Stolperstein Kunz-Buntschuh-Str 16 (Grune) Fritz Rotter.jpg Fritz Rotter Kunz-Buntschuh-Straße 16 28. Jun. 2011 Fritze Rotter, geb. 3. September 1888 als Fritz Schaie in Leipzig, und sein Bruder Alfred gehörten zu den bekanntesten und erfolgreichsten Berliner Theaterdirektoren der Weimarer Republik. Nach dem Konkurs des Rotter-Konzerns setzte er sich mit seinem Bruder und dessen Frau nach Liechtenstein ab, sie handelten aber mit dem Amtsgericht Mitte eine Rückkehr Ende Januar 1933 aus, die jedoch nach dem Machtantritt der Nazis ausgeschlossen war. Er konnte dem Entführungsversuch, bei dem sein Bruder und seine Frau ums Leben kamen, entkommen. Er starb am 7. Oktober 1939 im Gefängnis von Colmar, in das er wegen eines ungedeckten Schecks geraten war.[11] Welt-Icon
Stolperstein Kunz-Buntschuh-Str 16 (Grune) Gertrud Rotter.jpg Gertrud Rotter Kunz-Buntschuh-Straße 16 28. Jun. 2011 Gertrud, geb. Leers, geboren 1894, setzte sich dem Konkurs des Rotter-Konzerns mit ihrem Ehemann Alfred und dessen Bruder Fritz im Januar 1933 zunächst in die Schweiz, dann nach Vaduz ab, wo sie bei einem Entführungsversuch am 5. April 1933 ums Leben kam.[11] Welt-Icon
Stolperstein Margaretenstr 2 (Grune) Anna Samuel.jpg Anna Samuel Margaretenstraße 2 10. Mai 2016
Stolperstein Margaretenstr 2 (Grune) Cäcilie Samuel.jpg Cäcilie Samuel Margaretenstraße 2 10. Mai 2016
Stolperstein Margaretenstr 2 (Grune) Salomon Samuel.jpg Salomon Samuel Margaretenstraße 2 10. Mai 2016
Stolperstein Richard-Strauss-Str 1 (Grune) Edith Saul.JPG Edith Saul Richard-Strauss-Straße 1 10. Okt. 2017
Stolperstein Richard-Strauss-Str 1 (Grune) Gertrud Saul.JPG Gertrud Saul Richard-Strauss-Straße 1 10. Okt. 2017
Stolperstein Richard-Strauss-Str 1 (Grune) Eva Weinmann.jpg Eva Weinmann Richard-Strauss-Straße 1 22. Okt. 2015 Welt-Icon
Stolperstein Gneiststr 8 (Grune) Marie Wolff.jpg Marie Wolff Gneiststraße 8 21. Aug. 2006

WeblinksBearbeiten

 Commons: Stolpersteine in Berlin-Grunewald – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Lexikon: Charlottenburg-Wilmersdorf von A bis Z - Stolpersteine Lynarstr. 9. Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, 20. März 2012, abgerufen am 15. Oktober 2012.
  2. a b Lexikon: Charlottenburg-Wilmersdorf von A bis Z - Wallotstr. 10. Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, abgerufen am 2. November 2012.
  3. Lexikon: Charlottenburg-Wilmersdorf von A bis Z - Wissmannstraße 17. Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, abgerufen am 2. November 2012.
  4. a b Lexikon: Charlottenburg-Wilmersdorf von A bis Z Koenigsallee 34/34A. Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, abgerufen am 2. November 2012.
  5. Konditorei Dobrin - einzig geblieben ist ein Löffel, auf www.tagesspiegel.de
  6. Lexikon: Charlottenburg-Wilmersdorf von A bis Z - Gillweg / Hubertusallee. Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, abgerufen am 2. November 2012.
  7. Nossen, Betty, auf bundesarchiv.de
  8. StA Berlin-Wilmersdorf HU 996/1930
  9. StA Berlin I,II, Nr. 125/1897
  10. Nossen Betty: Todesfallanzeige, Ghetto Theresienstadt , auf holocaust.cz
  11. a b c Lexikon: Charlottenburg-Wilmersdorf von A bis Z - Kunz-Buntschuh-Str. 16-18. Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, abgerufen am 2. November 2012.