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Rossebändiger vor dem Portal IV des Stadtschlosses

Die Rossebändiger sind zwei Bronzeplastiken, die 1846 auf der Lustgartenterrasse des Berliner Schlosses aufgestellt wurden, wo sie mit den Pferdeplastiken am Alten Museum korrespondierten. Im Jahr 1945 wurden sie in den Kleistpark versetzt.

Berliner Schloss und Lustgartenterrasse um 1900, im Hintergrund links die Rossebändiger

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und BeschreibungBearbeiten

Vor der Nordfassade des Berliner Schlosses wurde 1846 die Lustgartenterrasse fertiggestellt. Sie bestand aus einem größeren Westteil mit der Adlersäule und einem kleineren Ostteil mit den Rossebändigern. Die rund vier Meter hohen Bronzeplastiken sind ein Werk des deutschbaltischen Bildhauers Peter Clodt von Jürgensburg und waren ein Geschenk des Zaren Nikolaus I. für König Friedrich Wilhelm IV. Dieser ließ sie vor dem Portal IV des Stadtschlosses aufstellen, wo sie mit den Pferdeplastiken Kastor und Pollux von Christian Friedrich Tieck sowie Löwenkämpfer und Amazone von Albert Wolff auf bzw. vor dem Alten Museum korrespondierten. Alexander von Humboldt und Christian Daniel Rauch waren von der künstlerischen Wirkung der Rossebändiger am ursprünglichen Standort begeistert.[1] Nachdem die Rossebändiger den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden überstanden hatten, wurden die Bronzeplastiken im Jahr 1945 in den Kleistpark versetzt, wo dessen Gartenarchitekt Georg Pniower sie als „zu klein und nur ein Notbehelf“[2] bezeichnete.

Im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldtforum wird über eine Rückkehr der Rossebändiger diskutiert. Dafür sprechen sich laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap 44 % der Deutschen und 51 % der Berliner[3], der Chef des Fördervereins Berliner Schloss Wilhelm von Boddien[4], der ehemalige Chef der Stiftung Berliner Schloss Manfred Rettig, der stellvertretende Landeskonservator a. D. Klaus von Krosigk[5] sowie die CDU Berlin[6] aus.

Weitere AbgüsseBearbeiten

Außer den beiden Rossebändigern für die Lustgartenterrasse des Berliner Schlosses schuf Peter Clodt von Jürgensburg noch zwei Abgüsse für den Königlichen Palast in Neapel und weitere vier für die Anitschkow-Brücke in Sankt Petersburg.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Albert Geyer: Die Geschichte des Schlosses zu Berlin (1443–1918). Nicolai Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-89479-628-0.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rossebändiger (Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://berliner-schloss.de/blog/zum-streit-um-die-rueckkehr-der-skulpturen-in-das-schlossumfeld-alexander-von-humboldt-waere-begeistert/
  2. Georg Pniower: Rund um den Kleistpark. In: Garten und Landschaft. Band 60, Nr. 5, 1950, S. 12.
  3. Hildburg Bruns: Umfrage: Hälfte der Berliner ist gegen Einheitsdenkmal. In: B.Z. online, 28. Mai 2017, abgerufen am 25. Februar 2018.
  4. Manuela Blisse: Fünf Fürsten, zwei Rossebändiger und ein Brunnen. In: Welt online, 8. Juni 2015, abgerufen am 25. Februar 2018.
  5. https://www.ghb-online.de/13-static-content/allgemein/271-wie-viel-moderne-brauchen-wir-vor-dem-schloss.html
  6. Starkes Berlin – Das Regierungsprogramm der CDU Berlin 2016–2021. S. 45