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Wappen derer von Hobe

Hobe auch von Hobe von Gelting, Baron von Hobe-Gelting, Hobe Freiherr von Gelting oder Monforts von Hobe ist der Name eines alten mecklenburgischen Adelsgeschlechts, das auch in Dänemark zu Ausbreitung und Ansehen gelangt ist. Zweige der Familie bestehen bis heute fort.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

MecklenburgBearbeiten

Die Forschung des 19. Jahrhunderts geht teilweise davon aus, dass die Hobe von Pommern nach Mecklenburg gelangt seien, vormals aber vom Niederrhein stammten. Dort trat 1272 ein Ritter Hermannus dictus Hůbe scabinus in Willich urkundlich in Erscheinung. Die Gegenposition, die Hobe hätten sich frühzeitig von Mecklenburg nach Pommern begeben, wurde ebenfalls vertreten.[1]

Nach jüngerer Forschung erscheint das Geschlecht der Hobe mit Ritter Johannes Hobe am 20. Mai 1278 zuerst urkundlich.[2] 1283 zeugte ein Ritter Hobe für das Kloster Kolbatz, 1284 ein Hobo für die Stadt Greifswald, Reimbertus Hobe trat 1287 als Urkundenzeuge für das Kloster Verchen auf und dessen mutmaßlicher Bruder Ritter Johannes Hobe zeugte 1292 für die Stadt Demmin. Des letztgenannten Sohn, Knappe Johannes Hobe, besaß 1324/25 im Fürstentum Rügen halb Cavelsdorf. Seine Nachkommen hatten seit dem 14. Jahrhundert und noch 1524 Beestland in der Vogtei Loitz zum Lehen[3], ferner ab 1560 das benachbarte Wolkow.

 
Burg Wasdow, Mecklenburg

1376 wurde der Knappe Henningk Hobe als Urkundenzeuge erwähnt. Mit Dietrich (Tiedeke) Hobe dem Schwarzen († 1379), Herr auf Wasdow, beginnt die gesicherte Stammreihe. Das Adelsgeschlecht von Hobe, das außer in Wasdow auch in den Nachbarorten Quitzenow, Groß- und Klein Methling saß, blieb im Besitz dieser Güter bis zum Jahre 1779.

Barthold Hobe und Lütke Hoben haben 1523 für die Familie die Union der Landstände in Mecklenburg mitgezeichnet. Friedrich von Hobe war Geheimer Rat und Kammerpräsident von Herzog Gustav Adolf von Mecklenburg.[4]

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich 17 Eintragungen von Töchtern der Familien von Hobe aus Behrenshagen, Methling, Warbelow (heute zu Gnoien), Gutendorff, Goldebee und Jürgenstorf aus den Jahren 1725–1839 zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift. Durch Militärdienst der Väter wurden einige mecklenburgische Töchter in Merseburg, Eisleben und Neustadt an der Aisch geboren. Ein Wappenschild mit Ordensstern und Allianzwappen befinden sich auf der Nonnenempore in der Klosterkirche des Klosters Dobberttin. Der Grabstein der Priorin Melanie von Hobe steht auf dem Klosterfriedhof Dobbertin.

Schleswig-HolsteinBearbeiten

 
Gut Gelting in Angeln

Am 29. Februar 1776 erhielt der königlich dänische General der Infanterie Lewin Ludwig von Hobe (1700–1781) die dänische Adelsnaturalisation. Sein Enkel, der Rittmeister Levin Ludwig Christian Leopld von Hobe, Sohn des Amtmanns Andreas August von Hobe und der Adriana Sebranda von Geltingen, deren Vater, der geadelte Kaufmann Sönke Ingwersen, Baron von Geltingen (1715–1786), das Gut Gelting in Angeln 1758 erworben hatte, wurde von seinem kinderlosen Onkel Christian Friedrich Rudolph Baron von Gelting, adoptiert. Mit königlicher Resolution vom 19. Oktober 1821 und Diplom vom 14. Mai 1828, verknüpft mit dem Besitz der Baronie Gelting, wurde er unter dem Namen Hobe von Gelting in den dänischen Freiherrenstand erhoben. Im Jahre 1812 war er zum katholischen Glauben übergetreten. Der Freiherrenstand wurde seinem Sohn Siegfried (1816–77) in Preußen durch Reskript des Heroldsamtes am 30. Oktober 1875 bestätigt.[5] Das Gut Gelting erbte der Sohn Bertram (1849–1911), Päpstlicher Geheim-Kämmerer und Magistral-Ritter des souveränen Malteser-Ritter-Ordens. Er erwarb noch zwei adelige Güter hinzu, Düttebüll, das zunächst dem ältesten Sohn Siegfried übergeben wurde, und Ohrfeld, das der zweite Sohn Bertram († 1961) erhielt. Das Gut Gelting wird heute von Siegfried Freiherrn von Hobe-Gelting bewirtschaftet, das Gut Düttebüll von Benedikt von Hobe.

Die Familie stellte auch zahlreiche Offiziere in der preußischen Armee. Dem Husaren-Regiment (Nr. 3) stand 1811/13 Karl von Hobe als Kommandeur vor. In den Befreiungskriegen konnte sich neben August Johann von Hobe (1813) ein weiterer Sohn der Familie auszeichnen (1814) und den Orden Pour le Mérite erhalten. Vier Söhne der Familie brachten es bis zum Generalleutnant.[1]

Der Kaufmann, Land- und Forstwirt sowie Ehren- und Devotionsritter des souveränen Malteserordens, Johann Caspar Melchior Balthasar Herbert Hubertus Siegfried von Hobe (1915–2001), führte als Adoptivsohn seines Onkels Joseph Monforts seit 1. Oktober 1941 den Namen Monforts von Hobe. Die somit gestiftete Linie hat ebenfalls gegenwärtig Bestand[6] und ist auf Gut Depenau in Holstein ansässig. (Ein Zusammenhang mit den erloschenen süddeutschen Grafen von Montfort besteht nicht.)

Rheinland-PfalzBearbeiten

Durch die Heirat des Bertram von Hobe-Gelting mit Marita Baronesse von Hoiningen-Huene (* 1923) kam das Erbe von deren Mutter Marie-Amélie de Musil, das Weingut Schloss Thorn nahe der luxemburgischen Grenze, in seinen Besitz und wird von ihrem Sohn bis heute bewirtschaftet, wodurch dieser Zweig Mitglied der Rheinischen Ritterschaft wurde.

BesitzungenBearbeiten

Zum historischen Güterbesitz des Geschlechts gibt u. a. Ledebur[7] eine groben Überblick:

Im Schlossbezirk in Neustrelitz befindet sich gegenüber dem Landestheater das Weiße Herrenhaus, auch Hobe-Haus, benannt nach der Familie.

Gegenwärtig befinden sich Gut Gelting, Gut Düttebüll, Gut Ohrfeld und Gut Depenau in Schleswig-Holstein sowie Schloss Thorn − mit dem ältesten Schlossweingut an der Mosel – im Familienbesitz.

WappenBearbeiten

Das Stammwappen (1821) zeigt in einem von Silber und Rot gespaltenen Schild eine Rose in verwechselten Farben. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken eine von Silber und Rot gespaltene Rose zwischen zwei von Silber und Rot übereck-geteilten Büffelhörnern.

Bekannte FamilienmitgliederBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Genealogisches Handbuch der freiherrlichen Häuser A 1, 1952, Band 4 der Gesamtreihe S. 198–203; 18, 1995, Band 109 der Gesamtreihe, S. 325–339; 23, 2005, Band 136 der Gesamtreihe, S. 174–189, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn)
  • Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band V, Band 84 der Gesamtreihe, S. 239–240, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1984, ISSN 0435-2408
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch
    • der freiherrlichen Häuser (FA), Gotha 1876 26. Jg. S. 313 (Hobe von Gelting), 1877, 1900–1942 (Fortsetzungen)
    • der adeligen Häuser (AA), Gotha 1922 S.345ff (Stammreihe u. ältere Genealogie), 1932 (Stammreihe), 1924–1942 (Stammreihe, 2 Linien ohne Anschluss, Fortsetzungen)
  • Friedrich-Edgar von Hobe: Familienchronik derer v. Hobe und Freiherren v. Hobe-Gelting. Rheinbeck 1991
  • Gustav von Lehsten: Der Adel Mecklenburgs seit dem landesgrundgesetzlichen Erbvergleiche (1755). Rostock 1864, S. 109–110
  • Danmarks Adels Aarbog; 431 (1888) 6 (1889); 21 (1904); 41 (1924); 55 (1938), Afsnit 2, S. 99–115; 68 (1951); 97 (2003/05)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues preussisches Adelslexicon. Band 2, Leipzig 1836, S. 399.
  2. vergl.: Mecklenburgisches Urkundenbuch, Band II, S. 585–586, Nr. 1465
  3. Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der pommerschen Ritterschaft vom 14.–19. Jahrhundert. Bath, Berlin 1863, S. 22
  4. a b Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 4, Leipzig 1863, S. 386–387.
  5. Neuer Siebmacher. VII. Band, 2. Abt. Ergänzungsband. Preussische Grafen und Freiherren. Nürnberg 1886, S. 31, Tfl. 21.
  6. GHdA. F XXIII, S. 176.
  7. Leopold von Ledebur: Adelslexikon der preußischen Monarchie. Band 1, Berlin 1855, S. 360.
  8. Mecklenburgischer Adel in der Frühen Neuzeit 1500–1750. (online)