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Hermann Prell

deutscher Bildhauer und Maler
Hermann Prell um 1900
Hermann Prell: Küste bei Sestri Levante, 1906

Hermann Prell (* 29. April 1854 in Leipzig; † 18. Mai 1922 in Loschwitz (seit 1922 Stadtteil von Dresden)) war ein deutscher Bildhauer, Historien- und Monumentalmaler sowie Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Dresden.

LebenBearbeiten

Sein Studium begann er 16-jährig an der Kunstakademie Dresden unter Theodor Grosse, um 1876 zu Carl Gussow an die Berliner Akademie zu wechseln. Der fast gleichaltrige Max Klinger war wie vor allem Arnold Böcklin sein großes Vorbild. Hans von Marées, der ihn ab ca. 1878 in Rom unterrichtet hatte, nahm eine skeptische Haltung zu ihm ein. Nachdem er bereits seit 1886 an der Berliner Kunstakademie gelehrt hatte, erfolgte 1892 die Berufung zum Professor an die Dresdner Kunstakademie. 1893 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine große Goldmedaille.

Am 1. November 1886 heiratete er die Kunstmalerin Sophie Sthamer.[1] Prell ging 1914 in den Ruhestand. Sein Atelier und seine Wohnung befanden sich ab 1897 in einer Villa am Elbhang. Sein Sohn war der Tharandter Zoologe Heinrich Prell (1888–1962). Sein Bruder war der Landschaftsmaler Walter Prell (1857–1936).

Mit Alfred Messel, Otto Lessing und Christian Behrens verband Prell eine fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit.

Die Hauptbedeutung Prells liegt im Bereich der Monumentalmalerei, da ihn sein Sinn für pomphaft-dekorative Wirkung, wie sie in der Wilhelminischen Ära gefordert war, besonders für dieses Fach empfahl. Ausgehend von Studien setzte Prell auf einen auf den Formen der Hochrenaissance basierenden Idealstil, der aber auf naturalistisch-illusionistische Wirkung zielte. In der Gesamtkomposition seiner Zyklen war Prell bestrebt, die Wand im Sinne des Barock zu ignorieren und durch fiktive Durchbrechungen derselben dem Besucher das Gefühl der Raumerweiterung zu geben.

Im Februar 1945 verbrannten viele seiner Gemälde im Gebäude des Auswärtigen Amtes in Berlin sowie bei den Luftangriffen auf Dresden seine Darstellungen aus der griechischen Mythologie im Treppenhaus des Albertinums und im Festsaal des Neuen Rathauses.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

 
Ruhe auf der Flucht
 
König Albert in Sibyllenort (16. Mai 1902), Skizze

GemäldeBearbeiten

  • Der Heilige Georg und der Erzengel Michael töten den Drachen, 1908 Heliogravure, gewidmet Martin Wigand, Blattgrösse beträgt ca. 36,5 an 20,2 cm.
  • Die letzte Jagd
  • Die Wasserfrau
  • Exzellenz Mohr
  • Prometheus
  • Würfel Wasserfrau
  • Würfel letzte Jagd, 1878

BüstenBearbeiten

SkulpturenBearbeiten

  • Weibliche Herme, Skulptur, 1883–1885, Marmor, farbig gefasst durch ihn, Museum der Schönen Künste, Leipzig

EhrungenBearbeiten

  • Nach der Eingemeindung von Loschwitz nach Dresden 1922 wurde die nach dem Fabrikanten Carl Emil Eschebach benannte Eschebachstraße in Hermann-Prell-Straße umbenannt, da es im Stadtteil Pieschen bereits eine gleichnamige Straße gab.

SchülerBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hermann Prell. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 27: Piermaria–Ramsdell. E. A. Seemann, Leipzig 1933, S. 375.
  • Prell, Hermann. In: Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band I, Dresden 1891, S. 307 ff.
  • Hartwig Fischer: Ein Wilhelminisches Gesamtkunstwerk auf dem Kapitol. Hermann Prell und die Einrichtung des Thronsaals in der Deutschen Botschaft zu Rom 1894–1899. Hamburg 1998.
  • Christel Wünsch: Hermann Prell. In: Die Kunst hat nie ein Mensch allein besessen. Dreihundert Jahre Akademie der Künste und Hochschule der Künste Berlin. Katalog Akademie der Künste und Hochschule der Künste, Berlin 1996, S. 317–319.
  • Adolf Rosenberg: Prell. Bielefeld 1901

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ulrich Schulte-Wülwer: Kieler Künstler. Band 2: Kunstleben in der Kaiserzeit 1871–1918. Boyens, Heide 2016, ISBN 978-3-8042-1442-2, S. 221.