Jianshi (Hsinchu)

Jianshi (chinesisch 尖石鄉, Pinyin Jiānshí Xiāng) ist eine Landgemeinde (, Xiāng) im Landkreis Hsinchu in der Republik China (Taiwan).

Jianshi
尖石鄉
Tsiâmsa̍k - Chiamchio̍h - (Jianshi, Hsinchu County).svg
Lage von Jianshi im Landkreis Hsinchu
Staat: Taiwan Republik China (Taiwan)
Landkreis: Hsinchu
Koordinaten: 24° 35′ N, 121° 18′ OKoordinaten: 24° 34′ 34″ N, 121° 18′ 29″ O
Fläche: 527,5795 km²
 
Einwohner: 9.638 (Dez 2019)
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km²
Zeitzone: UTC+8 (Chungyuan-Zeit)
Telefonvorwahl: (+886) (0)3
Postleitzahl: 313
ISO 3166-2: TW-HSQ
 
Gemeindeart: Landgemeinde (, Xiāng)
Gliederung: 7 Dörfer (, Cūn)
Webpräsenz:
Jianshi (Taiwan)
Jianshi

BeschreibungBearbeiten

Jianshi liegt im Binnenland im Südosten des Landkreises Hsinchu. Mit 528 km² ist es die flächenmäßig größte Gemeinde und nimmt mehr als ein Drittel der Landkreisfläche ein, beherbergt mit weniger als 10.000 Einwohnern aber nur knapp 2 Prozent seiner Bevölkerung.

Die benachbarten Gemeinden sind im Landkreis Hsinchu Hengshan und Wufeng im Westen, sowie Guanxi im Norden, in der Stadt Taoyuan der Stadtbezirk Fuxing im Nordosten, im Landkreis Yilan Datong im Südosten, in der Stadt Taichung der Stadtbezirk Heping im Süden und im Landkreis Miaoli Tai’an im Südwesten. Jianshi liegt im Bereich der südwestlichen Ausläufer des Xueshan-Gebirges. Vom südlichen Heping wird Jianshi durch eine Kette mehrerer hoher Berggipfel getrennt. Der höchste ist mit 3524 m der Pintianshan (品田山).

Naturgeografisch kann Jianshi in zwei Teile unterteilt werden (s. u.): Qianshan (前山 – „vordere(r) Berg(e)“) und Houshan (後山 – „hintere(r) Berg(e)“).[1]

Im südöstlichen Abschnitt hat Jianshi einen kleinen Anteil am Shei-Pa-Nationalpark (insgesamt 5416 ha).

GeschichteBearbeiten

Der Gemeindename Jianshi (wörtl. „spitzer Stein“) leitet sich von einem etwa 35 m hohen und 20 m breiten Felsbrocken ab, der am Zusammenfluss der kleinen Flüsse Naluo (那羅溪, Nàluó xī) und Jiale (嘉樂溪, Jiālè xī) gelegen ist.[2] Die ursprünglichen Bewohner der Gegend waren Angehörige indigener austronesischer Völker, die erst zur Zeit der japanischen Kolonialherrschaft (1895–1945) nach teilweise hartnäckigem Widerstand unterworfen wurden. Während der japanischen Zeit erfolgte am 1. Oktober 1920 eine Verwaltungsreform, die Jianshi administrativ zu einem Teil des Kreises Zhudong (竹東郡) in der Präfektur Shinchiku machte. Nach Übernahme der Insel Taiwan durch die Republik China im Jahr 1945 wurde Jianshi am 1. März 1946 als ‚Landgemeinde‘ (, Xiāng) im neu gebildeten Landkreis Hsinchu organisiert.[1]

Gliederung Jianshis
 

VerwaltungsgliederungBearbeiten

 
Der namensgebende „spitze Stein“

Jianshi ist in sieben Dörfer gegliedert:

1 Yixing (義興村)
2 Jiale (嘉樂村)
3 Xinle (新樂村)
4 Jinping (錦屏村)
5 Meihua (梅花村)
6 Xiuluan (秀巒村)
7 Yufeng (玉峰村)

Der Verwaltungssitz befindet sich in Jiale. Die fünf Dörfer Xinle, Jiale, Jinping, Yixing und Meihua bilden die Region Qianshan und die zwei Dörfer Yufeng und Xiulan bilden die Region Houshan.

BevölkerungBearbeiten

Die Bevölkerungsmehrheit besteht aus Angehörigen indigener Völker, vor allem Atayal.[3] Ende 2018 waren dies 8490 Personen (85–90 %). Die restliche Bevölkerung besteht vor allem aus Hakka.

VerkehrBearbeiten

Einzige überregionale Straße ist die Kreisstraße 120, die von Westen aus Hengshan kommend nach Jiasnhi führt und dort durch die Dörfer Jiale und Xinle verläuft, wo sie endet.

BesonderheitenBearbeiten

Der namensgebende „spitze Stein“ ( ) im Dorf Jiale ist ein Touristenziel.[2] Ein weiterer markanter Felsen ist der Junjian-Felsen (軍艦岩, Jūnjiàn yán – „Kriegsschiff-Felsen“  ) im Dorf Xiuluan. Unweit davon befinden sich mehrere heiße Quellen. Weitere heiße Quellen gibt es im Dorf Jinping ( ).[4] Stellenweise finden sich sehr alte Wälder, u. a. mit mehr als 2000 Jahre alten roten Formosa-Scheinzypressen, die zu den ältesten Bäumen in ganz Taiwan gehören.[5]

Eine historische Sehenswürdigkeit sind die Überreste des alten Forts Tapung im Dorf Yufeng an der Grenze zum Stadtgebiet von Taoyuan (früher japan. Lidonsan, chin. 李崠古堡, Lǐdōng gǔ bǎo,  ), einer ehemaligen japanischen befestigten Polizeistation im entlegenen Bergland von Jianshi, die Anfang des 20. Jahrhunderts Schauplatz von Kämpfen zwischen den Japanern und den einheimischen Atayal war.[6][7][8]

Die Atayal-Siedlung Smangus (chin. 司馬庫斯, Sīmǎkùsī,  ) in Xiuluan ist eine auf einem abgelegenen, ca. 1500 m über dem Meer befindlichen Plateau gelegene Kibbuz-ähnliche Dorfgemeinschaft, die sich dem Öko- und Naturtourismus verschrieben hat.[9][10][11]

WeblinksBearbeiten

Commons: Jianshi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b 尖石介紹 („Einführung in Jianshi“). Webseite von Jianshi, abgerufen am 15. Februar 2020 (chinesisch (traditionell)).
  2. a b Tourist sites in Jianshi. Webseite von Jianshi, abgerufen am 16. Februar 2020 (englisch).
  3. Culture. Webseite von Jianshi, abgerufen am 16. Februar 2020 (englisch).
  4. Jinping Hot Spring. taiwan.net.tw, abgerufen am 16. Februar 2020 (englisch).
  5. Jianshi Giant Trees. taiwan.net.tw, abgerufen am 16. Februar 2020 (englisch).
  6. Tapung(Lidonsan) Castle. Webseite von Jianshi, abgerufen am 16. Februar 2020 (englisch).
  7. stu: Tapung Fort, Hsinchu County – 李棟山古堡. hikingtaiwan.wordpress.com, 18. November 2009, abgerufen am 16. Februar 2020 (englisch).
  8. Cultural Heritage. Kulturbüro des Landkreises Hsinchu, abgerufen am 16. Februar 2020 (englisch).
  9. 'Smangus is God's tribe'. Taipei Times, 8. November 2004, abgerufen am 16. Februar 2020 (englisch).
  10. George Liao: My trip to most remote community in northern Taiwan—Smangus, the ‘Tribe of God’. Taiwan News, 8. August 2018, abgerufen am 16. Februar 2020 (englisch).
  11. Oscar Chung: Communal Harmony. 1. Mai 2018, abgerufen am 16. Februar 2020 (englisch).