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István Bethlen (Politiker)

ungarischer Politiker und ungarischer Premierminister (1921–1931)
István Bethlen (1930)

Graf István Bethlen von Bethlen [ˈiʃtvaːn ˈbɛtlɛn] (* 8. Oktober 1874 Gernyeszeg, Siebenbürgen, Österreich-Ungarn; † 5. Oktober 1946? in oder bei Moskau) war ein ungarischer Politiker und von 1921 bis 1931 ungarischer Premierminister.

LebenBearbeiten

Graf István Bethlen stammte aus einer alten Adelsfamilie aus Siebenbürgen. Er wurde bei den undemokratischen Wahlen 1901 in der ungarischen Reichshälfte als Liberaler in den ungarischen Reichstag gewählt. Nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns 1918 kämpfte er gegen die ungarische Räterepublik und wurde enger Berater von Miklós Horthy. Reichsverweser Horthy ernannte ihn 1921 zum Premierminister. Dieses Amt hatte er bis 1931 inne.

Gestützt auf die 1922 gegründete Einheitspartei regierte Bethlen autoritär. Er bemühte sich um die wirtschaftliche Konsolidierung Ungarns. Durch ein 1927 geschlossenes Bündnis mit Italien konnte er ein Gegengewicht gegen die Kleine Entente schaffen und die nach 1918 eingetretene Isolierung Ungarns durchbrechen.[1] Nach der deutschen Besetzung Ungarns im Mai 1944 ging Bethlen in den Untergrund, aber die Rote Armee ergriff ihn 1945 und verschleppte ihn nach Moskau, wo er gestorben sein soll. Auf dem Kerepesi temető wurde für ihn eine Gedenktafel aufgestellt.

LiteraturBearbeiten

  • Franz Sz. Horváth: Bethlen, István, in: Handbuch des Antisemitismus, Band 2/1, 2009, S. 77f.
  • Edgar von Schmidt-Pauli: Graf Stefan Bethlen; ein Abschnitt ungarischer Geschichte, Berlin, R. Hobbing, 1931
  • Thomas Lorman: Counter-revolutionary Hungary, 1920–1925 : István Bethlen and the politics of consolidation, New York : Columbia University Press, 2006

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gianluca Volpi: Roma sul Danubio. La politica italiana verso l’Europa danubiana osservata dagli ungheresi (1921–1939). In: Maddalena Guiotto, Wolfgang Wohnout (Hrsg.): Italien und Österreich im Mitteleuropa der Zwischenkriegszeit / Italia e Austria nella Mitteleuropa tra le due guerre mondiali. Böhlau, Wien 2018, ISBN 978-3-205-20269-1, S. 124.