James Tim Brymn

amerikanischer Komponist, Orchesterleiter und Pianist

James Timothy Brymn (* 5. Oktober 1874[1] oder 1881[2] in Kinston (North Carolina); † 3. Oktober 1946 in New York City[1]) war ein amerikanischer Komponist, Orchesterleiter und Pianist, der vor allem im Bereich des Jazz und der Unterhaltungsmusik wirkte. Er wurde auch als Lieutenant James Tim Brymn oder gar als Mr. Jazz Himself angekündigt.

Notenausgabe des von Brymn verfassten Cuban Cake Walk (1901)

Leben und WirkenBearbeiten

Brymn wuchs in Kinston auf. Nach einer Ausbildung am Christian Institute studierte er an der Shaw University in Raleigh. Seine musikalische Ausbildung erhielt er in New York am National Conservatory of Music. Im Jahr 1900 begann er mit dem Komponieren. 1905 wurden fünf Songs, die Brymn geschrieben hatte, in den Smart Set Shows verwendet, „Morning Noon and Night“, „O-San“, „Powhatana“, „Travel On“ sowie „Darktown Grenadiers“.[3] Als musikalischer Leiter der Showproduktion In Dahomey tourte er 1904 durch England. 1907 arbeitete er mit Joe Jordan bei der Produktion des Musicals The Husband zusammen.[4] 1914 war er als musikalischer Leiter in James Reeses Clef Club in Harlem tätig; er dirigierte Orchester und Chor.[5] Im Ersten Weltkrieg diente er in der U.S. Army im Rang eines Second Lieutenant; ab 1918 leitete er die Regimentskapelle der 350th Field Artillery, die auch Black Devils genannt wurde und mit zwei weiteren afroamerikanischen Armeeorchestern Rags und andere Stücke eines frühen Jazz in Frankreich bekannt machte.[6][4]

Brymn eröffnete mit diesem großformatigen Black Devil Orchestra die Pariser Friedenskonferenz 1919. Nach der Rückkehr in die USA trat das Orchester in der American Academy of Music in Philadelphia auf; ihm wurde attestiert, als „militärische Sinfonie den Kampf des Jazz“ zu führen.[2]

Nach der Entlassung aus der Armee leitete Brymn zunächst Orchester in zwei der angesagten Nachtclubs von New York City, Ziegfelds Roof Garden und Reisenwebers Jardin de Dance. 1921 nahm er mit einem umformierten Black Devil Orchestra und der Sängerin Gertrude Saunders zwölf Songs für OKeh Records auf, darunter „Daddy Won’t You Please Come Home“, „Don’t Tell Your Monkey Man“ und „Siren of the Southern Sea“.[7] Auch schrieb er den Text zu W. C. Handys Aunt Hagar’s Blues. Mit Spencer Williams und Perry Bradford verfasste er die Revue Put and Take (1921). 1922/23 dirigierte er die Broadwayshow Liza.[8] 1933 wurde er Mitglied der ASCAP.[3] Während der 1930er Jahre leitete er afroamerikanische Bands der US-Army in Europa.[4]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bob Eagle, Eric S. LeBlanc: Blues - A Regional Experience. Praeger Publishers, Santa Barbara 2013, ISBN 978-0313344237, S. 123.
  2. a b Brymn, Lieutenant James Tim (1881-1946), BlackPast.org. Aufgefunden 26. Dezember 2016
  3. a b James Tim Brymn, Jass.com (Memento des Originals vom 28. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/jass.com. Aufgefunden 26. Dezember 2016
  4. a b c Kurzbiographie (Library of Congress)
  5. Reid Badger A Life in Ragtime: A Biography of James Reese Europe Oxford University Press 1994, S. 112
  6. Reid Badger A Life in Ragtime: A Biography of James Reese Europe, S. 204
  7. Tim Brymn and His Black Devil Orchestra, RedHotJazz.com. Abgerufen 26. Dezember 2016
  8. Internet Broadway Database