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Harald Euler

deutscher Psychologe und emer. Hochschullehrer

Harald A. Euler (* 13. November 1943) ist ein deutscher Evolutionspsychologe und Professor im Ruhestand. Der Akademiker lebt in der Gemeinde Lohfelden nahe der nordhessischen Stadt Kassel.

Inhaltsverzeichnis

Leben und ForschungBearbeiten

Euler studierte Psychologie an der Universität Bonn und als Fulbright-Student an der Washington State University, USA. Den Ph. D. erwarb er 1972. Euler war von 1974 bis 2009 Professor für Lernpsychologie an der Universität Kassel. Er war außerdem Gastwissenschaftler in der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie der Medizinische Fakultät der Universität Frankfurt/Main und ist derzeit Gastwissenschaftler und Professorial Research Fellow für Evolutionäre Entwicklungspsychologie an der Universität Wien in Abteilung für Entwicklungspsychologie. Zudem ist er derzeit Gastwissenschaftler in der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde des St. Elisabeth Hospitals der Ruhr-Universität Bochum.

Eulers Arbeitsgebiete sind: Evolutionäre Psychologie, insbesondere von Familienbeziehungen und Geschlechterunterschieden, Emotionspsychologie, Stotterforschung, Aggressionsforschung und Sprachstandserfassung von Kindergartenkindern.

Öffentliche Auftritte und LehreBearbeiten

Euler trat in Medien als Kommentator oder Experte zu evolutionspsychologischen Themen auf, z. B. 2005 und 2006 bei Günther Jauch in der RTL-Serie Typisch Frau – Typisch Mann und 2013 bei Wieland Backes im SWR in der Talkshow Nachtcafé.

In seiner Zeit an der Universität Kassel war er der einzige prüfungsberechtigte Evolutionspsychologe. Am 4. Februar 2009 hielt er seine Abschiedsvorlesung mit dem Titel „Religion als natürliches Phänomen“. Euler war an der Universität Kassel dafür bekannt, sich von allen Studenten – auch in Vorlesungen – duzen zu lassen. Im Gegenzug duzte er auch jeden Studenten.

Sein letzter Doktorand vor seinem Ruhestand war der Psychologe und Sprach-, Kommunikations- und Medienwissenschaftler Benjamin P. Lange.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • mit Weitzel, B. (1996). Discriminative grandparental solicitude as reproductive strategy. Human Nature, 7, 39–59.
  • (2000). Evolutionstheoretische Ansätze. In J. Otto, H. A. Euler und H. Mandl, (Hrsg.), Handbuch Emotionspsychologie (S. 45–63). Weinheim: Beltz, PsychologieVerlagsUnion.
  • (2004). Die Beitragsfähigkeit der evolutionären Psychologe zur Erklärung von Gewalt. In W. Heitmeyer & H.-G. Soeffner (Hrsg.), Gewalt. Entwicklungen, Strukturen, Analyseprobleme (S. 411–435). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
  • (2004). Sexuelle Selektion und Religion. In U. Lüke, J. Schnakenberg & Souvignier (Eds.), Darwin und Gott. Das Verhältnis von Religion und Evolution (S. 66–88). Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
  • mit anderen (2004). Patterns and universals of adult romantic attachment across 62 cultural regions: Are models of self and of other pancultural constructs? Journal of Cross-Cultural Psychology, 35(4), 367–402.
  • mit anderen (2007). The geographic distribution of Big Five personality traits: Patterns and profiles of human self-description across 56 nations. Journal of Cross-Cultural Psychology, 38(2), 173–212.
  • mit Hoier, S. (2008). Die evolutionäre Psychologie von Anlage und Umwelt. In F. J. Neyer & F. M. Spinath (Hrsg.), Anlage und Umwelt. Neue Perspektiven der Verhaltensgenetik und Evolutionspsychologie (S. 1–25). Stuttgart: Lucius & Lucius.
  • mit anderen (2009). Computergestützte Therapie bei Redeflussstörungen: Die langfristige Wirksamkeit der Kasseler Stottertherapie (KST). Sprache·Stimme·Gehör, 33, 193–201.
  • (2010). The psychology of families. In C. Störmer, U. Frey & K. Willführ (Eds.), Homo novus – a human without illusions. Festschrift for the 60th birthday of Eckart Voland (pp. 161–179). Berlin, Germany: Springer.
  • (2011). Grandparents and extended kin. In C. A. Salmon & T. K. Shackelford (Eds.), The Oxford handbook of evolutionary family psychology (pp. 181–207). New York, NY: Oxford University Press.
  • mit Lange, B. P. (2018). Alles ändert sich und bleibt doch gleich – Geschlechterunterschiede zwischen Kultur und Natur. In C. Schwender, S. Schwarz, B. P. Lange & A. Huckauf (Hrsg.), Geschlecht und Verhalten aus evolutionärer Perspektive (S. 25–41). Lengerich: Pabst Publishers.

WeblinksBearbeiten