Klaus-Dieter Frankenberger

deutscher Journalist und Politikwissenschaftler

Klaus-Dieter Frankenberger (* 5. Juli 1955 in Darmstadt) ist ein deutscher Journalist und Politikwissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach seinem Abitur in Groß-Gerau studierte Frankenberger an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Amerikanistik, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft. Das Studium schloss er 1981 mit der Magister-Prüfung ab. Auf das Studium folgte ein längerer Aufenthalt in den USA und eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Nordamerika-Forschung ZENAF der Universität Frankfurt.

1985 und 1986 war er Congressional Fellow am Kongress der Vereinigten Staaten, 1990 Marshall Fellow an der Harvard University.

Seit 1986 arbeitet er in der politischen Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seine Schwerpunkte sind die USA und Internationale Politik. Seit Beginn des Jahres 2001 ist er für das Ressort Außenpolitik hauptverantwortlich.

Frankenberger ist verheiratet und hat drei Kinder.

AuszeichnungenBearbeiten

Die Steuben-Schurz-Gesellschaft verlieh ihm 2008 ihren undotierten Medienpreis.[1] 2015 wurde er mit dem Karl-Klasen-Journalistenpreis ausgezeichnet.

Mitgliedschaften, Verbindungen zur PolitikBearbeiten

Er ist Mitglied der Trilateralen Kommission, des Beirates der Atlantischen Initiative, der Bundesakademie für Sicherheitspolitik sowie des Instituts für Europäische Politik. Außerdem ist der Fellow der Transatlantic Academy.[2]

Frankenberger nimmt außerdem seit 2009 an der Münchener Sicherheitskonferenz teil.[3][4]

SchriftenBearbeiten

In seinem Beitrag Mehr Schein als Sein fordert Frankenberger eine Stärkung der Handlungsfähigkeit der EU in Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Die EU brauche eine „grundsätzliche Verständigung ihrer Mitglieder über ihre außenpolitischen und strategischen Interessen, über deren Bündelung und Strategien zu deren Implementierung“. „Wer der Überzeugung ist, dass es einen europäischen Mehrwert gibt oder geben soll, der wird auch in die Europäische Außen- und Sicherheitspolitik investieren. Was die Europäer bisher getan haben, um – den eigenen Vorgaben und Zeitplänen gemäß – eine Krisenreaktions-Streitmacht auf die Beine zu stellen, ist bestenfalls ein Anfang – ein Anfang, der im übrigen die Kluft zwischen Rhetorik und Finanzierungsbereitschaft kaum verbergen kann.“[5]

Im Kontext des Krimkrise 2014 konstatierte er:

„Die NSA-Aktivitäten haben in Europa und besonders in Deutschland einen antiamerikanischen Verdruss befeuert, der an den Zusammenstoß wegen der Irak-Politik vor gut zehn Jahren erinnert und der sich in der Einstellung zum Vorgehen Putins niederschlägt: Hierzulande findet der russische Präsident viel Verständnis und nachgerade Mitgefühl.“[6]

Medienwissenschaftliche Analyse und KritikBearbeiten

In der Untersuchung von Uwe Krüger zum Einfluss von Eliten auf Leitmedien wird Frankenberger zu den am stärksten mit den sogenannten Eliten vernetzten Journalisten gerechnet. Besonders in den Themenfeldern Sicherheit, Verteidigung und Auslandseinsätzen der Bundeswehr zeige sich, dass er in seinen Artikeln den Diskurs der Eliten abbilde, deren Argumente er verbreite und für mehr militärisches Engagement werbe.[7] Die NachDenkSeiten Albrecht Müllers zählen ihn deshalb zu den Autoren einer „US-nah organisierten Gleichschaltung wichtiger Leitmedien“.[8] In der linguistischen Analyse von Mirjam Zwingli wird Frankenberger in einem Kommentarbeispiel eine unterschwellig tendenziöse Darstellung nachgewiesen: „... eine ernstzunehmende Themenentfaltung (lässt sich) nur äußerst schwer erkennen. In erster Linie finden sich deskriptive Elemente, verbunden mit teils willkürlich geäußerten Behauptungen, die jedoch bei oberflächlicher Betrachtung faktisch argumentativ anmuten und auf der impliziten Wertbasis einer russischen Regierung, der grundsätzlich zu misstrauen ist, beruhen.“[9]

Frankenbergers Vernetzung mit Thinktanks und politischen Eliten wurde am 29. April 2014 von der Satiresendung Die Anstalt kritisch dargestellt.[10]

SchriftenBearbeiten

  • Mehr Schein als Sein. Europäische Außenpolitik in der Krise. In: Internationale Politik. 1, Januar 2002, ISSN 1430-175X, S. 23–26, online.
  • „Ultrakompetitive“ Zukunft. Neues vom globalisierten Auf- und Abstiegskampf. In: Die Politische Meinung. 523, 13. Dezember 2013, online.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten