Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Johann Huser

Johannes Huser (* um 1545 im Breisgau, wahrscheinlich Waldkirch; Ende 1600, aber vor dem 8. März 1601 wahrscheinlich in Glogau)[1] war ein Arzt und Paracelsist. Er war Herausgeber einer frühen Werkausgabe von Paracelsus und kurfürstlich kölnischer Rat.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Huser studierte an der Universität in Freiburg (1561) und Basel (1563/64) Medizin. Bald darauf begann er Paracelsus-Schriften zu sammeln, wobei er mit den schlesischen Paracelsisten Georg Marquard in Glogau und Balthasar Flöter in Sagan in Kontakt stand und 1566 den Paracelsisten Heinrich Wolff in Nürnberg besuchte. Spätestens ab 1575 war er Arzt in Glogau und stand mit dem schlesischen Paracelsisten und Sammler von Paracelsus-Handschriften Johannes Scultetus Montanus in Kontakt, der ihm viele Schriften von Paracelsus zur Verfügung stellte und mit ihm befreundet war. Seit den 1580er Jahren plante er eine Werkausgabe von Paracelsus, worin er vom Kurfürsten und Erzbischof in Köln Ernst von Bayern unterstützt wurde. Huser war dessen Leibarzt und außerdem kurfürstlich kölnischer Rat. 1594 nahm er in Begleitung des Kurfürsten am Reichstag in Regensburg teil und reiste mit Ernst von Bayern nach Prag, wo er Alchemisten im Umkreis von Rudolf II. traf, so Hans Kaper (Carpio) und wahrscheinlich am Treffen von Ernst von Bayern mit Edward Kelley teilnahm. Spätestens 1596 gehörte der Bischof von Breslau Bonaventura Hahn zu seinen Patronen.

Weitere Paracelsisten außer Montanus, die ihm Schriften für die Ausgabe zur Verfügung stellten waren Hans Kilian in der Bibliothek des Pfalzgrafen Philipp Ludwig in Neuburg an der Donau (die er 1586 und 1594 besuchte), Johannes Homelius (Pettau), Helisäus Röslin (Hagenau), Lucas Bathodius (Pfalzburg), Melchior Wiel (Solothurn), Bartholomäus Scultetus (Görlitz), Lorenz Dehn (Augsburg), Johann Hiller (Alchemist in Ansbach und Freund von Oswald Croll) und Franz Kretschmer in Sagan (ebenfalls ein mit Croll befreundeter Alchemist). Er erwähnt diese namentlich in der Danksagung seiner Paracelsus-Ausgabe. Huser stand in Briefkontakt mit Oswald Croll, Kilian, P. L. Messinus (Köln, Lüttich), Karl Rauhenberger, Leonhard Thurneysser (Berlin), Zacharias Wechinger (Sagan), Theodor Zwinger dem Älteren (Basel), Pfalzgraf Philipp Ludwig und mit einem gewissen Brunner in Regensburg.

Huser gab eine 1589 bis 1591 in Basel erschienene Werkausgabe von Paracelsus heraus, die grundlegend wurde. Er hatte Zugang zu Handschriften, die später verloren gingen. Autografe von Paracelsus sind nicht erhalten. Nach dem Tod von Huser erschienen noch Chirurgische Werke von Paracelsus bei Zetzner in Straßburg, die er ebenfalls noch als Herausgeber in Angriff genommen hatte. Die Ausgabe ist dem Kurfürsten und Erzbischof Ernst von Bayern gewidmet. Unterstützt wurde er von Paul Linck.

Schriften von Huser selbst sind nicht bekannt, nur einige Briefe und Hinweise auf Eremitische Bücher in den kopierten Auszügen aus dem Besitz von Adam Haslmayr (abgedruckt bei Joachim Morsius, Nuncius Olympicus, 1626). Er ist einer der Wenigen, die in Oswald Crolls Basilica Chymica ausdrücklich als Quellen erwähnt werden.

SchriftenBearbeiten

Als Herausgeber von Paracelsus:

  • Bücher und Schriften des Edlen/Hochgelehrten und Bewehrten Philosophi und Medici, Philippi Theophrasti Bombast von Hohenheim, Paracelsi genannt, Basel: Conrad Waldkirch, 10 Bände, 1589 bis 1591, Neuausgabe Straßburg: Zetzner 1603, 1616
  • Paracelsus, Chirurgische Bücher und Schriften, Straßburg: Zetzner 1605, 1618

LiteraturBearbeiten

  • Joachim Telle: Johann Huser in seinen Briefen, in: Telle (Hrsg.), Parerga Paracelsica, Stuttgart 1992

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lebensdaten nach Kühlmann, Telle, Frühparacelsismus, Niemeyer 2001 bis 2003, De Gruyter 2013, Band 2, S. 412ff. In Band 3, S. 799ff sind ein Brief von Huser an Ernst von Bayern von 1589 abgedruckt und die Vorrede zu seiner Paracelsus-Ausgabe von 1589.