Hans von Wolzogen (Filmproduzent)

deutscher Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent

Hans Wolf Freiherr von Wolzogen (* 5. Juli 1888 in Berlin, Deutsches Reich; † 20. Mai 1954 in Berlin-Wannsee, Deutschland) war ein deutscher Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent.

LebenBearbeiten

Hans Wolf von Wolzogen ist der Sohn des Schriftstellers Ernst von Wolzogen (1855–1934), der als Begründer des ersten deutschen Kabaretts auch den Namen „Brettl-Baron“ trug. Das Interesse am literarischen Kabarett übertrug sich auch auf den Sohn. Als Nachfolger des Komponisten Friedrich Hollaender leitete Hans von Wolzogen seit 1920 Max Reinhardts Berliner Kleinkunstbühne Schall und Rauch, wo er ein bedeutender Förderer unter anderem von Joachim Ringelnatz wurde.

Zur selben Zeit begann Wolzogen mit dem Schreiben von Drehbüchern, die von der Berliner Max Landa-Film GmbH verfilmt wurden. 1922 unternahm er hier auch zwei Regieversuche, danach begleitete er zahlreiche Filmproduktionen als Produktionsleiter, darunter Robert Wienes aufwändigen Christus-Film „I.N.R.I.“ (1923), Hans Richters Experimentalfilm „Inflation“ (1928) und zwei Filme mit Heinrich George: „Die Dame mit der Maske“ (1928) und „Sprengbagger 1010“ (1929). 1933 folgte mit dem Musiklustspiel „Du bist entzückend, Rosemarie“ eine weitere Regiearbeit. Nach der Umstellung auf den Tonfilm arbeitete Wolzogen jedoch hauptsächlich als Produktionsleiter. Nachdem er die Produktionsfirmen zunächst ständig gewechselt hatte, arbeitete er ab 1935 ausschließlich für die Fabrikation deutscher Filme bzw. deren Nachfolgegesellschaft Berlin-Film, wo er unter anderem Werner Hochbaums Marika Rökk-Film „Leichte Kavallerie“ (1935), Hans Steinhoffs Ibsen-Verfilmung „Ein Volksfeind“, Jürgen von Altens „Der Biberpelz“ (beide 1937), Herbert Maischs Ehedrama „Frau Sylvelin“ (1937/38), Harry Piels Abenteuerfilm „Panik“ (1940–1943) sowie mehrere Filme von Robert A. Stemmle, Georg Jacoby und Nunzio Malasomma produzierte.

Seine beiden letzten Filme produzierte Hans von Wolzogen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit Alfred Braun als Regisseur für die Berliner Skala-Film GmbH.

Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.[1]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

  • 1923: I.N.R.I. – Ein Film der Menschlichkeit
  • 1925: Eine Minute vor Zwölf
  • 1928: Die Dame mit der Maske
  • 1929: Sprengbagger 1010
  • 1932: Unter falscher Flagge
  • 1936: Das Ochsenmenuett
  • 1936: Die Dickschädel
  • 1936: Die Hasenpforte
  • 1936: Du bist so schön, Berlinerin
  • 1936: Fahrerflucht
  • 1936: Guten Abend, gute Nacht
  • 1936: Hier irrt Schiller
  • 1936: Horch, horch, die Lerch im Ätherblau
  • 1936: Potpourri
  • 1936: Rosen und Liebe
  • 1936: Spezialist für alles

LiteraturBearbeiten

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 455.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans-von-Wolzogen-Archiv Bestandsübersicht auf den Webseiten der Akademie der Künste in Berlin.