Julius Otto Fritzsche

deutscher Maler

Julius Otto Fritzsche, auch Otto Fritsche, (* 28. März 1872 in Dresden; † 4. März 1948 ebenda[1]) war ein deutscher Maler.

Julius Otto Fritzsche – Striezelmarkt auf dem Neustädter Markt (Datierung um 1910)

LebenBearbeiten

Julius Otto Fritzsche war der Sohn eines Lohgerbers. Nach dem Besuch der Volksschule in Dresden begann er 1885 eine Lehre als Kunsttischler auf. Im darauffolgenden Jahr wechselte er zum Dresdner Hofphotographen Teich-Hanfstängel, wo er sich bis zum Jahre 1890 in Ausbildung befand. In dessen Fotoatelier lernte er mehrere Künstler persönlich kennen, durch die sein Interesse an zeichnerischen Studien und einer eigenen Kunstausbildung geweckt wurde. Da sein Vater früh starb, war es allerdings relativ schwierig, ein derartiges Studium zu finanzieren.

1890 nahm er an der Kunstakademie Dresden ein Studium auf, das er 1894 beim Historienmaler Hermann Prell fortsetzte. Nach der Gewährung eines Reisestudiums fuhr er nach Italien und Frankreich zur Weiterbildung. In Paris verbrachte er längere Zeit an der privaten Académie Julian, 1898 stellte er in Frankreich einige seiner Bilder aus.

1902 ging Julius Otto Fritzsche zurück in seine sächsische Heimatstadt, wo er zu unterrichten begann. Vertretungsweise war er auch am Lehrerseminar in Stollberg tätig, wo er 1904 in der Aula das noch heute vorhandene Wandbild Pestalozzi unter den Waisenkindern von Stand vollendete. Zurückgekehrt nach Dresden schuf er weitere Gemälde, teilweise auch für öffentliche Gebäude, von denen durch die Zerstörungen beim Bombenangriff am 13. Februar 1945 sich kaum einige erhalten haben. Zu den erhaltenen Gemälden zählt das im Auftrag der Privilegierten Bogenschützengesellschaft Dresden 1910 entstandene Ehrengeschenk für das Neue Rathaus in Dresden, das in den Staatlichen Kunstsammlungen ausgestellt ist.[2] 2014 wurde auf dem Dachboden vom Berg- und Lusthaus Hoflößnitz in Radebeul unerwartet die von Fritzsche gefertigten riesigen Dioramen mit zahlreichen Figuren, die die legendären Winzerumzüge von August dem Starken zeigen, wiedergefunden, die seit dem Bombenangriff 1945 auf Dresden als vermisst galten.[3]

Nach dem Ersten Weltkrieg gelang es ihm in der schnelllebigen Zeit nicht mehr, sich in das Kunstlebens Dresdens zu integrieren. Er erhielt kaum noch öffentliche Aufträge und geriet allmählich in Vergessenheit, obwohl er noch eine beachtliche Zahl an qualitätsvollen Landschaftsbildern schuf.[4]

WerkeBearbeiten

Gemälde von Otto Fritzsche sind heute – neben den genannten Ausstellungsorten in Dresden, Freiberg, Radebeul und Stollberg (Erzgebirge) – auch im Städtischen Museum in Braunschweig sowie in privaten Sammlungen zu finden.

EhrungenBearbeiten

  • 1895 Große Silberne Medaille
  • Reisestipendium der Kunstakademie
  • 1899 Erster Wettbewerbspreis für ein Kirchenbild im Freiberger Dom

LiteraturBearbeiten

  • Gerlint Söder: Julius Otto Fritzsche. Ein vergessener Maler aus Dresden. In: Sächsische Heimatblätter 50, Nr. 2, 2004, S. 181–183.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans Joachim Neidhardt (Hrsg.): Dresden: Wie es Maler sahen. Weidlich/Flechsig, 1983, ISBN 3-8035-1201-8, S. 239 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Abbildung des Ehrengeschenks
  3. Jürgen Helfricht: Auf Dachboden versteckt: Historischer Schatz auf Hoflößnitz entdeckt! In: Bild Dresden, 19. August 2014.
  4. Beispiele seiner Werke