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Karl Fischer (Widerstandskämpfer)

österreichischer Trotzkist und Widerstandskämpfer
Karl Fischer (1962)

Karl Fischer (* 23. September 1918 in Wien; † 17. März 1963 ebenda) war ein österreichischer trotzkistischer Politiker und Widerstandskämpfer, der fast 13 Jahre in der Haft dreier diktatorischer Systeme verbrachte.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

 
Karl Fischer im Jahr 1934

Jugend und HerkunftBearbeiten

Karl Fischer war der Sohn der Seidenwinderin und Widerstandskämpferin Maria Fischer[1] (1897–1962). Sie nannte ihren Sohn „Kegel“, eine mittelalterliche Bezeichnung für ein uneheliches Kind, ein Name, den Fischer später als Decknamen im Untergrund verwendete.[2][3]

Fischer absolvierte eine dreijährige kaufmännische Lehre in der Eisenhandlung „Elschka und Radl“ in Wien-Landstraße.[4] 1934 schloss er sich dem Kommunistischen Jugendverband (KJV) in Wien an. Mitte 1935 spaltete er sich mit Georg Scheuer und anderen Gesinnungsgenossen mit einer trotzkistischen Jugendorganisation, den Revolutionären Kommunisten Österreichs (RKÖ), ab, die mit stalinistischen Gruppen konkurrierte und den Grundsätzen der permanenten Revolution folgte. Diese von Leo Trotzki entwickelte Theorie ging davon aus, dass im Zeitalter des Imperialismus selbst der Kampf um demokratische Errungenschaften nur durch den revolutionären Sturz erfolgreich sein könne.[5] Fischer opponierte nicht nur gegen den Austrofaschismus und den Nationalsozialismus, sondern auch gegen den stalinistischen Terror in der Sowjetunion.[6] Gemeinsam mit Josef Hindels, Georg Scheuer, Josef Reinwein, Franz Lederer u. a. bildete er die Redaktion der illegalen Zeitung Bolschewik.[7][8]

Widerstand, Verfolgung und HaftBearbeiten

Im AustrofaschismusBearbeiten

 
Karl Fischer, Foto der österreichischen Staatspolizei, 6. November 1936

Anfang November 1936 von der österreichischen Staatspolizei in Wien verhaftet, wurde Fischer am 23. September 1937 vom Obersten Gerichtshof gemeinsam mit Georg Scheuer und weiteren Gesinnungsgenossen im Wiener „Trotzkistenprozess“ aufgrund seiner Mitwirkung an der Herstellung und Verbreitung illegaler politischer Druckschriften wegen Hochverrates zur Strafe des schweren Kerkers in der Dauer von fünf Jahren, verschärft durch einen Fasttag vierteljährlich, verurteilt[8][9], mit der Februaramnestie 1938 aber vorzeitig aus der Haft in Krems-Stein freigelassen.[10] Bei der von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg für März 1938 angekündigten Volksabstimmung votierten die Revolutionären Kommunisten um Karl Fischer gegen einen „Anschluss“ an NS-Deutschland und riefen zum Generalstreik auf.[5]

Im NationalsozialismusBearbeiten

 
Entlehnkarte „Häftlingsbücherei K.L. Buchenwald“, Karl Fischer, Häftlings-Nr. 76999, Block 42D

Nach dem „Anschluss Österreichs“ an das nationalsozialistische Deutsche Reich emigrierte er im Mai 1938 über die Schweiz nach Frankreich[8], später nach Belgien, wo er im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv war.[2]

In Paris nahm er gemeinsam mit dem ebenfalls emigrierten Georg Scheuer am 3. September 1938 an der Gründung der trotzkistischen Vierten Internationale teil[8][11], die beiden österreichischen Delegierten stimmten allerdings wegen grundlegend anderer Einschätzungen der Weltlage gegen die Proklamation der Internationale. Karl Fischer formulierte dies in seiner Rede an die Delegierten der Gründungskonferenz mit folgenden Worten: „Trotz eurer optimistischen Resolution, an die ihr wahrscheinlich selbst nicht glaubt, sind wir der Meinung, dass die zweite imperialistische Neuaufteilung der Welt mit dem österreichischen Anschluss schon begonnen hat und weitergeht. Der Spanische Bürgerkrieg selbst ist in diesen neuen Weltkrieg bereits eingeschaltet und für die Arbeiter verloren. Man muss es sagen. Unsere Pflicht ist es, die Wahrheit zu sagen. Ihr wollt die Tatsachen nicht sehen, oder ihr seht sie und wollt sie nicht beim Namen nennen ...“.[12] In Folge trennten sich die Revolutionären Kommunisten Österreichs (RKÖ) auch organisatorisch von der Vierten Internationale und begannen, die Einschätzungen der Internationale und Trotzkis zu kritisieren.[13][14]

In Antwerpen wurde Fischer im Mai 1940 unter dem falschen Vorwurf, „deutscher Spion“ zu sein, verhaftet und in einem zweiwöchigen Bahntransport in Viehwaggons („Le Train phantome“) in das französische Lager Saint-Cyprien (Pyrénées-Orientales) deportiert,[15] aus dem er aber fliehen konnte (sein zweiter Fluchtversuch war erfolgreich).[16] Er hielt sich anschließend in Montauban, Grenoble, Marseille, Paris und vor allem in Lyon auf oder unternahm  – weiterhin im Widerstand gegen den Nationalsozialismus – geheime Kurierfahrten für die Résistance.[17] Dabei arbeitete er wiederum eng u. a. mit dem ebenfalls im französischen Widerstand tätigen Georg Scheuer und anderen Gesinnungsgenossen zusammen.[8][18] Beispiele ihrer illegalen Tätigkeit waren, als Mitglieder der Revolutionären Kommunisten (RK) eine inhaftierte Genossin, Melanie Berger[19], in einer spektakulären Aktion, ausgestattet mit selbst hergestellten, gefälschten Gestapo-Papieren, aus dem bei Marseille gelegenen Gefängnis in Beaumettes (Département Vaucluse in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur) befreiten[8], oder auch das Betreten und Verlassen eines Gefängnisses, ohne dabei entdeckt zu werden.[14] Mithilfe von Geheimtinte und Geheimcodes hielten sie brieflichen Kontakt zu Genossen in sieben Ländern: Frankreich, Belgien, Schweiz, Österreich, USA, Norwegen und England.[20]

1943 wurde er jedoch auf einer Kurierfahrt für die Résistance nach Paris, unter dem Decknamen „Emil Berger“ in Frankreich lebend (er gab sich selbst als zweisprachiger Elsässer aus), erneut verhaftet, 1944 an die Gestapo ausgeliefert und ab 16. Juni 1944 im Gefängnis Fresnes (Maison d'arrêt de Fresnes) bei Paris inhaftiert.[21][22] Von dort wurde er im August 1944 ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert, in dem er am 20. August 1944 als Häftling registriert wurde.[8][23] Seine Häftlings-Nummer war 76999.[24]

Im KZ Buchenwald rettete er Anfang April 1945 knapp vor der Befreiung als Mitglied des Lagerschutzes[25] seinem Freund, dem Psychoanalytiker Ernst Federn, der ebenfalls Mitglied der Revolutionären Kommunisten Österreichs (RKÖ) gewesen war, nach dessen eigenen Angaben das Leben (siehe Bilder des Briefes Ernst Federns vom 30. März 1963 an Maria Johanna Fischer zum Tod Karl Fischers in der Dokumente-Galerie)[26], indem er ihn vor einem Todesmarsch durch Übergabe seiner eigenen weißen Lagerschutzbinde bewahrte.[27][28] Dadurch begab er nicht nur sich selbst in große Gefahr, dies dürfte auch ein Grund für seine spätere Verschleppung in die UdSSR gewesen sein. Laut Ernst Federn könnten nämlich österreichische stalinistische KZ-Häftlinge Karl Fischer beim NKWD denunziert haben, weil er ihm die weiße Binde verschafft hatte.[29]

Nach der Befreiung des KZs durch die United States Army am 20. April 1945 verabschiedete ein Redaktionskomitee ehemaliger Häftlinge, bestehend aus Karl Fischer, Marcel Beaufrère, Florent Galloy und Ernst Federn[8], die „Erklärung der internationalistischen Kommunisten Buchenwalds“.[30]

Im StalinismusBearbeiten

1945 traf er in Linz seine Mutter zufällig wieder. Diese war 1943 als Mitglied der trotzkistischen Widerstandsgruppe „Gegen den Strom“ von der Gestapo wegen „hochverräterischer Betätigung“ in Schutzhaft genommen und am 10. Dezember 1943 wegen Vorbereitung zum Hochverrat vom 5. Senat des Volksgerichtshofs in Wien zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Sie verbüßte ihre Haftzeit zunächst im Frauenzuchthaus Jauer in der heute polnischen Stadt Jawor, anschließend bis zur Befreiung durch die United States Army im Frauenstrafgefängnis in Leipzig-Kleinmeusdorf.[2][8]

Auf Grund seiner Französischkenntnisse war Karl Fischer in Linz zunächst als Dolmetscher für das French Liaison Office tätig. Anschließend arbeitete er in der Abteilung Wirtschaft und Statistik der Linzer Arbeiterkammer als Mitarbeiter von Emily Rosdolsky.[31]

 
Karl Fischer als sowjetischer Häftling. Foto aus der Akte über Karl Fischer (F. 461/p, Nr. 190278) in der Bestandsgruppe zu Kriegsgefangenen und Internierten des Sonderarchivs Moskau
 
Kurt Seipel, Widmung des Buches Meine Jugend blieb im Eis Sibiriens für den Sohn Karl Fischers, Mai 1997

Am 22. Jänner 1947 wurde Fischer auf der Linzer Nibelungenbrücke an der sowjetisch-amerikanischen Demarkationslinie vom sowjetischen Geheimdienst des NKWD entführt[32][33][34] und ohne Prozess am 28. Juni 1947 nach Artikel 58 des Strafgesetzbuches der RSFSR wegen angeblicher Spionage, Hochverrates, Trotzkismus und Menschewismus zu fünfzehn Jahren „Besserungsarbeitslager“ verurteilt.[35] Unter den österreichischen Kommunisten regte sich wegen der Entführung keinerlei Protest.[36] Fischer wurde zunächst in Amstetten, dann in Baden bei Wien inhaftiert, anschließend in die Sowjetunion deportiert[14] und trotz eines Selbstmordversuches in mehreren Gulag-Lagern in Nordost-Sibirien (Kolyma, Magadan, Jagoda, Maxim Gorki, Dnjeprowsk, Lazo), ab April 1952 im „Politisolator Alexandrowsk“ bei Irkutsk inhaftiert.[2][5][37][38] Der von 1947 bis 1953 ebenfalls nach Kolyma deportiert gewesene Österreicher Herbert Killian beschreibt, „dass höchstens 20 Österreicher, d.h. ein Prozent der von den Sowjets verschleppten Österreicher, in den Lagern von Kolyma inhaftiert waren“, wie ihm bei einem Besuch in Magadan im Jahr 2002 von einem Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften berichtet worden war. 13 davon habe er selbst persönlich gekannt. Die Aufenthaltsdauer in Kolyma war bei den einzelnen Personen verschieden lang und reichte von einigen Monaten bis zu vielen Jahren.[39]

Seinem ehemaligen Leidensgefährten Kurt Seipel, mit dem er gemeinsam sowohl den vierundvierzigtägigen Bahntransport in Güterwaggons über Ödenburg (Sopron) nach Lemberg, zur Bucht Wanino (Region Chabarowsk) und nach Magadan, diverse Straflager, den Politisolator Alexandrowsk bei Irkutsk als auch den Rücktransport nach Österreich erlebte, rettete er während dieser Zeit nach dessen eigenen Angaben mehrfach das Leben (siehe Bild der Widmung des Buches Meine Jugend blieb im Eis Sibiriens rechts).[40]

Der insgesamt ca. 180 Seiten umfassende Akt über die Inhaftierung Karl Fischers befindet sich im Sonderarchiv Moskau des Russischen Staatlichen Militärarchives (RGWA).[41] Er durfte als Gulag- und Politisolator-Häftling trotz vielfacher Ansuchen bei den sowjetischen Behörden bis April 1955 absolut keinen Briefwechsel, auch nicht mit seiner Mutter, führen. Das erste Schreiben an seine Mutter ist datiert vom 12. April 1955 (siehe Bilder in der Dokumente-Galerie).

Seit 1955Bearbeiten

 
Karl Fischer mit seiner Mutter Maria 1955
 
Karl Fischer im Juni 1955 vor dem Österreichischen Parlament
 
Karl Fischer mit seinem Sohn, 1959
 
Grabstätte Karl Fischer, Ilz, Steiermark

Am 20. Juni 1955 wurde Fischer vor dem Hintergrund des Abschlusses des Österreichischen Staatsvertrages vorzeitig aus der sowjetischen Haft entlassen und nach Österreich repatriiert.[42]

Zurück in Wien, legte er bereits am 30. Juni 1955 an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien die Prüfung aus der Sprache Russisch mit gutem Erfolg ab (siehe Zeugnis in der Dokumente-Galerie). Fischer wurde am 27. Oktober 1955 durch die Republik Österreich gemäß §4 des Opferfürsorgegesetzes (OFG) vom 4. Juli 1947 als Opfer des Kampfes um ein freies, demokratisches Österreich anerkannt.[43] Als er versuchte, mit Hilfe seines Freundes und Anwaltes Christian Broda eine Aufhebung der Verurteilungen von 1937 zu erreichen, wurde ihm dies vom Oberlandesgericht Wien wegen fehlender gesetzlicher Grundlage jedoch verwehrt.[23] Fischer arbeitete, inzwischen SPÖ-Mitglied, bis zu seinem Tod als Referent in der Statistischen Abteilung der Wiener Arbeiterkammer. Er engagierte sich auch als stellvertretender Betriebsrat der Wiener Arbeiterkammer und organisierte gemeinsam mit dem Betriebsratsobmann Adolf Findeis den ersten „Streik“ in der Wiener Arbeiterkammer.[44]

In dieser Zeit begann er auch – erst auf intensives Drängen von Freunden wie Ernst Federn, Georg Scheuer, Josef Hindels und Josef Reinwein – mit der Abfassung eines ersten Abschnittes seiner Autobiografie. Dieses Werk, das von Fischer auf Grund seines frühen Todes nicht vollendet werden konnte, besteht aus 97 maschinengeschriebenen Seiten und beschreibt seinen Lebensabschnitt von der Verhaftung durch die Sowjets in Linz 1947 bis ungefähr zur Zeit des Todes Stalins (1953). Es befindet sich in Kopie im Archiv des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes in Wien.[45]

Karl Fischer heiratete am 18. September 1956 in der Pfarrkirche Maria Hietzing in Wien Maria Johanna Fischer,[46] die Witwe seines am 1. Dezember 1944 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Tscheljabinsk gestorbenen Cousins Franz Fischer.[47] Der Ehe entstammt ein Sohn. Karl Fischer starb am 17. März 1963 mit 44 Jahren an einem Hirnschlag und einer Pneumonie infolge der während der Internierungen erlittenen Qualen.[48] Im Saal der Wiener Arbeiterkammer verabschiedeten sich Freunde und Kollegen in einer Gedenkfeier, in deren Rahmen u. a. Betriebsratsobmann Adolf Findeis und Josef Hindels Nachrufe hielten, von dem Verstorbenen.[49] Fischer wurde wie seine Mutter Maria zunächst am Wiener Südwestfriedhof begraben. Anfang der 1990er-Jahre ließ seine Gattin Maria Johann Fischer beide Verstorbenen exhumieren und einäschern. Beide Urnen wurden am 25. März 1991 in Ilz, Steiermark, bestattet.

„Karl Fischer war ein guter Mensch. Ein selbstloser Mensch, für den Solidarität ein inneres Bedürfnis gewesen ist. Helfen, auch dann, wenn man sich selbst damit schadet, das war ein charakteristischer Zug seines Wesens.“

Josef Hindels anlässlich einer Gedenkfeier für Karl Fischer in der Wiener Arbeiterkammer, März 1963[50]

„An der Schwelle des Frühlings 1963 ist Karl Fischer gestorben, ein Jahr nach dem Tod seiner Mutter. Ein „natürlicher“ Tod? An seinem Grab sehe ich die finsteren Diktatoren und Henker, die unsere Generation zerstört haben, die Mächte, gegen die Karl Fischer bis zum letzten Herzschlag gekämpft hat.“

Georg Scheuer, Zum Tod Karl Fischers, März 1963[51]

RehabilitationBearbeiten

Während das Sowjet-Urteil auf Antrag seines Sohnes von der Russischen Föderation am 4. Juni 1996 als unrechtmäßig aufgehoben wurde[52], wurde in Österreich erst 2012 die gesetzliche Grundlage für die Aufhebung der Urteile aus der Zeit des Austrofaschismus geschaffen.[53][54][23][55][56] Im Zusammenhang damit wurde Karl Fischer, ebenso auf Antrag seines Sohnes, vom zuständigen österreichischen Gericht, dem Landesgericht für Strafsachen Wien, durch dessen Präsident und Richter Friedrich Forsthuber in einem am 4. Oktober 2013 gefassten Beschluss rehabilitiert, in dem festgestellt wurde, „dass die gegen diesen ergangenen Urteile wegen des Verbrechens des Hochverrates aus dem Jahr 1937 rückwirkend als nicht erfolgt gelten“.[57][58][59][60] Damit wurden alle der gegen Karl Fischer jemals verhängten Urteile rechtsgültig als nichtig aufgehoben und er gilt als umfassend rehabilitiert.

Dokumente-GalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Schriften als AutorBearbeiten

  • Karl Fischer: Autobiographie. Unvollendet gebliebenes Manuskript bestehend aus 97 maschinengeschriebenen Seiten, Ort und Jahr der Abfassung unbekannt. Archiviert im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Wien; Original in Privatbesitz.
  • Karl Fischer: Autobiographie. In: Österreichische Stalin-Opfer. Memorial. Junius-Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Wien 1990, ISBN 3-900370-81-8, S. 96-105. (Veröffentlichung des ersten Teiles der unvollendet gebliebenen Autobiografie Karl Fischers).

Literatur über Karl FischerBearbeiten

  • Hugo Dewar: Assassins at Large. Being a fully documented and hithero unpublished account of the executions outside Russia ordered by the GPU. Wingate-Verlag, London & New York 1951, S. 169f.
  • Harald Irnberger: Das Chloroform vom Christkind. In: Kurier, 30. November 1974, S. 11.
  • Roland Fischer: Fischer Maria (Marie); Seidenwinderin und Widerstandskämpferin. In: Ilse Korotin (Hrsg.): biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1, Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar 2016, ISBN 978-3-205-79590-2, S. 832–834.
  • Stefan Karner: Im Archipel GUPVI. Kriegsgefangenschaft und Internierung in der Sowjetunion 1941–1956. Oldenbourg Verlag, Wien/München 1995, S. 31, 36ff, 50 und 244. ISBN 3-7029-0399-2 (Wien), ISBN 3-486-56119-7 (München). Russisch: Moskau 2002.
  • Stefan Karner: Verhaftet und verschleppt. In: Kleine Zeitung Spezial: 1945. Vom Dritten Reich zur Zweiten Republik. Hrsg.: Christian Weniger, Graz 2015, ISBN 978-3-902819-48-2, S. 142f.
  • Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3.
  • Fritz Keller: Le Trotskysme en Autriche de 1934 a 1945. In: Cahier Leon Trotsky Nr. 5, Paris Janvier-Mars 1980.
  • Fritz Keller: Moorsoldat. Aus der Biographie des österreichischen Revolutionärs Karl Fischer. In: Rotfront, Hrsg.: Gruppe Revolutionäre Marxisten, Nr. unbekannt, 1979, S. 5–7.
  • Fritz Keller: Quelques biographies de militants de l'Opposition autrichienne. In: Cahier Leon Trotsky Nr. 5, Paris Janvier-Mars 1980.
  • Herbert Killian: Geraubte Jahre. Ein Österreicher verschleppt in den GULAG. Amalthea Signum Verlag, Wien 2005, S. 310f., ISBN 3-85002-920-4.
  • Kurt Lhotzky: Who was Georg Scheuer, what was the Revolutionary Workers League?. In: Revolutionary History, Vol. 7, Nr. 1 London 1999.
  • Emily Rosdolsky, Fritz Keller: 40 Jahre „Trotzkistenprozesse“ in Wien. In: Rotfront. Hrsg.: Gruppe Revolutionäre Marxisten, Nr. 8–9, September 1977.
  • Georg Scheuer: Bericht Karl Fischers über seine Flucht 1940. Maschingeschriebene Niederschrift eines Tonband-Interviews Georg Scheuers mit Karl Fischer (12 Seiten), Ort der Tonband-Aufnahme unbekannt, Aufnahme-Jahr 1962. Archiviert im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Wien.
  • Georg Scheuer: Nur Narren fürchten nichts. Szenen aus dem dreissigjährigen Krieg, 1915–1945. Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1991, ISBN 3-85115-133-X.
  • Kurt Seipel, Meine Jugend blieb im Eis Sibiriens. Mit 19 in den GULAG verschleppt. Gerhard Botz, Hrsg.: Österreichisches Literaturforum, Krems an der Donau 1997, ISBN 3-900959-79-X, S. 91 und 377.
  • Eric Wegner: Trotzkistische Opfer des NS-Terrors in Österreich – Eine Dokumentation. In: Marxismus, Sondernummer 8, August 2001, S. 37ff.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Karl Fischer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ilse Korotin: Frauen sichtbar machen. Das Projekt „biografiA. datenbank und lexikon österreichischer frauen“. (PDF) frauenstudienzirkel.net, S. 8f.
  2. a b c d Christine Kanzler: Fischer, Maria (Marie); Deckname: Netz, Seidenwinderin und Widerstandskämpferin. Seite des „biografiA“-Modul-Projekts Österreichische Frauen im Widerstand am Institut für Wissenschaft und Kunst, Wien.
  3. In Gefangenschaft: Der Spiel-„Kegel“, Informationstext zu: Stefan Karner: Verhaftet und verschleppt. Kleine Zeitung vom 17. Mai 2015, Spezial-Sonntagsbeilage, S. 18f.
  4. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 11.
  5. a b c Zum 40. Todestag von Karl Fischer (1918-1963) (Memento vom 23. September 2007 im Internet Archive)
  6. Profil 27 (1996), S. 27.
  7. Georg Scheuer: Sind wir Trotzkisten?, Seite auf doew.at.
  8. a b c d e f g h i Fritz Keller: Trotskyism in Austria, Artikel auf revolutionaryhistory.co.uk, abgerufen am 15. August 2017.
  9. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 27.
  10. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 31.
  11. Ernst Schwager: Die österreichische Emigration in Frankreich 1938–1945. Böhlau, Wien/Köln/Graz 1984, ISBN 3-20508-747-X, S. 51f.
  12. Georg Scheuer: Die Gründung der IV. Internationale, in: die linke, Magazin der Sozialistischen Alternative (SOAL), 173. Ausgabe, Nr. 19, 9. Jahrgang, 16. Dezember 1988, S. 21–25.
  13. Serie: Köpfe der ArbeiterInnenbewegung - Georg Scheuer, Seite auf sozialismus.net.
  14. a b c Obituary Georg Scheuer, Encyclopedia of Trotskyism On-Line, Seite auf marxists.org.
  15. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 49f.
  16. Georg Scheuer: Nur Narren fürchten nichts. Szenen aus dem dreissigjährigen Krieg, 1915–1945. Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1991, ISBN 3-85115-133-X, S. 153.
  17. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 57ff.
  18. Georg Scheuer: Nur Narren fürchten nichts. Szenen aus dem dreissigjährigen Krieg, 1915–1945. Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1991, ISBN 3-85115-133-X, S. 157ff.
  19. Karin Nusko: Berger Melanie; Schneiderin, im Widerstand der Arbeiterbewegung (KPÖ) / Widerstand im Exil, Seite des „biografiA“-Modul-Projekts Österreichische Frauen im Widerstand am Institut für Wissenschaft und Kunst, Wien.
  20. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 46.
  21. Karl Fischer, Autobiographie, in: Österreichische Stalin-Opfer. Memorial. Junius-Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Wien 1990, ISBN 3-900370-81-8, S. 97.
  22. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 72.
  23. a b c Maria Sterkl: „Eine winzige Wiedergutmachung“, 49 Jahre nach dem Tod. Der Standard vom 3. Jänner 2012.
  24. Bernhard Kuschey: Die Ausnahme des Überlebens. Ernst und Hilde Federn. Eine biographische Studie und eine Analyse der Binnenstrukturen des Konzentrationslagers. Psychosozial-Verlag, Gießen 2003, ISBN 3-89806-173-6, S. 1034.
    Military Government of Germany: Fragebogen für Insassen der Konzentrationslager - Karl Fischer. Buchenwald, 9. Mai 1945, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Nr. 12815.
    Internationales Komitee vom Roten Kreuz, Internationaler Suchdienst: Inhaftierungsbescheinigung Karl Fischer, Arolsen (Waldeck), Deutschland, 30. September 1955. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Nr. 12815.
  25. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 85.
  26. Brief Ernst Federns an Maria Johanna Fischer, die Gattin Karl Fischers, Cleveland, Ohio, 30. März 1963, in Privatbesitz, siehe Fotos in der Dokumente-Galerie.
  27. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 85f.
  28. Bernhard Kuschey: Die Ausnahme des Überlebens. Ernst und Hilde Federn. Eine biographische Studie und eine Analyse der Binnenstrukturen des Konzentrationslagers. Psychosozial-Verlag, Gießen 2003, ISBN 3-89806-173-6, S. 754, 833 und 841f.
    Brigitte Bailer-Galanda, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.): Jüdische Schicksale. (=Erzählte Geschichte. Berichte von Widerstandskämpfern und Verfolgten. Band 3) ÖBV, Wien 1992, ISBN 3-216-06377-1, S. 591.
  29. Brief Ernst Federns an Roland Fischer, den Sohn Karl Fischers, vom 27. März 1992 (Privatbesitz).
  30. Erklärung der internationalistischen Kommunisten Buchenwalds, Seite auf marxismus-online.eu, abgerufen am 12. Juni 2016.
    Die Trotzkisten in Buchenwald. inprekorr.de, abgerufen am 12. Juni 2016.
    Fritz Keller: Gegen den Strom. Fraktionskämpfe in der KPÖ. Trotzkisten und andere Gruppen 1919–1945. (=Materialien zur Arbeiterbewegung Band 10) Europaverlag, Wien 1978, ISBN 3-203-50688-2, S. 305f.
    Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 149ff.
  31. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 93 und 98.
  32. Karl Fischer: Autobiographie, in: Österreichische Stalin-Opfer. Memorial. Junius-Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Wien 1990, ISBN 3-900370-81-8, S. 96–105.
  33. Hugo Dewar: Assassins at Large. Being a fully documented and hithero unpublished account of the executions outside Russia ordered by the GPU. Wingate-Verlag, London & New York 1951, S. 169f.
    John Barron: KGB. Arbeit und Organisation des sowjetischen Geheimdienstes in Ost und West. Knaur-Verlag, München 1974, ISBN 3-426-03577-4, S. 391.
  34. Interview von Fritz Keller mit Emily Rosdolsky am 7. Juni 1983.
  35. Akt über Karl Fischer im Sonderarchiv Moskau: Auszug aus dem Protokoll Nr. 26 der Sonderkommission beim Minister für Staatssicherheit der UdSSR, Beschluss der Verurteilung, 28. Juni 1947, Kopie in Privatbesitz.
    Straftatbestände nach Artikel 58 des Strafgesetzbuches der RSFSR
    Auszug aus dem Strafgesetzbuch der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik von 1927
  36. Thomas Kroll: Kommunistische Intellektuelle in Westeuropa. Frankreich, Österreich, Italien und Grossbritannien im Vergleich (1945-1956). Böhlau, Wien 2007, ISBN 3-41210-806-5, S. 339f.
  37. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 103ff.
  38. Bernhard Kuschey: Die Ausnahme des Überlebens. Ernst und Hilde Federn. Eine biographische Studie und eine Analyse der Binnenstrukturen des Konzentrationslagers. Psychosozial-Verlag, Gießen 2003, ISBN 3-89806-173-6, S. 844.
  39. Herbert Killian: Geraubte Jahre. Ein Österreicher verschleppt in den GULAG. Amalthea Signum Verlag, 2. Auflage, Wien 2005, ISBN 3-85002-920-4, S. 310f.
  40. Kurt Seipel, Meine Jugend blieb im Eis Sibiriens. Mit 19 in den GULAG verschleppt. Vorwort: Gerhard Botz, Hrsg.: Österreichisches Literaturforum, Krems an der Donau 1997, S. 91 und 377.
  41. Kopie des vollständigen Aktes über Karl Fischer aus dem Sonderarchiv Moskau (Privatbesitz).
  42. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 138f.
  43. Amtsbescheinigung W-Nr.10.239 nach §4 des Opferfürsorgegesetzes vom 4. Juli 1947, BGBl. Nr. 183, Magistratsabteilung 12, Wien, 27. Oktober 1955; Originaldokument in Privatbesitz.
  44. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 144ff.
  45. Karl Fischer: Autobiographie. Unvollendet gebliebenes Manuskript bestehend aus 97 maschinengeschriebenen Seiten, Ort und Jahr der Abfassung unbekannt. Archiviert im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Wien; Original in Privatbesitz.
  46. Heiratsurkunde des Standesamtes Wien-Penzing, Nr. 1405/56 vom 18. September 1956, und Trauungsschein des Pfarramtes Maria Hietzing, Nr. 1494 vom 20. September 1956, beide Dokumente in Privatbesitz.
  47. Kopie des Personalaktes des Lagers 130, Verwaltung für die Angelegenheiten der Kriegsgefangenen und Internierten, Archiv-Nr. 109793, NKWD SSSR (Volkskommissariat für das Innere der UdSSR), 2. Dezember 1944, Dokument in Privatbesitz.
  48. Sterbeurkunde des Standesamtes Wien-Favoriten, Nr. 781/1963 vom 19. März 1963, Dokument in Privatbesitz.
  49. Fritz Keller: In den Gulag von Ost und West. Karl Fischer. Arbeiter und Revolutionär. ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-88332-046-3, S. 147.
  50. Schicksal einer Generation. Zum Tod Karl Fischers. In: Arbeit und Wirtschaft, Gewerkschaftliche Rundschau, 17. Jahrgang, Mai 1963, S. 27.
  51. Schicksal einer Generation. Zum Tod Karl Fischers. In: Arbeit und Wirtschaft, Gewerkschaftliche Rundschau, 17. Jahrgang, Mai 1963, S. 26.
  52. Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation - Hauptmilitärstaatsanwaltschaft: Bescheinigung über die Rehabilitierung Karl Fischers, Zahl 5YB-2647-56, 15. Juli 1997, Dokument in Privatbesitz.
  53. Aufhebungs- und Rehabilitierungsgesetz 2011, bka.gv.at (Seite des Bundeskanzleramtes).
  54. Aufhebungs- und Rehabilitierungsgesetz – beschlossene Neuerungen, Seite auf help.gv.at.
  55. Harald Walser: Ein historischer Schritt. Der Standard vom 16. Jänner 2012.
  56. Nationalrat rehabilitierte Opfer des Austrofaschismus Der Standard vom 18. Jänner 2012.
  57. Beschluss des Landesgerichtes für Strafsachen Wien, 4. Oktober 2013, Zahl 184 Ns 2/12b; Dokument in Privatbesitz.
  58. Bernd Melichar, „Vater, das wäre geschafft“, Kleine Zeitung vom 26. Oktober 2013, S. 20f.
  59. ORF-Ö1-Feiertagsjournal, 26. Oktober 2013, 12:00 Uhr: Beitrag „Späte Anerkennung“
  60. Erste gerichtliche Rehabilitierungen bei den Opfern des Austrofaschismus, Artikel auf der Homepage von Nationalratsabgeordnetem Albert Steinhauser.