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Humboldt-Box
Blick vom Dom auf die Humboldt-Box im September 2011

Blick vom Dom auf die Humboldt-Box im September 2011

Daten
Ort Berliner Spreeinsel in Berlin-Mitte
Architekt KSV Krüger Schuberth Vandreike
Bauherr Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Baujahr Beginn 2009
Abriss Anfang 2019
Höhe 28 m
Grundfläche 3000 m²
Koordinaten 52° 31′ 4,3″ N, 13° 24′ 1,5″ OKoordinaten: 52° 31′ 4,3″ N, 13° 24′ 1,5″ O
Das Baugerüst für den Rohbau der Humboldt-Box wurde anfänglich mit einer Computergrafik des Berliner Stadtschlosses verdeckt, 9. April 2010
Humboldt-Box, Juni 2011
Die Humboldt-Box bei Nacht
Blick aus der Humboldt-Box auf die Schloßbrücke und die Karl-Liebknecht-Straße

Die Humboldt-Box war von 2011 bis 2018 ein zeitweiliges Ausstellungsgebäude am Berliner Schloßplatz gegenüber dem Lustgarten im Ortsteil Mitte. Während des Wiederaufbaus des Stadtschlosses und der Installation des Humboldt Forums informierte die Box über die Geschichte des Ortes und dessen museale Zukunftskonzeption. Obwohl sie ein Projekt der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung war, wurde sie privat finanziert. Zum Zweck der Suche nach Geldgebern erfolgte eine Ausschreibung.[1] Im September 2009 erhielt die Firma Megaposter den Zuschlag.[2]

Ausstellungsthemen der Box waren Geschichte, Bau und Zukunft des Stadtschlosses und des Humboldt Forums sowie die Information über neue und interaktive Ausstellungskonzepte, die für das Humboldt Forum entwickelt wurden. Hier standen die außereuropäische Sammlung und globale Themen aus Kultur- und Wissenschaftswelten im Mittelpunkt. Im Jahr 2013 verzeichnete die Humboldt-Box 136.000 Besucher.[3] Sie wurde am 16. Dezember 2018 geschlossen und danach abgebaut.[4]

Inhaltsverzeichnis

HintergrundBearbeiten

Das Gebäude mit Aussichtsterrassen und Dachrestaurant war 28 Meter hoch und hatte eine Geschossfläche von mehr als 3000 Quadratmetern. Eine Etage des Gebäudes diente auch als Veranstaltungsebene.[5]

Die Ausstellungen in der Humboldt-Box wurden von der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum sowie den zukünftigen Akteuren im Humboldt Forum, dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu BerlinStiftung Preußischer Kulturbesitz und der Humboldt-Universität gestaltet.[6] Außerdem engagierte sich der Förderverein Berliner Schloss um für Spenden zur Produktion von Repliken der Schlossfassade die im Forum integriert werden sollten zu werben.

Der Betreiber vermarktete Werbeflächen an den Fassaden des neuen Berliner Schlosses und im Umfeld der Humboldt-Box zur Finanzierung des Projekts Humboldt-Box.[7] Zwei Jahre nach Eröffnung der Humboldt-Box konnte der 500.000. Besucher begrüßt werden.

KritikBearbeiten

Von verschiedenen Seiten wurden die Höhe und der Standort der Box kritisiert, wodurch die Straße Unter den Linden abgeriegelt erschienen sei, auch die Sicht auf den Dom wäre teilweise verstellt worden. Thomas Flierl, der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Partei Die Linke befürchtete, die Box könne sich zu einem „Monument des Scheiterns“ entwickeln, das lediglich zur Spendenakquise diene.[8]

Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die die Ausstellungen in der Humboldt-Box mitgestaltete, hob hingegen hervor, dass „man die Hauptstadt nun endlich so sehen könne, wie sie vom Humboldt Forum aus aussehen würde“.[9]

Pressestimmen

  • „[Am] zentralsten Punkt der Stadt [ist] ein Gebäude entstanden, dessen asymmetrische Kubatur und knallig-türkise Farbgestaltung zwar Kritik provoziert, von der Bevölkerung aber ganz sicher begeistert aufgenommen werden wird.“[10]
  • „Wunderbare Humboldt-Box“ hieß eine Titelgeschichte der Berliner Morgenpost, die die Entwicklung seit Eröffnung wertschätzte.[11]
  • „Die Box als Magnet“ schrieb der Tagesspiegel [12] anlässlich des 250.000 Besuchers.
  • Die FAZ nannte sie ein Provisorium, das die „zeitgemäße Form kulturstaatlichen Scheiterns“ darstelle.[9]
  • „Architektonisches Monstrum in galaktischen Ausmaßen“.[13]

LiteraturBearbeiten

  • Sabine Ammon, Eva Maria Froschauer, Julia Gill, Constanze A. Petrow, Netzwerk Architekturwissenschaft (Hrsg.): z. B. Humboldt-Box. Zwanzig architekturwissenschaftliche Essays über ein Berliner Provisorium. transcript-Verlag, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-8376-2671-1.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Humboldt-Box – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Humboldt-Box kann doch gebaut werden. In: Der Tagesspiegel. 15. Juli 2008, abgerufen am 14. Juni 2011.
  2. Andreas Rosenfelder: Die Humboldt-Box, Schlamperei als Teil des Konzepts. In: Die Welt. Abgerufen am 28. Dezember 2018.
  3. Ausflugsziele in Deutschland – Zahlen Memento
  4. Nur noch fünf Wochen geöffnet: Am 16. Dezember schließt der Förderverein Berliner Schloss die Schloss-Ausstellung in der Humboldt-Box. In: Berliner Woche. (berliner-woche.de [abgerufen am 13. November 2018]).
  5. Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
  6. Kooperation Engagement und Kommunikation. (Memento vom 10. November 2013 im Internet Archive) auf: humboldt-box.com, abgerufen am 8. November 2013.
  7. Alexander Haneke: Ärger über riesige Werbefläche vor Humboldt-Box. In: Der Tagesspiegel. Abgerufen am 28. Dezember 2018.
  8. Kathleen Fietz: Aussichtslos. In: die tageszeitung. Abgerufen am 28. Dezember 2018.
  9. a b Andreas Kilb Die Box kommt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. Juli 2010. (FAZ-Online)
  10. Isabell Jürgens, Gabriela Walde Die Kiste der Republik hat Panoramablick. In: Welt Kompakt. 30. Juni 2011, abgerufen am 26. März 2012.
  11. Wunderbare Humboldt-Box. In: Berliner Morgenpost. 25. Februar 2012 (Morgenpost-Onlineprintarchiv)
  12. Lothar Heinke: Magnet Humboldt-Box. In: Der Tagesspiegel. 14. Februar 2012. (Tagesspiegel-Online, abgerufen am 8. November 2013.)
  13. Lothar Heinke Der Großklotz vom Schlossplatz. In: Der Tagesspiegel. 11. Juni 2011 (Tagesspiegel-Online, abgerufen am 14. Juni 2011.)