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Lager (Bauwesen)

Bauelemente, die statische Kräfte zwängungsfrei übertragen und/oder Bewegungen des Bauwerks ermöglichen
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Altes Einrollenkipplager
Altes Mehrrollenbrückenlager an Eisenbahnbrücke über die Spree in Cottbus

Im Bauwesen verwendete Lager sind Konstruktionen zur Übertragung der Kräfte eines Tragwerks auf den Unterbau wie Pfeiler, Fundamente, Widerlager etc.

Im Sinne der Statik werden Lager symbolisch aufgefasst (Lagersymbole). Erst mit dieser Abstraktion ist es möglich, das Tragwerk vollständig als statisches System zu modellieren, mit dessen Hilfe dann beispielsweise die Schnittkräfte und die Auflagerkräfte berechnet und damit die Lager bemessen werden können. Siehe: Lager (Statik).

Der Begriff Lagerung kann sich auf die Art beziehen, in der die verschiedenen Lager eines Tragwerks zusammenwirken (siehe hierzu: Lager (Statik)). Der Begriff Lagerung kann aber auch synonym mit Gründung verwendet werden (siehe hierzu evtl. auch Widerlager (Brückenbau)).

Die hier behandelten Lager sind in der Regel sowohl dafür ausgelegt, Lasten aus einem Bauwerk aufzunehmen, als auch (geringfügige) Bewegungen der Baukonstruktion zu ermöglichen (um etwa dem Auftreten von thermischen Spannungen durch Temperaturänderungen vorzubeugen). Davon zu unterscheiden sind sogenannte Widerlager, die speziell dazu dienen, horizontale (Schub-)Kräfte aufzunehmen und entweder in den umgebenden Baukörper oder direkt in den Baugrund abzugeben. Widerlager selber ermöglichen keine Bewegungen, werden aber häufig mit Drehlagern (Drehgelenken) kombiniert, um Winkeländerungen der Tragkonstruktion gegenüber seiner Gründung oder Lagerung zu erlauben.

Gewöhnlich besitzt ein Tragwerk mehrere Lager. Dabei bestimmt die Anzahl der Lager mit ihrem jeweiligen Freiheitsgrad, ob das statische System des Tragwerks äußerlich statisch bestimmt oder unbestimmt ist.Ein Lager mit ist eine feste Einspannung. Das System benötigt dann keine weiteren Lager, um statisch bestimmt zu sein. (Die Lagerung eines Tragwerk könnte etwa aus einem einzelnen Köcherfundament bestehen.) Die obere Abbildung rechts zeigt ein Einrollenkipplager mit , welches die die gesamte Brücke horizontal und an der Lagerstelle auch vertikal fixiert. Es erlaubt aber ein Verdrehen um einen Querbolzen. Die untere Abbildung zeigt ein Mehrrollenbrückenlager mit , welches über mehrere Querrollen zusätzlich eine Längsverschiebung ermöglicht.

Für den Transport temperaturveränderlicher Medien (Wasser, Dampf) benutzte lange Rohrleitungen erfordern die Längsbeweglichkeit ihrer Lager zusätzlich wegen der mit der Temperaturänderung einhergehenden Längenänderung der Rohre.[1][2]

Lagertypen räumlicher SystemeBearbeiten

Wenn   die Anzahl der aufnehmbaren Kräfte angibt, ergeben sich folgende Typen:

  • allseits festes Lager ( ): nicht verschiebbar.
  • einfach verschiebliches (bewegliches) Lager ( ): entlang einer Achse verschiebbar und in zwei Richtungen starr.
  • (zweifach) verschiebliches Lager ( ): in zwei Richtungen verschiebbar und entlang einer Achse starr gelagert.

Lager nach statischen Erfordernissen:

Lager, die eine Winkeländerung ermöglichen:

Lager, die ein Verschieben ermöglichen:

  • Mehrrollenlager, Kugellager
  • Gummilager, Viskositätslager
  • Gleitlager

LagerbauartenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Brückenlager – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rollenlager und Zubehör für Rohrleitungen hesterberg-gmbh.com
  2. Eine alternative Lösung ist das Einfügen von omegaförmig ausragenden Bogenstücken oder kurzen Wellrohren, in denen die Längenänderung nur zu erträglicher elastischer Verformung führt.
  3. Volker Wetzk: Brückenlager. 1850-1950, Diss. Brandenburgische Technische Universität Cottbus 2010; PDF
  4. Bernhard Pichler, Josef Eberhardsteiner: Baustatik VO – LVA-Nr. 202.065. Hrsg.: E202 Institut für Mechanik der Werkstoffe und Strukturen – Fakultät Bauingenieurwesen, TU Wien. SS 2016 Auflage. TU Verlag, Wien 2016, ISBN 978-3-903024-17-5, Drehwinkelverfahren (520 S., shop.tuverlag.at – Erstausgabe: 2012). shop.tuverlag.at (Memento des Originals vom 13. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/shop.tuverlag.at