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Josh Homme 2007

Joshua Michael „Josh“ Homme (* 17. Mai 1973 in Palm Desert, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Rockmusiker und Musikproduzent. Bekannt wurde er als Mitglied in verschiedenen Bands wie den von ihm mitbegründeten Kyuss (Gitarre) und Eagles of Death Metal (Schlagzeug), als einziges ständiges Mitglied der Queens of the Stone Age (Gitarre, Gesang) oder als Teil der 2009 gegründeten Supergroup Them Crooked Vultures (Gitarre, Gesang).

WerdegangBearbeiten

Josh Homme ist der jüngere von zwei Söhnen des Ehepaars Michael und Irene Homme.[1] Als Gitarrist und Gründungsmitglied von Kyuss schuf Homme während seiner Schulzeit auf der Palm Desert Highschool mit der Band die Stilrichtung des Stoner Rock, dessen Sound maßgeblich auf dem tiefen Gitarrentuning Hommes basierte. So stimmte er seine Gitarre um vier und mehr Halbtonschritte hinab und benutzte teilweise einen Bassverstärker. Als sich die Band 1995 trennte, hatte sie seit 1990 vier Alben veröffentlicht und sich in ihrer weltweiten Fangemeinde einen kultähnlichen Status erspielt. Der große kommerzielle Durchbruch war jedoch ausgeblieben.

Homme pausierte folgend fast ein Jahr, ehe er in Seattle bei der Grunge-Band Screaming Trees für einige Konzerte als zweiter Gitarrist wieder als Musiker in Erscheinung trat.

Mit der Initiierung der Desert Sessions im Jahr 1997 widmete er sich wieder eigenen Musikprojekten und gründete zusammen mit dem Ex-Kyuss-Schlagzeuger Alfredo Hernández die Band Gamma Ray, die er später aufgrund rechtlicher Differenzen mit der gleichnamigen deutschen Band in Queens of the Stone Age umbenannte. Auf dem gleichnamigen Debütalbum, das 1998 erschien, übernahm Homme erstmals den kompletten Gesang und schuf den von ihm selbst genannten Robot Rock, der sich durch minimalistisches Schlagzeugspiel und immer wiederkehrende Gitarrenriffs auszeichnete.

Im Jahr 2001 spielte Homme für das erste Studioalbum von Tenacious D die Gitarren ein. Mit dem 2002 erschienenen Songs for the Deaf, dem dritten Album der Queens of the Stone Age, gelang der Band der große kommerzielle Durchbruch, der es Homme erlaubte, sich vermehrt seinen Nebenprojekten zu widmen.

So spielte Homme neben den in unregelmäßigen Abständen von ihm abgehaltenen Desert Sessions auch Schlagzeug in der von ihm mitbegründeten Band Eagles of Death Metal. Alben seiner Nebenprojekte veröffentlichte er auf seinem eigenen Label RekordsRekords. Hommes Freundschaft zu James Lavelle führte zu seiner Beteiligung an den UNKLE-Alben „Never, Never Land“ und „War Stories“ auf jeweils einem Song. Ebenfalls trug er zum Soundtrack des Filmes Lost Heaven (2002) bei.

Josh Homme widmete sich 2009 dem Musikprojekt Them Crooked Vultures, an dem auch Dave Grohl (Frontmann der Foo Fighters) und John Paul Jones, der Bassist von Led Zeppelin, mitwirkten. Im gleichen Jahr produzierte er das dritte Studioalbum der Arctic Monkeys mit dem Titel Humbug.

Zusammen mit der britischen Band Florence + the Machine nahm Homme 2012 bei deren MTV-Unplugged-Konzert eine Coverversion des ursprünglich von Johnny Cash und June Carter gesungenen Songs Jackson auf. Matthew Perpetua vom Rolling Stone nannte das Lied einen der Höhepunkte der Show.[2]

Im Januar 2016 wurde bekannt, dass Homme zusammen mit Queens-Kollegen Dean Fertita und Arctic Monkeys-Schlagzeuger Matt Helders am neuen Iggy Pop-Album Post Pop Depression mitgewirkt hat und auch in dieser Konstellation auf Tour gehen wird. Auf dieser Tour werden die vier Musiker noch ergänzt von Matt Sweeney und dem weiteren Queens-Mitglied Troy Van Leeuwen.

2017 führte er beim Dokumentarfilm American Valhalla gemeinsam mit Andreas Neumann Regie. Im selben Jahr zeichnete Homme für den Soundtrack zum Kinodrama Aus dem Nichts von Fatih Akin verantwortlich.

PrivatesBearbeiten

Seit 2003 ist Homme mit Brody Dalle, der Frontfrau der Punk-Rock-Band The Distillers, liiert. Das Paar heiratete 2007.[3] Sie sind Eltern einer Tochter (* 2006) und zweier Söhne (* 2011 und * 2016).[1]

Homme hielt sich im November 2004 vor einem Konzert der Band The Dwarves im Backstage-Bereich auf, wo es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit dem Sänger Blag Dahlia kam, in deren Verlauf Homme eine Bierflasche auf Dahlias Schädel zertrümmerte. Dahlia trug eine Platzwunde davon und musste sich einem Krankenhausaufenthalt unterziehen. 2005 verurteilte ein kalifornisches Gericht Homme wegen schwerer Körperverletzung zu 36 Monaten Haft auf Bewährung. Zu den Auflagen des Gerichts gehörten unter anderem 60 Tage stationäre Drogenbehandlung, Therapie zur Aggressionsbewältigung sowie 15 Tage Sozialstunden beim Hollywood Beautification Team in Los Angeles. Zudem musste er eine Entschädigung an Dahlia zahlen.[4][5]

Bei einer Knieoperation erlitt Homme im Oktober 2010 einen Herzstillstand, konnte jedoch wiederbelebt werden.[6] Während seines zweiwöchigen Krankenhausaufenthalts und seiner weitere vier Monate dauernden Bettlägerigkeit verfiel Homme in eine schwere Depression.[7]

Bei einem Konzert des Senders KROQ in Los Angeles 2017 trat Homme der Fotografin Chelsea Lauren von der Bühne aus vor ihre Kamera, die Lauren im Gesicht traf und sie leicht verletzte. Nach dem Vorfall musste Lauren eine Nacht im Krankenhaus verbringen. Homme veröffentlichte am Tag darauf eine schriftliche Entschuldigung.[8]

EquipmentBearbeiten

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Josh Homme benutzte während seiner Zeit bei Kyuss und später vor allem für die ersten Aufnahmen der Queens of the Stone Age eine seltene, nur zwischen 1983 und 1985 gebaute, Ovation Ultra GP mit DiMarzio Super2-Tonabnehmern. Später legte er sich noch zwei weitere Ersatzexemplare dieses Modells zu.

Bei Liveauftritten mit Kyuss und während der Zeit bei den Screaming Trees spielte er neben seiner Ultra GP auch eine Gibson SG als Ersatzinstrument.

Seit den Aufnahmen zu „Lullabies to Paralyze“ spielt Homme eine für ihn angefertigte BB1200 des australischen Gitarrenherstellers Maton.

Homme war einer der ersten, der eine BelAire Blacktop bei dem kleinen Gitarrenbauer Motorave-Guitars in LA orderte. Auf vielen Live-Aufnahmen ist er mit dieser zu sehen.

Seit kurzem spielt er auch Semi-Hollowbody-Gitarren, wie die Epiphone The Dot, um seinen Sound, wie er sagt, weiter zu entwickeln und sich nicht ständig auf der Stelle zu bewegen.

Verstärkt werden seine Gitarren meist durch Verstärker der Firma Ampeg v4. Zu Kyuss-Zeiten spielte er unter anderem Mesa Boogie-Verstärker und auf Tour meist noch Hybrid-Topteile plus 4x12er-Boxen von Tube Works.

Auf seinem Effektboard finden sich unter anderem ein BOSS DD-2-Delay, ein Cry-Baby-Wah, ein MXR Phase 90 und ein Rotovibe.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Josh Homme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Jane Rocca: Queens of the Stone Age's Josh Homme: What I know about women. In: The Sydney Morning Herald vom 19. August 2018
  2. Matthew Perpetua: Florence Welch: Covering Johnny Cash With Josh Homme a ‘Dream Scenario’. In: Rolling Stone vom 5. April 2012
  3. Joe Gamp: Josh Homme and Brody Dalle announce birth of third child, Wolf. In: New Musical Express vom 17. Februar 2016
  4. Josh Homme. Schuldspruch und drei Jahre Bewährung. In: laut.de vom 13. Juni 2005
  5. Charlie Amter: Queens of the Stone Age Singer Cops Plea. In: eonline.com vom 16. Juni 2005
  6. Jamie Fullerton: Queens Of The Stone Age’s Josh Homme: „I died on a hospital table“. In: New Musical Express vom 19. Januar 2011
  7. David Whitehouse: Queens Of The Stone Age: Josh Homme comes back from the brink. In: The Guardian vom 1. Juni 2013
  8. Steve Baltin, Stuart Oldham: Josh Homme Kicks Female Photographer in the Head at KROQ Acoustic Christmas. In: Variety vom 10. Dezember 2017