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Lützelburg (Gablingen)

Ortsteil der Gemeinde Gablingen

Lützelburg (mit Zusatz bei Augsburg von 1871 bis 1918 und 1940 bis 1944) ist ein Pfarrdorf und Ortsteil der Gemeinde Gablingen im schwäbischen Landkreis Augsburg in Bayern (Deutschland). Zur Gemarkung gehört auch das Dorf Muttershofen.

Lützelburg
Gemeinde Gablingen
Wappen von Lützelburg
Koordinaten: 48° 27′ 53″ N, 10° 47′ 45″ O
Höhe: 517 m ü. NN
Einwohner: 1600 (2008)
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 86456
Vorwahl: 08230

Die Kreisstraße A 5 führt von Bonstetten über Lützelburg nach Gablingen.

GeschichteBearbeiten

 
Infoschild der Ortspartnerschaft zwischen Lützelburg und Lutzelbourg (Gemeinde im französischen Lothringen)

Der Ortsteil Lützelburg entstand als Rodungsdorf um 1100. Der Weiler Muttershofen wurde 1150 erwähnt. Das Augustinerkloster St. Nikolas im Holz wurde um diese Zeit dort gegründet.[1] Im Mittelalter waren die Lehensherren über Lützelburg die Hochstiftsvögte aus dem Hause Schwabegg und später die Grafen von Marstetten-Neuffen.[2] 1447 erlangte das Heilig-Geist-Spital in Augsburg, die Grundherrschaft über den ganzen Ort und Lützelburg wurde Sitz eines Vogtes. Nach dem Burgauer Feuerstattguldenregister von 1492 besaß die Hospitalstiftung dort 21 Feuerstätten.[3]

Mit der Einführung der Reformation im Herrschaftsgebiet des Heilig-Geist-Spitals wurde auch in Lützelburg ein lutherischer Prädikant eingesetzt. Daraus entwickelte sich der Konflikt um Lützelburg, bei dem sich die Markgrafschaft Burgau als Hochgericht und das Heilig-Geist-Spital als Niedergericht um die konfessionelle Zugehörigkeit der Bewohner von Lützelburg stritten. 1578 kam es zu der Einführung eines kirchlichen Simultaneums, die den Untertanen Wahlfreiheit des Bekenntnisses ermöglichte. Dies bestand in Lützelburg bis 1603.[4]

1605 zählte der Ort knapp 400 Einwohner. Die meisten davon gehörten den Berufsstand des Hafners an, die ihre Tonwaren in städtische Märkte, vor allem nach Augsburg exportierten. Im dreißigjährigen Krieg wurde Lützelburg von den Schweden in Brand gesetzt und dabei auch die Pfarrkirche zerstört. Nach der Säkularisation kam der Ort zum Königreich Bayern.

Lützelburg mit seinem Ortsteil war eine selbstständige Gemeinde und wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Mai 1978 in die Nachbargemeinde Gablingen eingemeindet.[5] Zwischen Lützelburg und Lutzelbourg (Gemeinde im französischen Lothringen) gibt es seit ca. 20 Jahren eine Partnerschaft, die in Form regelmäßiger Treffen stattfindet.[6]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Pfarrkirche St. Georg in Lützelburg
  • Die katholische Pfarrkirche St. Georg in Lützelburg gehört zum Dekanat Augsburg-Land im Bistum Augsburg. Zur Pfarrei gehört auch noch die Ortschaft Muttershofen.
  • Die Fatimakapelle wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und befindet sich am Westrand des Ortes.
  • Die Feldkapelle wurde 1950 erbaut und befindet sich nordwestlich des Ortes.
  • Der Burgstall Kirchberg befindet sich auf einem Ausläufer der gleichnamigen Waldung zwischen den Ortschaften Lützelburg und Heretsried.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lützelburg (Gablingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemeinde Gablingen – Kurzinformation und Geschichte. Abgerufen am 21. September 2017.
  2. Joachim Jahn: Augsburg Land (= Historischer Atlas von Bayern. Teil Schwaben, H. 11). München 1984, S. 526
  3. Das Burgauer Feuerstattguldenregister von 1492. Abgerufen am 19. Mai 2019.
  4. Ronald G. Asch, Dagmar Freist: Staatsbildung als kultureller Prozess: Strukturwandel und Legitimation von Herrschaft in der Frühen Neuzeit. Böhlau Verlag Köln Weimar, 2005, ISBN 978-3-412-11705-4 (google.de [abgerufen am 19. Mai 2019]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 767.
  6. Gemeinde Gablingen: Städtepartnerschaft zwischen Lutzelbourg/Moselle und Lützelburg.