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Hans Michelbach

deutscher Politiker (CSU), MdB
Hans Michelbach (2012)

Hans Georg Michelbach (* 3. Mai 1949 in Gemünden am Main) ist ein deutscher Politiker (CSU) und Unternehmer. Er gehört seit 1994 dem Deutschen Bundestag an. Im Bundestag fungiert er als Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Finanzen und gehört dem Fraktionsvorstand an. Er ist stellvertretender Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung und war 18 Jahre lang bis 2018 Vorsitzender der Mittelstands-Union.

Inhaltsverzeichnis

Leben und BerufBearbeiten

Nach dem Besuch des Franz-von Erthal-Gymnasiums in Lohr am Main, welches er nach der mittleren Reife verließ, absolvierte Michelbach eine Lehre zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel.[1] Nach dem anschließenden Besuch einer Fachschule für Betriebswirtschaft war Michelbach als Vorstandsassistent in einem Handelsunternehmen tätig. 1972 trat er in die elterlichen Betriebe ein und gründete das Groß- und Außenhandelsunternehmen Michelbach KG in Gemünden am Main. Neben seiner Abgeordnetendiät ist er weiterhin unternehmerisch als persönlich haftender Gesellschafter der MIBEG Investment International, einem Projektentwickler in der Immobilienbranche, in Bad Soden-Salmünster tätig. Daraus resultieren regelmäßige Gewinneinkünfte, nach der höchsten Verdienststufe 10 des Deutschen Bundestages, mit einer Mindesthöhe von mehr als € 250.000 jährlich.[2][3] Er zählt damit zu den Abgeordneten des Deutscher Bundestages mit den höchsten Einkünften außerhalb der Abgeordnetenentschädigung.[4][5]

Michelbach ist verheiratet und hat drei Töchter.

Tätigkeit in berufsständischen OrganisationenBearbeiten

ParteiBearbeiten

 
Michelbach auf einem kleinen Parteitag der CSU im März 2013

Michelbach war von 1990 bis 2002 Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Main-Spessart und gehört seit 1998 dem Parteivorstand der CSU an. Er ist außerdem seit 2000 stellvertretender Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU und war bis 2018 Landesvorsitzender der Mittelstands-Union (MU). Den Landesvorsitz der MU übergab er im Dezember 2018 an den ehemaligen bayerischen Wirtschaftsminister Franz Pschierer.

AbgeordneterBearbeiten

Michelbach ist seit 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages und gehört seit 2000 dem Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an. Von 2005 bis 2009 war er Vorsitzender des Unterausschusses ERP-Wirtschaftspläne des Ausschusses für Wirtschaft und Technologie. Seit 2009 ist er Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Finanzausschuss. Seit 2013 ist er zudem Stellvertretender Vorsitzender der CSU-Landesgruppe.

Hans Michelbach ist 1994 und 1998 über die Landesliste Bayern und seit 2002 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Coburg in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2013 erreichte er 50,1 % der Erststimmen.

Sonstige MitgliedschaftenBearbeiten

Michelbach ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag. Präsidiumsmitglied des Handelsverbands Deutschland (HDE).

Öffentliche ÄmterBearbeiten

Michelbach war von 1978 bis 1982 zunächst dritter Bürgermeister und von 1982 bis 1998 erster Bürgermeister der Stadt Gemünden am Main.

Auszeichnungen und EhrungenBearbeiten

Von der Universität Kiew wurde Michelbach die Ehrendoktorwürde verliehen.[6] Für dessen inkorrekte Verwendung der Herkunftsbezeichnung, nach bayerischem Hochschulgesetz, steht er in der Kritik.[7][8]

Im Jahr 2009 erhielt er den Bayerischen Verdienstorden und im Jahr 2012 den Bundesverdienstorden.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hans Michelbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hinz und Kunz. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 4. August 2016. Abgerufen am 27. April 2017.
  2. inFranken.de: Hans Michelbach zählt zu den Top-Vier-Verdienern im Bundestag, 21. März 2014, abgerufen am 29. Oktober 2017.
  3. Deutscher Bundestag - Tätigkeiten und Einkünfte neben dem Mandat. Abgerufen am 4. März 2019.
  4. Süddeutsche de GmbH, Munich Germany: CSU-Abgeordneter Michelbach hat die höchsten Nebeneinkünfte - Politik-News. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  5. Christina Hebel, Christina Elmer, Laura Döing: Nebeneinkünfte: Das sind die Top-Verdiener im Bundestag. In: Spiegel Online. 9. August 2016 (spiegel.de [abgerufen am 27. Februar 2019]).
  6. Und wie kamen Sie an Ihren Doktortitel?!. inFranken.de. 19. Februar 2011. Abgerufen am 25. Juli 2017.
  7. Martina Scherf: Fragwürdige Doktoren. In: sueddeutsche.de. 6. Februar 2014, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 28. Februar 2019]).
  8. Informationen zur Führung ausländischer akademischer Grade in Bayern. Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 28. Februar 2019.