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Léonce de Saint-Martin

französischer Organist

Léonce de Saint-Martin (* 31. Oktober 1886 in Albi; † 10. Juni 1954 in Paris) war ein französischer Komponist und Organist. Er war von 1937 bis 1954 Titularorganist der Orgel von Notre Dame de Paris.

LebenBearbeiten

Léonce de Saint-Martin wurde 1886 im château de Fonlabour bei Albi geboren. Bereits mit 14 Jahren wurde er Aushilfsorganist an der Kathedrale von Albi. Auf Wunsch seines Vaters studierte er jedoch zunächst Rechtswissenschaften und erlangte 1906 die licence in Montpellier. Ab 1920 vertrat er regelmäßig Marcel Dupré als Organist der Kathedrale Notre-Dame de Paris und wurde 1924 auch offiziell Assistenzorganist von Louis Vierne. Er konzertierte seitdem regelmäßig in Europa.

Mit dem Tod Louis Viernes an der Orgel von Notre Dame während eines Konzerts (1937) wurde dessen Stelle als Titularorganist frei. Vierne selbst hatte für seine Nachfolge einen Wettbewerb gewünscht. 55 Organisten unterschrieben daraufhin eine Petition, in der ein Wettbewerb gefordert wurde. Dessen ungeachtet vergab das Domkapitel die Stelle an Saint-Martin. Saint-Martin war seitdem eine persona non grata des Pariser Musiklebens. Er gab weiterhin international Konzerte und komponierte. Am Pfingstsonntag 1954 spielte er zum letzten Mal in Notre Dame und verstarb am 10. Juni in Paris.

LiteraturBearbeiten

  • Jean Guérard: Léonce de Saint-Martin à Notre-Dame de Paris, 1886–1854. Les Editions de l’Officine, Paris 2005, ISBN 2-915680-08-6.
  • Carolyn Schuster Fournier: Léonce de Saint-Martin. Organist at Notre-Dame Cathedral 1937 to 1954. For the 50th anniversary of his death. In: The American Organist. Band 38, Nr. 10, 2004, S. 60–69.

WeblinksBearbeiten

VorgängerAmtNachfolger
Louis VierneTitularorganist an der Orgel von Notre Dame de Paris
1937–1954
Pierre Cochereau